Aus LinuxUser 04/2004

Drucker ins Netzwerk einbinden (Seite 2)

Die Hardware-Adresse der Adapter steht meist auf dem Typenschild oder auf der Status-Seite, die der angeschlossene Drucker ausdruckt, wenn Sie die entsprechende Taste am Druckeradapter drücken.

Bei der Erstbenutzung enthält die ARP-Tabelle Ihres Rechners die Hardware-Adresse des Netzwerkadapters noch nicht. Da der seine IP auch nicht kennt, kann er auf eine entsprechende ARP-Anfrage nicht reagieren. Deshalb müssen Sie die Hardware-Adresse von Hand in die ARP-Tabelle eintragen:

arp -s 192.168.1.250 00:C0:EB:05:01:C6

Jetzt ist der Adapter von Ihrem Rechner aus (und nur von dort) über die IP-Adresse 192.168.1.250 erreichbar. Mittels Ping (Abbildung 1) können Sie dem Netzwerkadapter jetzt ein Datenpaket schicken – worauf er die Empfänger-IP-Adresse als seine eigene einträgt und ein erneutes ping -c 1 192.168.1.250 regulär beantwortet.

Abbildung 1: Ohne DHCP-Server besorgt sich der Druckeradapter die IP-Adresse aus einem für ihn bestimmten Ping-Paket. Zuvor muss die IP-Adresse von Hand der Hardware-Adresse des Druckeradapters zugewiesen werden.
Abbildung 1: Ohne DHCP-Server besorgt sich der Druckeradapter die IP-Adresse aus einem für ihn bestimmten Ping-Paket. Zuvor muss die IP-Adresse von Hand der Hardware-Adresse des Druckeradapters zugewiesen werden.

Risiko WLAN

Gerade bei abseits stehenden Druckern oder Notebooks mit WLAN sind WLAN-Druckeradapter wie der IC-154 von SEH besonders interessant – keine Mauerdurchbrüche, keine Kabel. Ihr Einsatz ist sicherheitstechnisch jedoch nicht unbedenklich und die Inbetriebnahme ziemlich kompliziert.

Der WLAN-Druckeradapter erwartet, wie schon von den Netzwerkadaptern bekannt, einen DHCP-Server, um eine Adresse zu beziehen. Hinzu kommt bei WLAN, dass der Druckeradapter nichts über die lokale Infrastruktur weiß – er kennt weder die ESSID noch den WEP-Schlüssel. Deshalb muss für den Erstbetrieb einmal die ESSID any am Access Point erlaubt sowie die WEP-Verschlüsselung abgeschaltet werden – womit der gesamte Netzwerkverkehr für jeden sehr leicht abhörbar wird.

Ohne DHCP-Server müssen Sie dem WLAN-Druckeradapter die IP auf die gleiche Weise wie oben bei den Netzwerk-Druckeradaptern gezeigt zuweisen. Sobald der WLAN-Adapter die IP vom DHCP-Server bezogen hat, zeigt ein Ausdruck der Status-Seite über den Knopf am WLAN-Druckeradapter die Einstellungen.

Schlüssel im Klartext

Die weitere WLAN-Konfiguration erfolgt per Browser, wobei die ESSID des WLANs sowie der WEP-Schlüssel eingegeben wird. Die gesamte Kommunikation läuft jedoch völlig unverschlüsselt ab; ein Angreifer liest den WEP-Schlüssel beim Abhören der Verbindung im Klartext mit. Diesen braucht er lediglich bei sich eintragen und kann nun voll auf das WLAN-Netz zugreifen. Deshalb verwendet der SEH IC-154 eine SSL-verschlüsselte Verbindung zum Browser, dies bieten allerdings längst nicht alle WLAN-Druckeradapter am Markt.

Nach der Konfiguration darf man auf keinen Fall vergessen, die Verschlüsselung beim Access Point wieder einzuschalten und die ESSID any zu verbieten, um wenigstens einen minimalen Schutz vor Mitlesern oder Angreifern zu gewährleisten.

Drucker einrichten

Gehen wir davon aus, dass der Drucker von allen Rechnern im Netzwerk unter der Adresse 192.168.1.250 erreichbar ist. Wer mag, kann der IP-Adresse in der Datei /etc/hosts einen Namen zuordnen.

Die abschließende Einrichtung als Netzwerkdrucker hängt von der verwendeten Distribution und dem Drucksystem ab. Unter Suse Linux 9.0 starten Sie im YaST die Druckereinrichtung, die den Drucker allerdings nicht automatisch erkennt. Klicken Sie auf Konfigurieren, und wählen Sie als Druckertyp Direkt auf Netzwerkdrucker drucken (Abbildung 2) sowie Direktes Drucken über TCP-Port.

Abbildung 2: Die Einrichtung eines Netzwerkdruckers erfolgt bei Suse Linux 9.0 manuell, da YaST ihn nicht automatisch erkennt.
Abbildung 2: Die Einrichtung eines Netzwerkdruckers erfolgt bei Suse Linux 9.0 manuell, da YaST ihn nicht automatisch erkennt.

Als Standard-Port für Druckaufträge dient 9100, was bei der Drucker-Konfiguration im YaST auch voreingestellt ist. Sie brauchen in Abbildung 3 lediglich noch die IP-Adresse des Druckers einzutragen – oder den Druckernamen, falls er bereits in der Datei /etc/hosts steht. Lassen Sie die Einstellungen in jedem Fall prüfen: Wenn sich kein Fehler eingeschlichen hat, meldet YaST, dass der Netzwerkadapter alias Druckerserver erreichbar ist.

Abbildung 3: Standardmäßig nehmen Druckerserver auf Port 9100 Druckaufträge an, was bei YaST auch voreingestellt ist. Lediglich die IP-Adresse des Druckeradapters muss man einfügen.
Abbildung 3: Standardmäßig nehmen Druckerserver auf Port 9100 Druckaufträge an, was bei YaST auch voreingestellt ist. Lediglich die IP-Adresse des Druckeradapters muss man einfügen.

Jedem Drucker sein Treiber

Nun folgen die Einstellungen für den lokalen Druckerspooler. Ganz wichtig ist, dass Sie Lokales Filtern durchführen (Abbildung 4) aktivieren, ansonsten bekommt Ihr Drucker die reinen Postscript-Daten zugesandt, mit denen er nichts anfangen kann. Lediglich bei Postscript-fähigen Druckern, vornehmlich Laserdrucker aus dem professionellen Bereich für 500 bis 1000 Euro, müssen Sie die Option deaktivieren.

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