Aus LinuxUser 02/2004

deskTOPia: Antiright Desktop Environment

Fliegengewicht

Kein Fenstermanager, nein, eine Desktop-Umgebung soll es sein. Möglichst ressourcenschonend und kompatibel mit jedem Window-Manager. Gleich drei Wünsche auf einmal, die das Antiright Desktop Environment alle erfüllt.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Heutzutage ist es schwer, im Desktop-Bereich schlichte Funktionalität zu finden: Die Suche nach einer leichtgewichtigen Arbeitsumgebung, die weder blinkt und klingelt, noch den Anwender mit animierten Menüs von der Arbeit abhält, führt oft ins Leere. Darunter litt auch Jeffrey Bedard, und so entwickelte er er das Antiright Desktop Environment (http://www.nongnu.org/antiright/), das diese Lücke füllt.

Die Arbeitsumgebung bringt, anders als KDE und GNOME, keinen eigenen Fenstermanager mit, so dass niemand seinem Favoriten untreu werden muss. Antiright fungiert unter jedem Window-Manager als Schaltzentrale für den Desktop und bringt die am häufigsten benötigten Anwendungen gleich mit.

Exotische Wünsche

Auf unserer Heft-CD finden Sie Version 1.105 der Desktop-Umgebung. Weil der Programmierer es sich zum Ziel gesetzt hat, jede Woche eine neue Ausgabe herauszubringen und zur Zeit fleißig auf eine neue, mit einer 2 beginnende Major-Version hinarbeitet, lohnt sich ein Besuch auf der Homepage des Projekts meistens. Bei unserem Redaktionsschluss gab es auf dem Server auf Grund eines Einbruchs jedoch nur die Versionen bis 1.103, wann neue Up- und Downloads dort wieder möglich sind, steht noch nicht fest.

Um Antiright selbst zu kompilieren, spielen Sie von Ihren Distributions-CDs die lesstif-Bibliothek und das entsprechende Development-Paket (lesstif-devel) ein, unter Suse nehmen Sie als Ersatz openmotif-devel. Diese Pakete enthalten freie Versionen der Grafikbibliothek Motif. Wem jetzt das Wort „altbacken“ in den Sinn kommt, hat schon eine recht genaue Vorstellung von Antirights Erscheinungsbild.

Schreckt Sie das nicht ab, greifen Sie trotzdem zum Compiler und übersetzen Antiright nach dem Entpacken mit ./configure und make. Ein als root aufgerufenes make install erledigt danach das Kopieren der Dateien in die Verzeichnisse unterhalb von /usr/local/.

Pflegeleicht

Um sich Antiright anzusehen, lassen Sie es zunächst in Ihrer laufenden Oberfläche starten. Nach Eingabe von

antiright &

schlägt das Programm sein Lager in der oberen linken Bildschirmecke auf (Abbildung 1).

Abbildung 1: Antiright in der Default-Konfiguration
Abbildung 1: Antiright in der Default-Konfiguration

Die wohl am häufigsten benötigte Funktion ist die eingebaute Kommandozeile (Shell command): Hier rufen Sie beliebige Anwendungen auf. Um ein Programm zu starten, das ein Terminal-Fenster benötigt, verwenden Sie den Befehl xterm -e kommandozeilenprogramm, der xterm als passenden Container mitstartet.

Der Taschenrechner (Calculator), der über der Kommandozeile liegt, ist ebenso praktisch. Neben den vier Grundrechenarten beherrscht er auch die Klammerregeln: Bei der Eingabe von (5+3)*2 liefert er korrekterweise 16 als Ergebnis.

Essentials

Die wichtigsten Funktionen, die bei keiner Desktop-Umgebung fehlen dürfen, erreichen Sie über die 12 Buttons. Dabei setzt Antiright sowohl auf eigene Applikationen als auch auf bewährte externe Mitarbeiter. Letztere kommen zum Zuge,wenn Sie die Schaltflächen Mail, Terminal, Processes oder Secure Shell betätigen.

Antirights Standard-Mailer ist mutt, als Terminal kommt xterm zum Einsatz, und das Prozess-Listing ist nichts anderes als die Ausgabe von ps xa, dargestellt im Antiright-Texteditor (Abbildung 2).

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