Aus LinuxUser 01/2004

KDE Update

Spiel mich ein, Scotty

Das K Desktop Environment ist der beliebteste Desktop unter Linux. Aufgrund seines Umfanges ist bei einem Update Einiges zu beachten. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Ihr KDE-System auf den neuesten Stand bringen.

Die KDE-Entwicklung schreitet stetig voran. Neue Versionen locken nicht nur mit gestopften Sicherheitslöchern, sondern auch mit einer Vielzahl neuer Funktionen. Dem daher ständig wachsenden Wunsch nach Updates stehen zunächst einige Hürden im Weg: So ist die Vorgehensweise, um zu einem aktualisierten Desktop zu gelangen, nicht nur für jede Distribution anders aus, auch die Reihenfolge, in der die vielen Pakete eingespielt werden, spielt eine tragende Rolle.

Da jeder Distributor bei den Paketbezeichnungen und der Aufteilung der Programme und Hilfsdateien auf die Pakete sein eigenes Süppchen kocht, ist es fast unmöglich, eine allgemeingültige Installationsanleitung zu geben. Mit einem kleinen Fokus auf den Marktführer SuSE probieren wir dies im Folgenden dennoch.

Daten sichern

Der erste Schritt sollte daraus bestehen, ein Backup Ihrer Daten anzulegen. Dabei geht es in erster Linie um die KDE-Einstellungen, die in den unsichtbaren Unterverzeichnissen .kde und eventuell .kde2 der Home-Verzeichnisse stecken.

Zwar versprechen die KDE-Entwickler, dass nach einem Update die meisten Einstellungen übernommen werden, eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Wenn mit wichtigen Daten arbeiten, empfehlen wir generell ein Backup des gesamten Systems. Die meisten Distributionen bieten hierfür geeignete Werkzeuge an. Geht im Folgenden etwas schief, kann man schnell das Backup zurück spielen.

Eine Deinstallation des bestehenden KDE-Systems ist in der Regel nicht notwendig. Es wird aber davon abgeraten, mehrere KDE-Versionen gleichzeitig in einem System zu betreiben. Wer es dennoch versuchen möchte, findet eine Anleitung unter [10]. Des Weiteren sollten Sie prüfen, ob genügend freier Festplattenplatz zur Verfügung steht – Platzmangel führt in einigen Fällen zu kryptischen Fehlermeldungen.

Erst KDE beenden

Das Update sollte nicht unter KDE selbst vorgenommen werden. Auch wenn es entsprechende Erfolgsmeldungen gibt, wäre dies so, als würde man bei einer sitzenden Person den Stuhl tauschen – das ist nicht empfehlenswert. Die meisten Distributionen installieren standardmäßig mehrere Desktop-Systeme, die am Anmeldebildschirm zur Auswahl gestellt werden. Sie können auch nach dem Abmelden in KDE mit [Strg-Alt-F1] auf eine Textkonsole wechseln und sich dort anmelden.

Die Anmeldung müssen Sie als Benutzer root durchführen: Nur der Administrator-Account hat die notwendigen Rechte, um das Update bzw. die Installation vorzunehmen.

Automatisch

Einige Distributionen bringen ein Werkzeug mit, das automatisierte Updates ermöglicht. Gegenüber den anderen Methoden sollten Sie diesem immer den Vorzug geben. Unter SuSE Linux verwenden Sie dazu YaST: Wählen Sie unter Software den Punkt Installationsquelle wechseln, dann Hinzufügen und ftp. Dort tragen Sie als Server ftp.suse.com und als Verzeichnis pub/suse/i386/supplementary/KDE/update_for_8.2/yast-source ein. Die 8.2 ist durch die von Ihnen eingesetzte SuSE-Linux-Version auszutauschen. Setzen Sie nun den neu erzeugten Punkt an die oberste Stelle der Prioritätenliste (Auf). Das Update kann dann über Software installieren oder löschen durchgeführt werden (Abbildung 3). Vergessen Sie nicht, nach der Aktualisierung die Priorität wieder zu ändern.

Abbildung 1: Unter dem Punkt "Software" von YaST finden Sie alle Werkzeuge für ein erfolgreiches KDE-Update
Abbildung 1: Unter dem Punkt „Software“ von YaST finden Sie alle Werkzeuge für ein erfolgreiches KDE-Update
Abbildung 2: Über den Knopf "Aktivieren oder Deaktivieren" im Werkzeug "Installationsquelle wechseln" können Sie bestimmen, ob die hinzugefügte Internet-Seite von YaST berücksichtigt werden soll. Unter "Status" wird der gegenwärtige Stand angezeigt
Abbildung 2: Über den Knopf „Aktivieren oder Deaktivieren“ im Werkzeug „Installationsquelle wechseln“ können Sie bestimmen, ob die hinzugefügte Internet-Seite von YaST berücksichtigt werden soll. Unter „Status“ wird der gegenwärtige Stand angezeigt
Abbildung 3: Das Recycle-Symbol zeigt an, dass die nebenstehenden Pakete aktualisiert werden
Abbildung 3: Das Recycle-Symbol zeigt an, dass die nebenstehenden Pakete aktualisiert werden

Einzeln

Schlägt die automatische Installation fehl oder bietet Ihre Distribution keinen derartigen Service, müssen Sie die Pakete selbst einspielen. Unter [4] finden Sie alle notwendigen Pakete für Ihre Distribution, sortiert nach KDE-Versionen. Werden Sie dort nicht fündig, sollten Sie einen Blick auf die Internet-Seiten des Distributors werfen. SuSE pflegt z. B. unter [3] ein umfangreiches und aktuelles Archiv.

Erliegen Sie auf keinen Fall der Versuchung, Pakete auszuwählen, die explizit für eine andere Distribution bestimmt sind: Sofern das Einspielen überhaupt klappt, führt ein solches Vorgehen in der Regel zu Chaos.

Bei älteren Distributionen kommt es häufig vor, dass der Hersteller keine Unterstützung und somit auch keine Pakete mehr anbietet. Hier sollte man sich überlegen, ob der Umstieg auf eine neuere Distribution nicht weniger Aufwand verursacht. Ansonsten bleibt nur noch das Kompilieren der Quelltexte…

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