Aus LinuxUser 11/2003

Drucken digitaler Fotos (Seite 4)

Bei allem Überschwang über die viele schönen Optionen: Achten Sie darauf, dass das Layout auf Ihre Fotopapiergröße passt, und berücksichtigen Sie dabei auch die vom Drucker nicht bedruckbaren Ränder. Bei den Maßangaben für die Einzelbilder brauchen Sie das Seitenverhältnis der Originale nicht beachten, die Bilder beschneidet flphoto automatisch (nur im Arbeitsspeicher, nicht die Originaldateien auf der Platte), so dass sie die von Ihnen angegebene Größe immer komplett ausfüllen.

Abbildung 7: Mehrere Bilder pro Blatt, exakte Bildgröße und Passepartouts sind eine Spezialität von flphoto
Abbildung 7: Mehrere Bilder pro Blatt, exakte Bildgröße und Passepartouts sind eine Spezialität von flphoto

Doch nicht nur bei Ausdrucken fertig layouteter Fotoalbumseiten oder von Einzelbildern zum Einrahmen (mit Passepartout) leistet das Programm gute Dienste. Warum nicht mehrere Bilder pro Blatt zu Papier bringen und nachher auseinander schneiden? Vier Fotos im Format 10×13.33 cm (4:3-Verhältnis der meisten Digitalkameras) passen auf ein A4-Blatt, was billiger ist als vier 10×15-Blätter. Stellen Sie dafür einen kleinen Bildabstand (z. B. 1 mm) und Blank als Mat Type ein. Zum Auseinanderschneiden verwenden Sie am besten einen Papierschneider, den man überall da bekommt, wo es Schreibwaren oder Fotolaborbedarf gibt.

Kasten 1: Tipps zur Installation

Soweit der folgende Text keine abweichenden Angaben macht, lassen sich alle genannten Programme bei SuSE, Red Hat u. a. RPM-basierten Distributionen mit

rpm -Uvh Paketdateiname.rpm

installieren. Meldet der Paketmanager dabei fehlende, zusätzlich benötigte Pakete, müssen die erst eingespielt werden, ehe Sie einen erneuten Installationsversuch starten. Mandrake-Linux-User sparen sich diesen Aufwand, indem sie das Paket statt mit rpm von Vornherein mit

urpmi Paketdateiname.rpm

einspielen. Halten Sie dabei Ihre Installations-CDs bereit! Sollten für Red Hat gedachte Pakete unter Mandrake nicht laufen, entfernen Sie sie wieder mit rpm -e Paketname.

Damit im Quellcode vorliegende Pakete kompiliert werden können, wählen Sie die Paketgruppe Entwicklung, Development o. ä. im Paketinstallationsfrontend Ihrer Distribution aus. Installieren Sie zudem unbedingt alle -devel-Pakete der Bibliotheken, die das zu übersetzende Programm benötigt! Anschließend reichen in den meisten Fällen die Kommandos

tar -xvzf name.tar.gz
cd name
./configure
make
su -root-Passwort
make install

Abweichendes erfahren Sie in den README– und/oder INSTALL-Dateien der Pakete wie auch im Folgenden.

Jpegtran mit der -crop-Option zum Beschneiden ohne Qualitätsverlust [7] spielen Mandrake-User ab Version 9.1 mit

urpmi libjpeg-progs

ein. Für alle anderen Distributionen laden Sie http://jpegclub.org/droppatch.tar.gz herunter, packen das Archiv aus und testen, ob die darin enthaltene Binärdatei jpegtran läuft. Wenn ja, kopieren Sie sie nach /usr/local/bin/.

Überprüfen Sie mit which jpegtran, ob beim jpegtran-Aufruf tatsächlich /usr/local/bin/jpegtran zum Einsatz kommt oder eine bereits installierte Version ohne Patch von anderer Stelle im System. Ist letzteres der Fall, müssen Sie /usr/local/bin/jpegtran -crop mit Pfadangabe aufrufen, sofern Sie die alte jpegtran-Datei nicht überschreiben bzw. löschen (oder die PATH-Variable neu setzen) wollen.

Zum Selbstkompilieren des modifizierten jpegtran laden Sie die libjpeg-Bibliothek [5] herunter und kopieren alle in droppatch.tar.gz enthaltenen Dateien außer der ausführbaren Datei jpegtran ins Hauptverzeichnis jpeg-6b des ausgepackten jpegsrc.v6b.tar.gz-Archivs. Dabei überschreiben Sie die entsprechenden alten Dateien. Beim Kompilieren entsteht jetzt jpegtran mit der -crop-Option.

Die jpegtran-Manpage passt sich dabei allerdings nicht an; nur die Kurzhilfe jpegtran -hless ist auf dem aktuellen Stand.

Jhead [4] 2.0 wird in Mandrake 9.2 (http://www.mandrakelinux.com/en/cookerdevel.php3) enthalten sein, Mandrake 9.1 bringt eine ältere Version mit, SuSE und Red Hat verzichten ganz darauf. Die jhead-Web-Seite bietet den Quellcode, ein RPM für Red Hat 7.2 und ausführbare Binärdateien für verschiedene Betriebssysteme. Letztere kopiert man einfach nach /usr/local/bin/ und setzt mit

chmod 755 jhead

Ausführungsrechte für alle. Beide Schritte sind auch beim Selberkompilieren nach dem make-Aufruf nötig, da die install-Option im Makefile fehlt; zudem kopieren Sie die Manpage an Ort und Stelle:

cp jhead.1.gz /usr/share/man/man1
chmod 644 /usr/share/man/man1/jhead.1.gz

ImageMagick [6] bringt normalerweise jede Distribution mit. Im Zweifelsfall weist die Projektseite den Weg zu den Quellcode-Paketen, zum linux-Unterverzeichnis der Mirrors mit den Red-Hat-RPMs und zu den binären .tar.gz-Paketen im binaries-Unterverzeichnis. Die Installation des Binärpakets beschreibt die QuickStart.txt-Datei auf den Download-Servern.

GIMP-Print [10] gehört zum Arsenal jeder modernen Distribution und wird teils sogar automatisch installiert, wenn Sie einen entsprechenden Drucker mit dem Druckerinstallationsprogramm Ihrer Distribution einrichten.@KL:Selbstkompilierer sollten unbedingt die Development-Pakete zu CUPS (cups-devel, libcups-devel, cupsys-dev o. ä.) einspielen, da das Eigenbau-GIMP-Print sonst die CUPS-Unterstützung vermissen lässt.

Versuchen Sie auf keinen Fall, GIMP-Print auf eine 4.3.x-Version zu „aktualisieren“: Diese in Entwicklung befindliche nächste Generation enthält noch zu viele Bugs, als dass Endanwender glücklich damit werden. Einzige Ausnahme stellen Thermosublimationsdrucker von Olympus und Canon dar, die nur mit dieser Version funktionieren. Mangels Foomatic-Support ist CUPS-Unterstützung in diesem Fall essentiell.

Druckerinstallationsprogramme moderner Distributionen benutzen Foomatic [11] bereits und installieren es daher automatisch. Ist das nicht der Fall, folgen Sie den Drucksystem-spezifischen Links unterhalb der Überschrift Using Foomatic with a particular printer and spooler auf [11].

Glossar

ppi

Points/Pixels per Inch, Bildpunkte pro Zoll, 1 Zoll = 25.4 mm.

Megapixel

Millionen Pixel (Bildpunkte), Einheit, in der die Gesamtzahl der lichtempfindlichen Zellen des Sensors einer Digitalkamera normalerweise angegeben wird.

dpi

Dots per Inch, Druckpunkte pro Zoll.

CUPS

Das „Common Unix Printing System“ [3] dient mittlerweile den meisten Linux-Distributionen als Standarddrucksystem. Es hat gegenüber dem bisher verwendeten LPD („Line Printer Daemon“) viele Vorteile beim Einsatz moderner Drucker und beim Druck in Netzwerken. Insbesondere lässt es sich einfacher konfigurieren und gibt dem Benutzer Zugriff auf die gesamte Funktionalität des Druckers bzw. des Druckertreibers.

EXIF

Das „Exchangeable Image File Format“ dient als Standardformat zum Ablegen von Bildinformationen in digitalen Bildern. Digitalkameras speichern Hersteller, Kameramodell, Aufnahmedatum und -uhrzeit, Brennweite, Belichtungszeit, Blende, Blitzeinstellung usw. auf diese Art und Weise in jedem Foto.

PPD-Datei

Das „PostScript Printer Description“-Dateiformat stammt von Adobe und dient dazu, dem Druckertreiber (ursprünglich den generischen PostScript-Treibern von Windows und Mac OS) druckerspezifische Information an die Hand zu geben. Darunter fallen grundlegende Eigenschaften wie Farbe/Schwarz-Weiß, maximale Auflösung, Vorhandensein einer Festplatte im Drucker oder PostScript-Version genauso wie druckerspezifische, vom Benutzer einstellbare Optionen, etwa mögliche Papiergrößen, Auflösungen, Druckqualitäten, Tonersparmodus und die PostScript-Kommandos, die das alles einstellen. Jedem PostScript-Drucker liegen entsprechende PPD-Dateien auf der Treiber-CD bei. Da Linux- und Unix-Applikationen zu druckende Daten in der Regel im PostScript-Format ausgeben, muss das Drucksystem alle Drucker als PostScript-Drucker darstellen, auch wenn sie kein PostScript verstehen. Dann kommt GhostScript als Software-PostScript-Interpreter zum Zuge. Damit können PPD-Dateien für alle Drucker, auch Nicht-PostScript-Drucker eingesetzt werden. PPD-Dateien für Nicht-PostScript-Drucker und alle Drucksysteme sowie GhostScript-Treiber stehen auf linuxprinting.org [9] zur Verfügung, PPDs für CUPS-spezifische Druckertreiber liegen den Treibern, zum Beispiel GIMP-Print [10], bei.

Der Autor

Till Kamppeter leitet das http://linuxprinting.org-Projekt und arbeitet als Entwickler für’s Drucken und Digital Imaging bei MandrakeSoft in Paris. Er ist auch auf vielen Open-Source-Events anzutreffen, wo er seine Arbeit in Vorträgen und mit Ausstellungsständen präsentiert.

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