Aus LinuxUser 11/2003

Drucken digitaler Fotos

Digitale Dunkelkammer

Moderne Desktop-Tintendrucker taugen durchaus zum Ausdrucken digitaler Fotos – wenn man den einen oder anderen Punkt beachtet.

Ausdrucken und fertig – was sich so einfach anhört, kostet bei digitalen Fotos schnell mehr als ein Abzug vom guten alten Film. Gute Planung und das „Gewusst wie“ zahlen sich somit schnell in barer Münze aus.

Von Auflösung und Bildgröße

Wenn Sie vorhaben, digitale Fotos zu drucken oder von einem Fotolabor ausbelichten zu lassen, brauchen Sie möglichst viel Bildinformationen, also eine hinreichend große Auflösung. Achten Sie daher schon beim Kauf einer Digitalkamera auf die Maximalauflösung des Kamerasensors, und fotografieren Sie – eine hinreichend geräumige Speicherkarte vorausgesetzt – immer in der höchsten Auflösung und Qualität. Verkleinern kann man nachher immer noch, vergrößern geht nie ohne Qualitätsverlust.

Die erforderliche Bildauflösung hängt nicht nur von der gewünschten Bildgröße ab, sondern auch vom Betrachtungsabstand. So muss bei im normalen Leseabstand betrachteten Fotos die Auflösung viel höher sein als zum Beispiel auf Plakatwänden, die man aus mehreren Metern Entfernung sieht.

Das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges liegt im Idealfall bei ca. einer Winkelminute. Daraus lässt sich herleiten, dass man bei normalem Leseabstand unter Idealbedingungen nicht mehr als 10 Punkte pro Millimeter auflösen kann und somit eine Bildauflösung von 150–300 ppi bei gedruckten Fotos völlig ausreicht. Für ein Poster, das an der Wand hängt und aus einem Meter Entfernung betrachtet wird, langt etwa ein Drittel bis Viertel der Auflösung, 50–75 ppi. Fotos auf Werbeplakaten haben sogar nur ein Raster in der Größenordnung von ein bis zwei Millimetern, also eine Auflösung von 10–25 ppi; der typische Betrachtungsabstand liegt hier nämlich bei fünf Metern und mehr.

Dafür reichen die drei bis vier Megapixel Auflösung der heutigen Digitalkameras vollkommen aus. Größere Sensorauflösungen ermöglichen es, Teilbereiche eines Bilds auszuschneiden. Allerdings weisen sehr kompakte Fünf-Megapixel-Kameras mit sehr hoher Auflösung (z. B. die Minolta Dimage F300) ein erhöhtes Bildrauschen auf.

Tabelle 1 zeigt, welcher Betrachtungsabstand und welche Bildauflösung welche maximale Größe für den Ausdruck ermöglichen. Für perfekte Fotoausdrucke im Standard-Fotoformat 10×15 braucht man demnach eine Drei-Megapixel-Kamera, brauchbare Ergebnisse in diesem Format erreichen aber schon die 1,3-Megapixel-Kameras. Heute im Consumer-Bereich übliche Geräte mit drei bis vier Megapixeln erlauben schon ordentliche Posterdrucke. Wer aber hochwertige Bildbände digital produzieren möchte (eine Doppelseite entspricht A3), sollte schon in einen 14-Megapixel-Boliden investieren.

Tabelle 1: Maximale Bildgröße für gegebene Bildauflösungen und Betrachtungsabstände

Bildauflösung Betrachtungsabstand
MPixel Pixel Leseabstand (300 ppi) Leseabstand (150 ppi) 1 m (75 ppi) 2 m (40 ppi)
  640×480 (VGA) 5,4 cm x 4.1 cm 10,8 cm x 8.2 cm 21,6 cm x 16,4 cm 40,6 cm x 30,5 cm
  1024×768 8,7 cm x 6,5 cm 17,4 cm x 13,0 cm 34,8 cm x 26 cm 65,0 cm x 48,8 cm
1,3 1280×960 10,1 cm x 8,1 cm 20,2 cm x 16,2 cm (fast A5) 40,4 cm x 32,2 cm (fast A3) 81,3 cm x 61,0 cm
2 1600×1200 13,5 cm x 10,2 cm (> 9×13) 27,0 cm x 20,4 cm (fast A4) 54,0 cm x 40,8 cm (fast A2) 101,6 cm x 76,2 cm
3 2048×1536 17,3 cm x 13,0 cm (fast 13×18) 34,6 cm x 26,0 cm (> A4) 69,2 cm x 52,0 cm (> A2) 130,0 cm x 97,5 cm
4 2272×1704 19,2 cm x 14,4 cm (fast A5) 38,4 cm x 28,8 cm (fast A3) 76,8 cm x 57,6 cm (fast A1) 144,2 cm x 108,2 cm
5 2592×1944 21,9 cm x 16,5 cm (> A5) 43,8 cm x 33,0 cm (> A3) 87,6 cm x 66,0 cm (> A1) 164,6 cm x 123,4 cm
6 3000×2000 25,4 cm x 16,9 cm 50,8 cm x 33,8 cm 101,6 cm x 67,6 cm 190,5 cm x 127,0 cm
8 3264×2448 27,6 cm x 20,7 cm (fast A4) 55,2 cm x 41,4 cm (fast A2) 110,4 cm x 82,8 cm (fast A0) 207,3 cm x 155,4 cm
14 4536×3024 38,4 cm x 25,6 cm (fast A3) 76,8 cm x 51.2 cm (fast A1) 153,6 cm x 102,4 cm 288,0 cm x 192,0 cm

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, warum Druckerhersteller Druckermodelle mit 4800×1200 dpi (HP) oder gar 5760×720 dpi (Epson) anbieten. Das liegt daran, dass Tintendrucker mit drei bis acht verschiedenfarbigen Tinten und ein bis drei verschiedenen Tröpfchengrößen arbeiten und somit nur eine sehr begrenzte Anzahl von Farben darstellen. In Fotos kommen jedoch bis zu 16,7 Millionen verschiedene Farbtöne vor.

Um diese zu drucken, setzt der Drucker an die Stelle eines Bildpunkts eine mehr oder minder große Anzahl Tintentröpfchen. Das nennt man Dithering und die für einen Punkt des Fotos nötige Tröpfchen-Anordnung Dither-Matrix.

Der Trick besteht jetzt darin, nicht an allen Einzelpunkten der Dither-Matrix die gleiche Farbe zu drucken, sondern verschiedene, so dass sich im Mittel der gewünschte Farbton ergibt. Für ein Hellgelb landet so nur auf jedem zweiten Punkt der Dither-Matrix ein gelbes Tröpfchen. Da das menschliche Auge beim normalen Lesen in der Regel nicht mehr als 300 dpi auflöst, sieht es den durchschnittlichen Farbwert der Dither-Matrix und nicht die einzelnen Punkte.

Thermosublimationsdrucker verdampfen im festen Zustand vorliegende Farbe kurzzeitig, so dass sie die Farbmenge genau nach Bedarf dosieren und die Grundfarben auf einem einzigen Bildpunkt beliebig mischen können. Daher reicht für sie eine Auflösung von 300 dpi völlig aus, und komplizierte Dither-Algorithmen sind überflüssig. Das Gleiche gilt für digitale Ausbelichtungsgeräte in Fotolabors.

Beschneiden

Haben Sie schon einmal versucht, Fotos so zu drucken, dass sie ein Blatt Fotopapier im 10×15- oder A4-Format komplett ausfüllen? Leider ist dass nicht so einfach, weil die meisten Digitalkameras Bilder im 4:3-Seitenverhältnis produzieren.

Unglücklicherweise lässt sich das Bild im GIMP-Druckdialog mit dem Zoom-Regler nicht über den Blattrand hinaus vergrößern. Dann ginge im Ausdruck einfach etwas vom Rand des Bildes verloren. GIMP berechnet die maximale Größe (100 Prozent) hingegen so, dass dies nicht passiert.

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