Aus LinuxUser 11/2002

Jo´s alternativer Desktop: xmtoolbar (Seite 2)

Neben dem rechten Fleck können Sie statt der beim Abspeichern angelegten Konfigurationsdatei ~/.toolbar auch ein File mit alternativen Optionen beim Start angeben: So zaubert

xmtoolbar -c ~/.toolbar2

eine weitere, entsprechend den Angaben in ~/.toolbar2 belegte xmtoolbar-Instanz auf Ihren Desktop.

Als Toolbar funktioniert xmtoolbar etwas anders als übliche Startleisten: Zu Ihrem Default-Icon können Sie Unterordner (Group) und Anwendungen (Button) hinzufügen. Klicken Sie auf das Ausgangsicon, so klappt der ganze Zweig auf oder zu. In einer Group lassen sich keine weiteren Gruppen anlegen, sondern nur noch Buttons hinzufügen. Die Buttons einer Group klappen genau in die entgegengesetzte Richtung auf wie das Hauptmenü Ihres Default-Buttons. Welche das nun ist, hängt von Ihrer Konfiguration ab; voreingestellt ist, dass sich das Hauptmenü gen Süden und die darin angelegten Groupbuttons nach Osten orientieren; Abbildung 2 zeigt allerdings die invertierte Variante.

Schaltzentrale

Konfiguriert wird ein Button oder eine Group, indem Sie das zugehörige Icon mit der rechten Maustaste traktieren. Handelt es sich um eine Gruppe, so können Sie ihr im Kontextmenü ein anderes Icon zuordnen, einen Button hinzufügen, eine Kurzbeschreibung zukommen lassen (Popup-Hilfe) oder aber die ganze Group löschen.

Ähnliches gilt für Buttons: Deren Kontextmenü erlaubt es, eine passende Pixmap zuzuweisen, eine zu startende Anwendung zu wählen, dieser in einem separaten Eingabefeld Aufruf-Parameter vorzugeben, eine Button-Beschreibung zu texten oder aber den Knopf wieder zu eliminieren. Nur eines können Sie nicht: Ihre Buttons und Groups umsortieren.

Nun ist es aber keineswegs so, dass mit den offensichtlichen Einstellungen die Konfiguration abgehandelt wäre. Da es sich bei Motif um ein klassisches GUI-Toolkit handelt, richtet es sich selbstverständlich nach den von Ihnen definierten XRessourcen (siehe [3]). Um z. B. die Standardfarben zu ändern, tragen Sie in die Datei .Xdefaults in Ihrem Home-Verzeichnis folgendes ein:

xmtoolbar@L: *background: #8090aa
xmtoolbar@L: *foreground: #ffffee

Steht Ihnen der Sinn eher nach einer Hintergrundgrafik als nach einer Farbe (Abbildung 5), so hilft die Zeile

xmtoolbar@L: *backgroundPixmap: grafik.xpm
Abbildung 5: Das Kontextmenü mit einer Pixmap unterlegt
Abbildung 5: Das Kontextmenü mit einer Pixmap unterlegt

Doch Vorsicht: große Grafiken verlangsamen xmtoolbar stark. Ressourcenschonender lässt sich zum Beispiel die Rahmenbreite der 3D-Effekte anpassen oder der Abstand zwischen den darzustellenden Elementen und den Rahmen beeinflussen:

xmtoolbar@L: *ShadowThickness: 2
xmtoolbar@L: *MarginWidth:     1
xmtoolbar@L: *MarginHeight:    1

Sollte Ihnen die Schrift nicht passen, so ist auch dies kein Problem:

xmtoolbar@L: *fontList: -@L: *-lucida-medium-r-@L: *-@L: *-@L: *-90-@L: *-@L: *-p-@L: *-iso8859-1

Wirkung zeigen solche Eintragungen jedoch erst nach einem

xrdb -merge .Xdefaults

sowie einem Neustart Ihrer xmtoolbar.

Glossar

GUI-Toolkit

Eine Sammlung vorgefertigter Klassen für die Erstellung grafischer Benutzeroberflächen („Graphical User Interfaces“), die einem Programmierer z. B. fertige Scrollbars, Buttons und Menüstrukturen zur Verfügung stellen, so dass dieser solche Elemente nicht jedes Mal erneut erstellen muss.

Infos

[1] Jo Moskalewski: „Das Allerletzte“, LinuxUser 10/2002, S. 54 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/10/054-desktopia/

[2] Jo Moskalewski: „Gimps kleiner Bruder“, LinuxUser 09/2002, S. 56 f.

[3] Jo Moskalewski: „Xresources“, LinuxUser 05/2001, S. 70 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/05/070-desktopia/desktopia-2001-05.html

LinuxUser 11/2002 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS
Deutschland

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: