Aus LinuxUser 09/2002

Jo´s alternativer Desktop: Babygimp (Seite 2)

Dabei bleibt Babygimp stets ausgesprochen übersichtlich: Die Einstellungen zum jeweiligen Menüpunkt klappen erst auf, wenn er gewählt wird. So z. B. in Abbildung 3, in der das Menü zum Zeichnen von Linien aufgeklappt und angewandt wird. Die Einstellung Multiples of 45° sorgt hierbei dafür, dass künftige Linien entweder Diagonalen, Senkrechten oder Waagerechten sind. Lästiges Pixelzählen gehört somit der Vergangenheit an.

Sollten Sie doch einmal zu tief in den Farbtopf gesehen haben, so hilft Ihnen Babygimp stets mit einem (konfigurierbaren) Undo wieder zurück auf die Beine, zu finden in der oberen Menüleiste. Ist nichts mehr zu retten, startet Clear einen neuen Versuch.

Abbildung 3: Standardelemente liegen links
Abbildung 3: Standardelemente liegen links

Zum Einfärben wählen Sie die gesuchte Farbe mittels der untersten Farb-Buttons grob vor und feinjustieren sie mit den darüber liegenden Schiebereglern. Wissen Sie den aus Web-Seiten bekannten sechsstelligen Hexadezimalcode Ihrer Farbe, so können Sie diesen direkt eingeben und mit [Return] abschließen.

Doch auch die Farb-Buttons am unteren Rand lassen sich Ihren Bedürfnissen anpassen. Klicken Sie hierzu den zu ändernden Knopf mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie Replace color im Kontextmenü (Abbildung 4). Somit tritt die aktuell angewählte Farbe an die Stelle der alten.

Abbildung 4: Rechts geklickt
Abbildung 4: Rechts geklickt

Maltechniken

Reicht Ihnen das Übermalen einzelner Pixel nicht mehr, werden die sogenannten drawing modes interessant, zu finden in der oberen linken Ecke, in der der Modus Normal vorgewählt ist.

Interessant ist z. B. der Modus Erase, mit dem Sie – ungeachtet der gewählten Farbe – Farbgefülltes durchsichtig gestalten. Wie dies bei unterschiedlichen Hintergrundfarben auf dem Desktop später einmal aussieht, erfahren Sie, wenn Sie ein wenig mit den Preview backgrounds experimentieren.

Die Option Background überdeckt ihrerseits kein bereits bestehendes Pixel, sondern nur bislang noch nicht gefüllte Flächen. Foreground hingegen füllt lediglich schon bemalte Flächen mit der neuen Farbe, lässt Transparentes aber weiterhin transparent.

Möchten Sie bereits Gemaltes verfärben, so mischen Sie die Farben mit den drei Einstellungen Color, Value und Saturation ein wenig auf. Der Schieberegler Opacity kann Farben verändern: Steht er nicht auf 100%, führen Sie Ihre künftigen Malaktionen durchscheinend aus.

Plugged

Wer noch immer nicht genug hat, installiert ImageMagick sowie das netpbm-Paket hinzu und verwendet deren Funktionen als Plugins. Beispiele hierzu enthält das Babygimp-Archiv: Kopieren Sie diese einfach nach /home/username/.babygimp/plugins/, und schon stehen sie zur Verfügung. Wie Sie eigene erstellen, erfahren Sie unter /usr/local/share/doc/babygimp/plugins.html.

Bei eingehenderer Betrachtung bietet Babygimp einiges mehr als andere Programme seiner Klasse. Für kleinere Grafiken lässt man so gerne mal den großen Bruder beiseite, auch wenn es sich nicht um ein Icon handelt.

Glossar

Perl-Skript

Perl ist eine leistungsstarke Programmiersprache, deren les- und editierbarer Code nicht erst von einem Compiler in Maschinensprache (Binärcode) übersetzt werden muss, sondern von einem Interpreter direkt ausgeführt wird. Eine solche von einem Interpreter (/usr/bin/perl) ausführbare Datei nennt sich Skript. Gängige Interpreter sind die Bash, Wish (von Tcl/Tk), Perl und Python.

Toolkit

Eine Sammlung vorgefertigter Klassen, die einem Programmierer z. B. fertige Scrollbars, Buttons und Menüstrukturen zur Verfügung stellen, so dass dieser solche Elemente nicht jedes Mal erneut erstellen muss.

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