Aus LinuxUser 07/2002

Der programmierbare Dateimanager (Seite 2)

export HISTIGNORE=*PROMPT*

…eliminiert den PROMPT-Eintrag aus der Datei ~/.bash_history.

Doch zurück zur Menüleiste. Nachdem Sie in der Bestätigungsmaske Ihre Änderungen mit OK festgelegt haben, gehen Sie erneut auf den Auswahlpunkt Optionen, wählen diesmal jedoch den Menüpunkt Konfiguration. Hier sehen Sie die Grundeinstellungen, die zum größten Teil selbsterklärend sind und sich kaum von den Einstellungen anderer Dateimanager unterscheiden.

Auf eine Konfigurationseinstellung wollen wir trotzdem eingehen: Wenn Sie ein vorsichtiger Mensch sind, dann werden die Voreinstellung Sicheres Löschen mit einem Kreuz versehenen. Diese Option modifiziert die Lösch-Angaben, wenn Sie im Menüpunkt Nachfragen Aktionen gewählt haben. Die Voreinstellung in der bestätigung zum Löschen springt von Ja auf Nein und Verzeichnisse, die Dateien enthalten, lassen sich nicht mehr automatisch rekursiv löschen.

Im nächsten Schritt wenden wir uns dem Untermenü Layout zu. In dieser Maske beeinflussen Sie das Erscheinungsbild des Dateimanagers, bestimmen die Lage und Größe der Fenster und blenden die Menüleisten ein oder aus. Die Auswahl mit dem Namen Darstellungsbits regelt den Zeichensatz. In diesem Untermenü kreuzen Sie die Kästchen ISO 8859-1 und Komplette 8-Bit Eingabe an, damit Sie ohne Probleme die Umlaute nutzen können.

Zwei weitere Angaben des Menüs Optionen heißen Tasten lernen und Virtuelle FS. Im Eingabefenster Tasten lernen gleichen Sie die Tastaturbelegung ab. Wenn Sie in dieser Option vergebens nach den Funktionstasten [F13] bis [F20] auf Ihrem Keyboard suchen, dann können Sie diese mit der Tastenkombination [Shift]+[F1] bis [F8] simulieren.

Die Auswahl der Sektion Virtuelle FS merkt sich unter anderem Ihr Passwort für FTP-Server und den von Ihnen gewünschten FTP-Proxy. Abschließend speichern Sie Ihre Einstellungen, worauf Ihnen der Dateimanager mit Einstellungen in ~/.mc/ini gespeichert antwortet. In der Datei ~/.mc/ini steht ein großer Teil der Hauptkonfiguration des Midnight Commander, und der Datei-Browser wäre kein Unix-Tool, wenn wir diese Datei nicht von Hand editieren könnten, um für den Feinschliff der Einstellungen zu sorgen. Schauen wir uns die Konfigurationsdatei einmal aus der Nähe an.

Handarbeit

Erinnern Sie sich noch an Mcedit, den Editor des Dateimanagers, mit seiner weißen Schrift auf blauem Grund? Jetzt machen wir uns daran, diese Farbauswahl zu ändern. Laden Sie die Datei ~/.mc/ini in Ihren Lieblings-Editor und schauen Sie sich die Variablen der Konfiguration in aller Ruhe an. Wahrscheinlich entdecken Sie einige alte Bekannte aus Ihren Einstellungen in der Menüleiste Optionen, als da wären die Fenstergröße…

[Layout]
(..)
first_panel_size=50

…das sichere Löschen…

[Midnight-Commander]
(…)
safe_delete=1

…oder das FTP-Passwort…

[Misc]
ftpfs_password=user@linux.local

Allen Einträgen ist gemeinsam, dass Sie in Abschnitte gegliedert sind, deren Eröffnungszeile stets ein Trenner in eckigen Klammern markiert. Tragen Sie unter der Sektion [Misc], mit einer Leerzeile Abstand, den Trenner [Colors] ein und fügen Sie danach die Zeile base_color=editnormal=black,white ein.

Durch den Abschnitt, den Sie soeben in der Datei ~/.mc/ini notiert haben, zeigt Ihnen mcedit in Zukunft eine schwarze Schrift auf weißen Hintergrund. Das Grundmuster der Color-Sektion liefert ein detailliertes Bild:

(Schlüsselwort_1)=(Fg-Farbe),(Hg-Farbe):(Schlüsselwort_2)= …

Die Angabe base_color bezeichnet in unserem Falle die Voreinstellung der Farben und wird in der Manpage color map genannt. Das Schlüsselwort für die normale Farbdarstellung des Editors heißt editnormal, und Sie weisen ihm eine schwarze Farbe des Vordergrundes und einen weißen Hintergrund zu. Wie Sie an unserem Grundmuster sehen, können Sie weiteren Schlüsselworten verschiedene Farbwerte zuweisen, wenn Sie diese durch Doppelpunkte trennen. Die verschiedenen Kombinationen, die das Aussehen des Dateimanagers Ihren Wünschen anpassen, sind sehr ausführlich in der Manpage im Kapitel Color dokumentiert.

Abbildung 2: Der Editor mcedit zeigt seine Perl-Syntax
Abbildung 2: Der Editor mcedit zeigt seine Perl-Syntax

Gebundenes

Im Konqueror oder in xftree, dem Datei-Browser des Xfce Desktop Environment, bringt der Klick auf eine Grafikdatei ein Bild auf den Monitor. Ein Klick auf ein Soundfile spielt die Datei ab. Beim Midnight Commander hingegen herrscht oft Stille bis die Maus glüht, denn er wartet darauf, dass Sie die Datei ~/.mc/bindings für ihn erstellen und anpassen. Den Namen bindings trägt die diese Konfigurationsdatei zu recht, denn sie verrät dem mc, welche Programme er an bestimmte Dateiendungen binden soll.

Um diese Datei im Verzeichnis ~/.mc zu kreieren, wählen Sie in der oberen Menüleiste die Punkte Befehl/Suffixdaten bearbeiten oder kopieren die globale Konfiguration mc.ext aus dem Bibliothekenverzeichnis des Datei-Browsers nach ~/.mc/bindings. Auf den ersten Blick wirkt bindings erschreckend und undurchschaubarer als die Datei ~/.mc/ini, deshalb machen wir anhand zweier Beispiele die Konfiguration klar:

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