Aus LinuxUser 06/2002

K-splitter

Ob nun Thumbnails für KOffice, neue Maintainer für alte Programme oder die erste stabile Version eines weiteren Editors: Auch im Juni bleibt in der KDE-Welt nichts beim Alten.

Umgezogen

Wer beim ersten Einrichten von KDE 3.0 mit Erschrecken festgestellt hat, dass die Lieblingsdesktoptapete verschwunden ist, kann aufatmen. Die Wallpaper stehen auch weiterhin zur Verfügung, sie sind nur umgezogen. Aufgrund des zunehmenden Daten-Umfangs und der steigenden Menge an grafischen Elementen im kdebase-Paket haben sich die Entwickler entschlossen, den Hintergrundbildern mit dem Paket kdeartwork ein eigenes Zuhause zu geben. Ab sofort sind im Base-Paket nur noch drei Wallpaper und zehn Hintergrundkacheln enthalten, der Rest ist ins Artwork-Paket abgewandert.

Daumenkino

Wenn jemand an etwas einen Narren gefressen hat, haben manchmal auch andere etwas davon. In diesem Fall wir alle, denn Simon MacMullen war von der Fähigkeit des Konquerors und des KDE-Dateidialogs, Thumbnails der verschiedenen Dateitypen anzuzeigen, so begeistert, dass er damit auch KOffice ausstatten wollte. Nach einiger Coderei beweist Abbildung 1, dass er mit seinem Vorhaben Erfolg hatte und wir in der nächsten Version des KDE-Office-Pakets Word-Dateien oder Excel-Tabellen vor dem Öffnen bereits in Daumennagelgröße begutachten können.

Abbildung 1: Auch KOffice verfügt jetzt über ein Daumenkino
Abbildung 1: Auch KOffice verfügt jetzt über ein Daumenkino

Neuer Name, neuer Verwalter

In den vergangenen Monaten wurde Krayon, das Grafikprogramm des KOffice-Projekts (Abbildung 2) doch eher stiefmütterlich behandelt. Das hat sich jetzt geändert, denn seit Patrick Julien offiziell die Rolle des Krayon-Maintainers übernommen hat, schreitet die Weiterentwicklung zügig voran. So ganz nebenbei hat das Baby auch noch einen neuen Namen bekommen und tummelt sich nun als Krita in der Office-Familie.

Abbildung 2: Krayon heißt jetzt Krita
Abbildung 2: Krayon heißt jetzt Krita

Drucken lernen

Ganz schön lehrreich wird es ab sofort auf den Seiten des KDE-Print-Projekts. Unter http://printing.kde.org/developer/tutorial/ haben die Entwickler des KDE-Print-Moduls ein Tutorial zum Umgang mit den Print-Komponenten veröffentlicht. Es richtet sich an alle KDE-Coder, die KDEPrint in ihren Anwendungen verwenden wollen, und beschäftigt sich sowohl mit den Basis-Funktionen als auch den komplizierteren Features wie beispielsweise dem Anpassen des Print-Dialogs (Abbildung 3) oder des automatischen Vorschau-Mechanismus. Um die ganze Sache ein wenig plastischer zu machen, ist das Tutorial üppig mit Screenshots und Code-Schnipseln garniert.

Abbildung 3: Lernen Sie mehr über KDEs "Print Dialog Customization"!
Abbildung 3: Lernen Sie mehr über KDEs „Print Dialog Customization“!

Noch ein Editor

Wer sich partout nicht mit dem KDE-Standard-Editor Kate anfreunden kann, den wir Ihnen in dieser Ausgabe der Korner-Rubrik vorstellen, wird vielleicht mit KVim glücklich. Dessen erste stabile Version haben die Entwickler Thomas Capricelli, Philippe Fremy und Mickael Marchand vor Kurzem vorgestellt. Nach Aussagen der drei soll KVim Sie mit der „Stärke von Vim zusammen mit der Freundlichkeit von KDE“ versorgen.

Sollten Sie mit diesem Spruch nicht allzu viel anfangen können: Vim steht für „Vi improved“. Dahinter verbirgt sich die bei vielen Linux-Distributionen voreingestellte Inkarnation des Standard-Unix-Editors vi. Wie der Name bereits andeutet, erweitert Vim den traditionellen vi um einige Features, und KVim packt das Ganze in ein nettes KDE-Interface.

Daneben sorgt eine Vimpart-Komponente dafür, dass KVim in den Konqueror eingebettet werden kann (Abbildung 4). An der Unterstützung für KDevelop, KMail und Kate wird derzeit noch gearbeitet. Und weil das alles so schön ist, sieht es derzeit ganz danach aus, dass KVim künftig in die Vim-Source-Distribution integriert wird. Die aktuelle Version des Programms können Sie sich jederzeit auf der Homepage des Projekts unter http://freehackers.org/kvim/download.html herunterladen.

Abbildung 4: Ein gutes Team – KVim und der Konqueror
Abbildung 4: Ein gutes Team – KVim und der Konqueror

Kaffeekränzchen

Welcher Entwickler ist der Beste? Welcher der Hübscheste? Wer davon schon vergeben? Machen animierte Icons KDE langsamer oder einfach nur schöner? Wie soll das neue Maskottchen heißen? Weshalb sind die Coder von GNOME so hübsch, frech oder blöd? All diese Fragen können Sie künftig beim virtuellen Kaffeekränzchen besprechen, denn seit ein paar Wochen hat das KDE-cafe seine Türen geöffnet.

KDE-cafe versteht sich selbst als die virtuelle Chill-Out-Zone des KDE-Projekts: Eine Mischung aus Slashdot und dem IRC, der Stammkneipe und der Meinungsseite. Hier können Sie einfach über alles klönen, was Sie bewegt. Einzige Bedingung: Bleiben Sie nett und freundlich. Wer mitquatschen oder besser gesagt mitmailen will – einfach eine Mail an die Adresse kde-cafe-request@kde.org mit dem Subject join, und dem Austausch über die letzten Hacker-Ferien steht nichts mehr im Wege.

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