Aus LinuxUser 09/2001

XMMS-Plugins

Keinesfalls unplugged

Zwar versteht sich der XMMS vortrefflich mit Skins des WinAmp, seines Bruders aus der Windows-Welt, bei den Plugins gehen die zwei jedoch getrennte Wege. Macht aber nichts, denn für die meisten Ergänzungen des Windows-Players gibt es auch unter Linux die passende Erweiterung.

Was einstmals ein einfacher MP3-Player war, heißt heute nicht zu Unrecht X Multimedia System, kurz XMMS. Mit Hunderten Plugins lässt sich das ab Seite 31 vorgestellte Programm um neue Funktionalitäten erweitern. Im Folgenden stellen wir sowohl die im Download-Umfang enthaltenen als auch Third-Party-Plugins vor.

Krachmacher, von Haus aus dabei

Das CDAudio Player 1.2.5-Plugin, ein Audio-Input-Plugin, ermöglicht es beispielsweise, Audio-CDs abzuspielen. Geben Sie im Konfigurationsdialog (per Klick auf den Configure-Button im Reiter Audio I/O Plugins in den XMMS-Preferences zu erreichen) das Device an, an dem Ihr CD-ROM angeschlossen ist.

Fügen Sie danach in der Playlist die entsprechende Gerätedatei (meist /dev/cdrom) hinzu – fertig. Mit dem Tab CD Info können Sie XMMS dazu überreden, sich die Anzeige der Titel auf der CD automatisch über einen der freien CDDB-Server im Netz zu holen. Das setzt natürlich eine laufende Internet-Verbindung voraus.

Ein weiteres, standardmäßig mitgeliefertes Audio-Input-Plugin namens MPEG Layer 1/2/3 Player 1.2.5 kümmert sich um alles, was mit Ihren mp3-Dateien zu tun hat, und setzt auf dem Klassiker mpg123 auf. Wenn die abgespielten Dateien nur halb so schnell wie normal abgespielt werden, setzen Besitzer älterer Soundkarten die Resolution von 16 Bit auf 8 Bit herunter, dann sollten die Lieder wieder normal klingen.

Dieses Plugin ist auch dafür verantwortlich, dass Sie XMMS in Verbindung mit den Internetradios von Shoutcast benutzen können. Wer hierbei einen Proxy verwendet, kann den (inklusive Port, Usernamen und Passwort) im Tab Streaming einstellen.

Möchten Sie die Streams auf der Festplatte speichern, bitten Sie XMMS im gleichen Tab durch das Aktivieren des Feldes Save stream to disk darum.

Mit ein paar kleinen Änderungen erreichen Sie, dass Netscapexmms automatisch benutzt, wenn Sie unter http://www.shoutcast.com/ einen Radiokanal anwählen. Öffnen Sie bei Netscape 4.x den Menüpunkt Edit / Preferences / Navigator / Applications, und stellen Sie sicher, dass dem MIME-Type audio/x-scpls der Eintrag xmms %s als verantwortliche Applikation beigeordnet ist.

Umleitung für die Ausgabe

Unter den mitgelieferten Standard-Output-Plugins findet sich z. B. das Disk Writer Plugin. Damit lassen sich nicht nur mp3-Dateien, sondern alle Formate, für die es ein Input-Plugin gibt, ins wav-Format konvertieren, um sie anschließend beispielsweise auf eine Audio-CD zu brennen.

Das grundlegendste Standard-Plugin dürfte allerdings der OSS-Driver sein. Verfügt Ihr Rechner über mehrere Soundkarten, stellen Sie nach einem Klick auf den Configure-Button ein, welche davon XMMS benutzen soll. Auch die Größe des von XMMS verwendeten Datenpuffers beim Streaming ändern Sie an dieser Stelle.

Haben Sie den esd installiert, können Sie das ESD-Plugin benutzen. So dürfen andere Programme weiterhin Soundeffekte verwenden, während Sie im XMMS Musik hören.

Effekte und Bilderreigen

Das Klangverhalten der Soundausgabe beinflussen die Effect Plugins. Verpassen Sie den Songs doch ein Echo mit dem Echo Plugin 1.2.5, oder versorgen Sie den Sänger mit einem Maulkorb, um die Titel mit Hilfe des Voice removal Plugin 1.2.5 instrumental zu hören.

Steht Ihnen der Sinn nach visuellen Erlebnissen, lassen Sie sich vom OpenGL Plugin aus der Kategorie der Visualization plugins beeindrucken (Abbildung 1). Es reagiert auf die gleichen Tastaturkommandos wie das xmms-Hauptfenster.

Was die Tasten [z],[x],[c],[v] und [b] bewirken, verrät Tabelle 1. Zusätzlich können Sie die Pfeiltasten zum Verändern der x- und z-Achsen bzw. [q] und [w] zum Verändern der y-Achse benutzen. Die [Return]-Taste setzt die Werte zurück.

Im Konfigurationsmenü aktivieren Sie den sogenannten 3DFX fullscreen mode. Verfügen Sie über eine XFree-Installation, bei der DRI enabled ist, wird das Plugin in einem Fenster dargestellt, das die Maus gefangen hält. Dann gilt es, einmal die [Esc]-Taste zu betätigen, und der sogenannte Fullscreen-Mode verschwindet.

Abbildung 1: Farbenprächtig
Abbildung 1: Farbenprächtig
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