Aus LinuxUser 07/2001

Neues auf dem Software-Markt

Auf in den Sommer!

Datenbank Gaby 2.0

Sind Sie auf der Suche nach einer einfach handhabbaren Datenbank für zu Hause? Dann sollten Sie sich unbedingt mal Gaby anschauen. Im Gegensatz zu den meisten unter Linux erhältlichen Datenbank-Management-Systemen lässt sich Gaby relativ einfach installieren und dank eines hübschen GNOME-Benutzer-Interfaces auch komfortabel bedienen. Sie eignet sich daher besonders für Desktop-Anwender, die Adressen, Bücher oder andere Hobby-Artikel ohne größere Einarbeitungszeit unter Linux verwalten wollen. Version 2.0 bringt neben wichtigen Bugfixes eine ganze Reihe neuer Import- und Export-Filter (CVS, vCard, VideoBase,…) mit. Außerdem sorgen zahlreiche Plugins für zusätzliche Funktionalität, z. B. im Bereich Output (Latex, PDF,…). Sind Sie neugierig geworden? Die Quelltexte von Gaby 2.0 finden Sie auf unserer Heft-CD oder unter http://gaby.sourceforge.net/

nVidia-Treiber 1.0

Der bekannte Hersteller von hochwertigen 3D-Grafik-Chips nVidia hat sich nach längerer Entwicklungszeit vor kurzem dazu entschlossen, seine proprietären Linux-DRI-Module offiziell als stabil zu erklären. Besitzer einer 3D-Grafikkarte, auf der ein Grafik-Chip von nVidia seine Arbeit verrichtet, können sich die neuesten DRI-Module für ihre Linux-Distribution vom unten stehenden ftp-Server laden und damit ihrem XFree86-Server (Version 4.0 oder höher!) hardware-beschleunigte 3D-Unterstützung beibringen. Ein lästiger Nebeneffekt bringt die neuesten Treiber-Version von nVidia allerdings mit: vor und nach jeder X-Server-Session erscheint ein bildschirmgroßes nVidia-Werbelogo. Vielleicht genügt ja vorerst doch noch die letzte Beta… 😉 ftp://ftp1.detonator.nvidia.com/pub/drivers/english/XFree86_40/1.0-1251

Web-Browser Opera 5.0 final für Linux

Die Überraschung des Monats kam im Mai aus Norwegen. Angesichts des derzeitigen Mangels an guten Web-Browsern unter Linux ist es nämlich mal wieder eine erfreuliche Nachricht, dass die Osloer Firma Opera Software mit der Veröffentlichung von Opera 5.0 final deutlich macht, dass Linux als Desktop-Betriebssystem eine strategisch wichtige Rolle zukommt. Das war nicht immer so! Ob der Opera-Browser tatsächlich „der schnellste Browser der Welt“ ist, sei hier mal dahingestellt. Zu den funktionsreichsten und aktuellsten zählt er unter Linux aber allemal. Laut Pressemitteilung unterstützt Opera 5 für Linux folgende Technologien: 128-bit-Verschlüsselung, TLS 1.0, SSL 2 and 3, CSS1 und CSS2, XML, HTML 4.01, HTTP 1.1, ECMAScript, JavaScript 1.3, teilweise DOM und WAP/ WML. Die Unterstützung von Netscape-Plugins soll in einigen Wochen folgen. Erste Tests auf unseren Rechnern ergaben jedoch, dass es hier und da (insbesondere bei JavaScript-Seiten) immer noch hapert. Opera 5 für Linux kann kostenlos (mit Werbebannern!) heruntergeladen werden. Wen die ständigen Werbeeinblendungen am oberen Bildschirmrand stören, der kann sich Opera für eine Registrierungsgebühr von 39 US-Dollar (werbe-) frei schalten lassen. Opera 5 ist momentan unter Linux zumindest als Zweit-Browser neben Netscape 4.7 oder Mozilla eine klare Empfehlung! http://www.opera.com/linux/

Web-Browser Mozilla 0.9 / Galeon

Das Web-Browser-Projekt Mozilla dürfte in der Open-Source-Internet-Szene momentan einer der größten Hoffnungsträger sein. Der Open-Source-Abkömmling von Netscape macht mit jeder neuen Minor-Release deutliche Fortschritte. Nachdem die Entwickler sich in den ersten Beta-Releases vor allem auf die Darstellungsqualität, die Stabilität und die weitestgehende Kompatibilität zu gängigen Web-Standards konzentrierten, soll nun auch die Geschwindigkeit optimiert werden. Version 0.9 bringt denn auch Performance-Steigerungen im Browser-Cache (Web-Seiten) und in der Image Rendering Library (Bilder) mit. Darüber hinaus gab es auch Verbesserungen im Bereich SSL (sichere Web-Seiten) und bei der Proxy-Konfiguration. Schließlich wurde auch noch das MailNews-Frontend überarbeitet. Anhänger des GNOME-Desktops erhalten mit dem aktuellsten Mozilla-Aufsatz Galeon (0.10.6) noch einige zusätzliche Schmankerl: Fullscreen-Darstellung, bessere Integration von Download-Managern und Opera-ähnliche Register für den Zugriff auf Browser-Fenster. Sie finden sowohl Mozilla als auch Galeon auf unserer Heft-CD oder aber unter http://www.mozilla.orghttp://galeon.sourceforge.net

Gnutella-Client Limewire 1.4

Napster ist (fast) tot, es lebe Gnutella! Ganz so schlimm ist es um die zentrale Musik-Tauschbörse im Internet zwar noch nicht bestellt, aber die zahlreichen Gerichtsverfahren in den vergangenen Monaten gegen die Betreiber von Napster-verwandten Servern und die jüngste Übernahme des Original-Napster-Servers durch den Medienriesen Bertelsmann deuten darauf hin, dass die Zeiten bald vorbei sein könnten, in denen man sich als Musikliebhaber Unmengen von Mp3s auf illegale Weise kostenlos vom WWW ziehen konnte. Doch schon formiert sich im Internet eine neue Bewegung: Gnutella. Die Tauschpartner finden sich hierbei nicht mehr über einen zentralen (Napster-) Server, sondern über eine direkte Netzwerkverbindung (Peer-to-Peer). Limewire ist ein solcher Gnutella-Client. Er basiert auf Java und ist dadurch plattformübergreifend einsetzbar. Vor kurzem ist Version 1.4 erschienen. http://www.limewire.com/

MS-Outlook-Clone Insight

Heutzutage gehört das firmeninterne LAN schon zur Standardausstattung bei mittleren und größeren Unternehmen. Während Linux hier als zuverlässiger Intranet-Server durchaus hier und da zum Einsatz kommt, fristet das freie Betriebssystem als Intranet-Client bisher eher ein Schattendasein. Eines der größten Hemmnisse dürfte schon bald der Vergangenheit angehören. Die texanische Software-Schmiede Bynari bietet nämlich seit kurzem mit Insight ein Intranet-Messaging-Client an, der eine ähnliche Funktionalität wie MS Outlook oder Lotus Notes bietet und darüber hinaus laut Pressemitteilung mit einem evtl. bereits bestehenden MS Exchange-Server problemlos zusammenarbeiten soll. Mittels Insight können Firmen als damit beginnen, ihre bisherigen Windows-Clients Schritt für Schritt durch Linux-Clients zu ersetzen, ohne sofort den evtl. vorhandenen Exchange-Server austauschen zu müssen. Insight unterstützt dank Collaborative Data Objects (CDO) die gängigen Messaging-Protokolle wie IMAP, POP3, SMTP und iCAL. Die Download-Version des Insight-Clients ist für 59.95 US-Dollar (Trial-Version: 9.45 US-Dollar) erhältlich. Den optionalen Insight-Server gibt es ab 299 US-Dollar. Näheres finden Sie bei http://www.bynari.net/

WinPopup-Clone KSalup 1.0

Für den Austausch von Kurznachrichten im Intranet ist unter Windows das Programm WinPopup bekannt. KSalup ist eines der zahlreichen Linux-Clones von WinPopup, die im Falle von Linux-Intranet-Clients für das Kommunikationsvergnügen zwischen den LAN-Teilnehmern sorgen kann. Das KDE-Programm verwendet das Netbios-Protokoll über UDP und kann damit praktisch mit allen gängigen Popup-Programmen (Kurupop, Pipop, Salup, Windows NT) Nachrichten austauschen. Alternativ dazu kann man mittels Samba auch Nachrichten mit einem Computer austauschen, auf dem WinPopup läuft. KSalup befindet sich auf unserer Heft-CD oder unter http://ksalup.sourceforge.net/

Java-IDE JBuilder 5

Zum Schluss noch eine gute Nachricht für die Java-Fangemeinde: Seit Mitte Mai gibt es eine neue Version der bekannten integrierten Java-Entwicklungsumgebung von Borland für die Entwicklungsplattformen Linux, Windows und Solaris. JBuilder 5 eignet sich sowohl zur Erstellung von Standalone-Java-Anwendungen als auch zur Entwicklung hochwertiger Java-/XML-Server-Applikationen. Die neue Version arbeitet erstmals auch mit IBM WebSphere zusammen und bietet eine aktualisierte Unterstützung für BEA WebLogic 6 und den Borland App Server 4.5. Je nach Einsatzgebiet reicht das Preisspektrum von JBuilder 5 von 99 US-Dollar (Personal) über 999 US-Dollar (Professional) bis hin zu 2999 US-Dollar (Enterprise). Für Käufer der Vorgängerversion JBuilder 4 gibt es vergünstigte Upgrade-Möglichkeiten. Näheres zu JBuilder 5 finden Sie unter http://www.borland.com

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