Aus LinuxUser 05/2001

Neues auf dem Software-Markt

April-Zauber

Grafik-Suite Photogenics 5.0

Wer mit Gimp so seine Probleme hat, für den gibt es unter Linux eine ganze Reihe anderer professioneller Bildbearbeitungsprogramme. Eine der interessantesten Alternativen stellt das gtk+-basierte Photogenics der US-amerikanischen Firma Paul Nolan Software dar. Die für 99 US-Dollar erhältliche Grafik-Suite bietet einen überdurchschnittlichen Funktionsumfang zum Erstellen und Retuschieren von Bildern, jede Menge Special Effects und nicht zuletzt diverse Import- und Exportfilter für die wichtigsten Bildformate. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann sich kostenlos eine eingeschränkte Demo-Version von Photogenics samt Tutorial besorgen: http://www.paulnolan.com/downloadlinux.htmlhttp://photogenics.beyond.com

Treiber für HP-Tintenstrahldrucker

Eine erfreuliche Nachricht für alle Besitzer von Tintenstrahldruckern der Firma Hewlett-Packard: Der Druckerhersteller hat sich (endlich!) dazu entschlossen, in Zukunft möglichst rasch nach der Markteinführung hauseigener Tintenstrahldrucker auch Treiber für die Linux-Gemeinde bereitzustellen. Bislang musste man sich als Besitzer eines neuen HP-Modells meist mit älteren und damit funktionsärmeren Druckertreibern begnügen. HP hat bereits für eine Reihe aktueller Tintenstrahler ein Treiberpaket im Quelltext (zur Zeit unter BSD-Lizenz) veröffentlicht, das Sie entweder auf unserer Heft-CD oder aber unter folgender Projektseite finden können: http://hpinkjet.sourceforge.net/

GNOME-Datei-Manager Nautilus 1.0

Der von der GNOME-Desktop-Fan-Gemeinde sehnsüchtig erwartete Datei-Manager Nautilus der vielgesponsorten amerikanischen Firma Eazel hat vor kurzem offiziell das Licht der Welt erblickt. Die jüngst veröffentlichte Version 1.0, die zum Standard-Datei-Manager von GNOME 1.4 werden soll, wartet in der Tat mit einigen neuartigen Features auf, die man beim KDE-Erzrivalen Konqueror in dieser Form nicht findet. Mindestvoraussetzung für Nautilus ist GNOME 1.2. Am besten überzeugen Sie sich selbst von seinen Fähigkeiten! Die aktuellen Nautilus-Pakete befinden sich auf unserer Heft-CD, lassen sich aber alternativ auch herunterladen von http://www.eazel.com/download

Ext2FS Anywhere 2.0 für Windows NT/2000

Mit Ext2FS Anywhere stellen wir Ihnen an dieser Stelle ausnahmsweise mal ein Programm vor, das nicht für Linux, sondern für Windows NT/2000 geschrieben wurde. Linux ist aus vielfältigen Gründen häufig nicht das einzige Betriebssystem, das auf einem Rechner zum Einsatz kommt. Beim Parallelbetrieb kommt es darauf an, dass der Datenaustausch zwischen den parallel installierten Systemen möglichst reibungslos abläuft. Mit Ext2FS Anywhere von der Paragon Technologie GmbH erhalten Anwender, die neben Linux auch Windows NT/2000 einsetzen, erstmals uneingeschränkten Lese- und Schreibzugriff (letzteres nur in der Vollversion) auf ihr(e) Ext2-Linux-Partition(en). Die uneingeschränkte Vollversion ist für 29,95 US-Dollar (zuzüglich 16% MWSt) in einem der Online-Shops von Paragon erhältlich. Wer sich das Programm vor dem Kauf erst einmal anschauen möchte bzw. wem ein Lesezugriff ausreicht, der kann sich die 1,5 MB große Trial-Demo-Version herunterladen von http://www.partition-manager.com/n_ext2fs_main.htm

Internet-Filter Webwasher 3.0

Wem Werbebanner beim Surfen im WWW auf den Geist gehen, für den gibt es neuerdings einen komfortablen Internet-Filter. Webwasher heißt der als Proxy laufende Internet-Filter der deutschen Siemens-Tochter Webwasher.com AG. Das Programm läuft auf allen neueren Linux-Distributionen, die mindestens die glibc 2.1 verwenden, und besteht aus den drei Funktionsmodulen „Filtern von Inhalten“, „Schutz der Privatsphäre“ sowie „Zugriffskontrolle“. Der Internet-Filter lässt sich bequem über ein Web-Interface konfigurieren. Für Linux gibt es bislang nur eine kostenlose Version für den nichtkommerziellen Einsatz, die Interessenten unter der angegebenen Adresse herunterladen können. http://www.webwasher.com/de/products/wwash/download.htm

3D-Action-Spiel SiN erhältlich

Der auf der Quake-II-Engine basierende 3D-Action-Shooter SiN wurde im Auftrag von Activision durch die Firma Hyperion Entertainment auf Linux portiert und ist seit kurzem für 59,- DM im Online-Shop des deutschen Resellers Titan Computer erhältlich. Die Bremer Firma bietet darüber hinaus auch die Linux-Versionen der Spiele „Shogo: M.A.D.“ und „Jagged Alliance 2“ an. Weitere Linux-Spiele sollen folgen. Wer sich das Spiel vor dem Kauf erst einmal näher anschauen möchte, kann sich eine ca. 40 MB große Demo-Version von SiN herunterladen. http://www.hyperion-software.com/_linux/news_001123.htmlhttp://www.titan-computer.com/linux/

Update-Allerlei

Das KDE-Entwickler-Team scheint unermüdlich. Ende März wurde mit KDE 2.1.1 jedenfalls ein erstes Bugfix (siehe Heft-CD) veröffentlicht, das einen Großteil der Fehler und Unstimmigkeiten von KDE 2.1 beheben soll. Ähnlich verfährt man neuerdings auch beim Mozilla-Projekt: Entgegen dem ursprünglich angekündigten Zeitplan hat man sich vor kurzem dazu entschlossen, mit Mozilla 0.8.1 (Heft-CD) eine fehlerbereinigte Zwischenstufe zwischen Entwicklungsetappe 0.8 und 0.9 einzulegen. Fehlerbereinigung und Verbesserung der Stabilität stand denn auch vor dem nächsten größeren Wurf (Version 4.1.0) im Mai/Juni 2001 bei den XFree86-Entwicklern im Vordergrund, als sie Mitte März XFree86 4.0.3 freigaben. Für alle Besitzer von aktuellen 3D-Grafikkarten mit Chipsätzen von nVidia dürfte die Tatsache, dass der derzeitige Defacto-Monpolist im Grafikkartenbereich seine Linux-Beta-Treiber in letzter Zeit etwas zügiger aktualisiert, Hoffnung bedeuten: Mit Veröffentlichung des nVidia-Treibers „0.9-769“ hat man sich unter Linux gar für eine verfeinerte Versionsbezeichnungsstrategie entschieden. Für Multimedia-Fans und Entwickler dürfte schließlich auch die Veröffentlichung der Multimedia-Bibliothek SDL 1.2 (Simple DirectMedia Layer), die OpenGL erstmals als natives 3D-API unterstützt, äußerst interessant sein. http://www.kde.orghttp://www.mozilla.org/releaseshttp://www.xfree86.orghttp://www.nvidia.com/Products/Drivers.nsf/Linux.htmlhttp://www.libsdl.org/

Distributionen-Ecke

Auf dem Markt für Linux-Distributionen wird es wieder spannend. Red Hat 7.1 und red“Mandrake 8.0 befinden sich ja schon seit einigen Wochen in der Beta-Phase. Es ist anzunehmen, dass beide Distributionen recht schnell nach dem Erscheinen von GNOME 1.4 auf den Markt kommen werden. Während man bei Red Hat für Online-Updates über das Red Hat Network (up2date) in Zukunft als Benutzer zur Kasse gebeten wird, will MandrakeSoft mit „MandrakeFreq“ aktualitätsbewussten Anwendern noch schneller als bisher die Möglichkeit zum Download neuerer Mandrake-Zwischenversionen geben. Vor kurzem gab auch Caldera, ein weiterer international bedeutender Distributionen-Hersteller, bekannt, dass man nach über einjährigem Stillstand in Kürze eine neue Desktop-Variante anbieten wolle. Beta-Tester finden zwei herunterladbare iso-Dateien mit Quellen der neuen Workstation-Beta unter http://www.caldera.com/products/beta/ (Kurztest auf Seite 32). Für die deutsche Newcomer-Distribution icepack linux dürfte bei Erscheinen dieser Ausgabe ein erstes Update (Version 1.1) erhältlich sein, in dem laut Aussage der Hersteller ein Großteil der im letzten LinuxUser aufgefundenen Mängel behoben sein soll. Last not least bieten die Kanadier Libra Computer Systems seit kurzem ihre Debian-2.2-basierte Distribution Linux by Libranet in der Version 1.9.0 mit topaktuellen Basisdaten samt Reiserfs wahlweise zum Kauf im Online-Shop (20 US$ zuzügl. Versandkosten) oder aber alternativ zum Download (15 US$) an.

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