Aus EasyLinux 04/2017

Tipps und Tricks zu Ubuntu und Linux Mint

Ubuntu und Linux Mint

Ubuntu und Linux Mint basieren auf der Distribution Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Systemen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Mauszeiger unter Unity verändern

Sie haben einen großen Monitor und können den Mauszeiger auf dem Unity-Desktop nicht gut erkennen? Dann verdoppeln Sie doch einfach dessen Größe oder wählen Sie eine auffällige Farbe. In den Systemeinstellungen (zu erreichen über die linke Leiste und das Symbol mit dem Zahnrad) gibt es zwar die Möglichkeit, die Doppelklick- und Zeigergeschwindigkeit anzupassen, das Aussehen können Sie hier aber nicht verändern. Dazu installieren Sie stattdessen das Paket unity-tweak-tool und rufen das Werkzeug über das Dash (Taste [Windows] oder das Icon ganz oben in der Leiste) und Eingabe von tweak auf.

Wechseln Sie in die Abteilung Erscheinungsbild / Mauszeiger. Im folgenden Dialog sehen Sie eine Liste der verfügbaren Themes. Sie wählen einen der angebotenen Looks durch einen einfachen Mausklick aus und sehen sofort, was sich verändert hat. Aktivieren Sie die Checkbox Großen Mauszeiger benutzen am unteren Rand des Dialogs, um die Größe zu verdoppeln (Abbildung 1).

Abbildung 1: Doppelt so groß und in roter Farbe: So fällt der Mauszeiger auf dem Unity-Desktop garantiert auf. Sie verändern den Look über das Unity Tweak Tool.
Abbildung 1: Doppelt so groß und in roter Farbe: So fällt der Mauszeiger auf dem Unity-Desktop garantiert auf. Sie verändern den Look über das Unity Tweak Tool.

Tipp: Ubuntu: Ein neuer Desktop muss her

Je nachdem, welche Ubuntu-Variante Sie installiert haben, sehen Sie nach dem Anmelden eine andere grafische Arbeitsumgebung. Ubuntu setzt auf Unity mit einzelnen Gnome-Anwendungen, Ubuntu Gnome liefert eine aktuelle Version der Gnome-Shell aus, und Kubuntu bringt KDE Plasma auf den Desktop. Daneben gibt es noch Lubuntu (Desktop: LXDE), Xubuntu (Xfce) und Ubuntu MATE.

Wenn Sie eine andere als die vorinstallierte Umgebung ausprobieren möchten, ist das gar nicht weiter schwer: Sie müssen kein neues CD/DVD-Image herunterladen und das ganze System neu installieren. Es ist auch nicht nötig, zu recherchieren, welche Bestandteile zu dem jeweiligen Desktop gehören, und alles von Hand einzuspielen. Stattdessen installieren Sie über den Paketmanager einfach ein so genanntes Metapaket. Voraussetzung dafür sind eine ausreichend schnelle Internetverbindung und genügend Festplattenplatz.

Folgende Metapakete für die jeweiligen Arbeitsumgebungen gibt es, die auch für neue Einträge im Anmeldebildschirm sorgen:

  • ubuntu-desktop: die komplette Unity-Umgebung mit ihren Anwendungen (Ubuntu (Standard))
  • ubuntu-gnome-desktop: der Gnome-Desktop und seine Standardanwendungen (GNOME); zusätzlich gibt es die Varianten GNOME Classic (einen so genannten Fallback-Modus, der das Erscheinungsbild so anpasst, dass es dem Gnome-Shell-Vorgänger Gnome 2.x ähnelt) und GNOME unter Wayland (experimenteller X11-Ersatz)
  • kubuntu-desktop: KDE Plasma und die gängigen Applikationen (Plasma)
  • plasma-desktop: Minimalausgabe von KDE Plasma, welche den Desktop selbst und nicht alle Programme einspielt (Plasma)
  • xubuntu-desktop: der Xfce-Desktop, einmal als „reines“ Xfce (Menüeintrag Xfce-Sitzung) und einmal mit zusätzlichen Gnome-Anwendungen (Xubuntu-Sitzung)
  • lubuntu-desktop: der LXDE-Desktop mit seinen Programmen (LXDE und Lubuntu); zusätzlich nistet sich der Menüeintrag Openbox im Loginmanager ein, der nur den schlanken Fenstermanager ohne LXDE-Umgebung startet.
  • ubuntu-mate-desktop: der MATE-Desktop und seine Standardanwendungen

Die Metapakete finden Sie nicht über das Programm Ubuntu Software, das nur einen eingeschränkten Funktionsumfang bietet. Stattdessen können Sie diese über einen alternativen Paketmanager wie Synaptic oder auf der Kommandozeile mit

sudo apt install Paketname

einspielen. Dabei kann es passieren, dass Ihnen der Paketmanager einen alternativen Anmeldebildschirm vorschlägt. In einem Dialogfenster entscheiden Sie dann, ob Sie wechseln möchten – an der Funktionalität ändert sich in der Regel wenig, der Loginmanager sieht lediglich anders aus (Abbildung 2).

Abbildung 2: Je nachdem, welche Desktopumgebung Sie unter Ubuntu nachrüsten, kann sich auch das Aussehen des Anmeldebildschirms ändern.
Abbildung 2: Je nachdem, welche Desktopumgebung Sie unter Ubuntu nachrüsten, kann sich auch das Aussehen des Anmeldebildschirms ändern.

Tipp: Legen Sie einen neuen Benutzeraccount zum Testen einer neuen Desktopumgebung an, damit sich in Ihrem eigenen Home-Verzeichnis nicht etliche (versteckte) Einrichtungsdateien ansammeln. Diese kommen sich zwar für gewöhnlich nicht in die Quere, aber sicher ist sicher. Auf einem der Testrechner der Redaktion gibt es beispielsweise eigene Zugänge für Gnome, KDE Plasma, Xfce und LXDE (Abbildung 3).

Abbildung 3: Auf unserem Testrechner haben wir zahlreiche Accounts zum Testen der unterschiedlichen Desktopumgebungen eingerichtet. So bleibt alles hübsch getrennt, und die Konfigurationsdateien kommen sich nicht gegenseitig in die Quere.
Abbildung 3: Auf unserem Testrechner haben wir zahlreiche Accounts zum Testen der unterschiedlichen Desktopumgebungen eingerichtet. So bleibt alles hübsch getrennt, und die Konfigurationsdateien kommen sich nicht gegenseitig in die Quere.

Tipp: Ubuntu und Mint: Metapakete auflisten

Neben den Metapaketen, die der letzte Tipp erwähnt, haben die Entwickler zahlreiche andere Sammlungen erstellt. So gibt es beispielsweise ubuntu-restricted-extras und mint-meta-codecs, die gängige Multimedia-Codecs nachrüsten, sowie build-essential, das die wichtigsten Werkzeuge zum Kompilieren von Programmquellcode enthält. Auch der Kernel einer Distribution liegt meist als Metapaket vor – auf diese Weise stellen die Entwickler sicher, dass stets die neueste Version installiert ist, ohne dass Sie als Anwender die Aktualisierungen von Hand verfolgen müssen.

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