Aus EasyLinux 04/2017

LibreOffice-Tipps

Besser arbeiten mit LibreOffice

Die LibreOffice-Tipps stellen unter anderem Tricks für Deckblätter und Seitenzahlen vor. Außerdem zeigen wir, wie Sie Makros aufzeichnen und abspielen, in Draw einen Grundriss zeichnen und Objekte in Impress animieren.

Tipp: Writer: Deckblatt ohne Kopf- und Fußzeile

Ein Dokument hat ein Deckblatt, und auf diesem sollen die Kopf- und Fußzeilen, die im übrigen Schriftstück erscheinen, nicht zu sehen sein? Nichts leichter als das – über eine Formatvorlage verschwindet der Text.

    1. Klicken Sie dazu auf die erste Seite des Dokuments, also das Deckblatt. Blenden Sie mit [F11] die Formatvorlagen in der Seitenleiste ein.
    2. Klicken Sie auf Seitenvorlagen (viertes Symbol von links).
    3. Im Feld erscheinen nun die Formatvorlagen für Seiten, die Writer kennt (Abbildung 1). Mit einem Doppelklick auf den Eintrag Erste Seite weisen Sie die Vorlage der aktuellen Seite zu, und Kopf- und Fußzeile verschwinden.
Abbildung 1: Über die "Seitenvorlagen" (zu erreichen über den Dialog "Formatvorlagen") entfernen Sie Kopf- und Fußzeile vom Deckblatt eines Dokuments.
Abbildung 1: Über die „Seitenvorlagen“ (zu erreichen über den Dialog „Formatvorlagen“) entfernen Sie Kopf- und Fußzeile vom Deckblatt eines Dokuments.

Beachten Sie, dass sich dadurch nicht automatisch die Seitennummerierung ändert. Sollen die Seitenzahlen frühestens mit dem Inhaltsverzeichnis beginnen (was in der Regel sinnvoll ist), müssen Sie noch einmal Hand anlegen – der nächste Tipp zeigt, wie das geht.

Tipp: Writer: Nummerierung erst auf zweiter Seite

Hat ein Dokument ein Deckblatt und haben Sie die automatische Seitennummerierung aktiviert, zählt LibreOffice Writer in der Voreinstellung die Titelseite mit. Das führt dazu, dass ein Inhaltsverzeichnis beispielsweise die Seitennummer 2 trägt. Soll dieses mit der 1 anfangen, korrigieren Sie den Wert einfach:

    1. Klicken Sie auf das Deckblatt. Rufen Sie dann aus dem Menü Format / Titelseite auf.
    2. Übernehmen Sie die Einstellungen bei den Optionen Titelseiten erzeugen. Nur wenn es mehr als ein Deckblatt geben soll, erhöhen Sie den Wert im Feld Anzahl an Titelseiten.
    3. Im Abschnitt Seitennummerierung aktivieren Sie die Option Nummerierung nach Titelseite neu beginnen. Die Zahl sollte auf 1 stehen (Abbildung 2). Bestätigen Sie die Einstellungen mit einem Klick auf OK.
Abbildung 2: Über diesen Dialog stellen Sie ein, dass die Seitennummerierung erst nach dem Deckblatt beginnt.
Abbildung 2: Über diesen Dialog stellen Sie ein, dass die Seitennummerierung erst nach dem Deckblatt beginnt.

Wenn Sie ein Inhaltsverzeichnis ins Dokument eingefügt haben, aktualisieren Sie dieses jetzt. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Verzeichnis aktualisieren. Überprüfen Sie über Datei / Druckvorschau, ob alles stimmt. Alternativ blenden Sie über [Strg]+[F9] die Ansicht der Feldnamen ein, um die Seitenzahlen sichtbar zu machen.

Tipp: Writer: Buchstabendreher per Makro korrigieren

Wer schnell tippt, vertauscht oft zwei Buchstaben in einem Wort miteinander, und so wird aus „denken“ schon mal „denkne“, oder „nicht“ wird zu „nciht“. Die Autokorrektur von Writer kennt viele dieser gängigen Tippfehler und ersetzt sie durch die korrekten Schreibweisen (Extras / AutoKorrektur). Die Liste der Kürzel, die LibreOffice von Haus aus mitbringt, ist lang – aber nicht alle Anwender sind glücklich mit den automatischen Ersetzungen und deaktivieren daher die Funktion. Gehören Sie zu den Schnellschreibern, die häufig zwei Buchstaben vertauschen, dann zeichnen Sie einfach ein Makro auf, das zwei nebeneinander liegende Zeichen umstellt:

    1. Öffnen Sie die Programmeinstellungen über Extras / Optionen und klappen Sie die oberste Abteilung der linken Seitenleiste aus. Klicken Sie auf Erweitert und aktivieren Sie im rechten Bereich die Option Ermöglicht eine Makroaufzeichnung (eingeschränkt).
    2. Jetzt zeichnen Sie das Makro auf: Klicken Sie vor den ersten der beiden vertauschten Buchstaben. Starten Sie über Extras / Makros / Makro aufzeichnen die Aufnahme. Ein kleiner Dialog öffnet sich.
    3. Führen Sie nun alle Schritte zum Korrigieren durch: Markieren Sie den ersten vertauschten Buchstaben, drücken Sie [Strg]+[X] zum Ausschneiden, setzen Sie den Cursor ein Zeichen nach rechts, und drücken Sie [Strg]+[V] zum Einfügen.
    4. Klicken Sie im kleinen Dialog Makro aufzeichnen auf die Schaltfläche Aufzeichnung beenden. Ein Dialog erscheint, in dem Sie dem Makro einen Namen geben, z. B. Antidreher. Schließen Sie den Dialog über Speichern.

    1. Jetzt weisen Sie dem Makro eine Tastenkombination zu, damit Sie es jederzeit schnell aufrufen können. Öffnen Sie Extras / Anpassen und wechseln Sie zum Reiter Tastatur.
    2. Im Feld Bereich navigieren Sie zu Ihrem Makro. Im Normalfall finden Sie es weiter unten unter Libre Office Makros / User / Standard / Module1.
    3. Wählen Sie im Feld Funktion Ihr neues Makro, z. B. Antidreher, aus. Suchen Sie nun im oberen Fensterteil nach einer noch nicht vergebenen Tastenkombination, etwa [Strg]+[Umschalt]+[C] (Abbildung 3).
    4. Klicken Sie rechts oben auf Ändern, speichert LibreOffice den neuen Shortcut für das Makro. Bestätigen Sie mit OK.
Abbildung 3: Über diesen Dialog weisen Sie Ihrem neuen Makro eine Tastenkombination zu. LibreOffice zeigt unbelegte Shortcuts an.
Abbildung 3: Über diesen Dialog weisen Sie Ihrem neuen Makro eine Tastenkombination zu. LibreOffice zeigt unbelegte Shortcuts an.

Wenn Sie das nächste Mal einen Buchstabendreher in Ihrem Text finden, klicken Sie vor den ersten vertauschten Buchstaben und drücken die vorher gewählte Tastenkombination – sofort sortieren sich die beiden Buchstaben richtig.

Tipp: Draw: Einen Grundriss zeichnen

Wer den Grundriss eines Hauses oder Zimmers inklusive der Maßlinien (z. B. Länge der Zimmerseiten) zeichnen möchte, braucht nicht unbedingt ein professionelles Zeichenprogramm: Auch LibreOffice Draw eignet sich für diese Ausgabe. Nachdem Sie das Zeichenmodul gestartet haben (Datei / Neu / Zeichnung), stellen Sie zunächst den Maßstab ein. Er ist abhängig von der Größe des Papierformats. Möchten Sie den Grundriss auf DIN A4 drucken, brauchen Sie einen anderen Maßstab als bei einem DIN-A0-Plakatdrucker. In unserem Beispiel entscheiden wir uns für DIN A4: Öffnen Sie über Extras / Optionen die Programmeinstellungen und wählen Sie links unter LibreOffice Draw den Punkt Allgemein aus. Im Drop-down-Menü Zeichnungsmaßstab wählen Sie 1:100: Ein Meter entspricht dann einem Zentimeter.

Schalten Sie nun das Raster und die Fanglinien ein, um Objekte präziser platzieren und aneinander ausrichten zu können. Das Raster aktivieren Sie über das Icon Raster sichtbar in der Symbolleiste. Klicken Sie ebenfalls auf das Symbol daneben (Hilfslinien beim Verschieben). Falls Ihnen der Maßstab des Rasters zu grob ist, ändern Sie ihn in den Programmeinstellungen (Extras / Optionen / LibreOffice Draw / Raster) und reduzieren die Auflösung.

Noch ein letzter Vorbereitungsschritt ist nötig: Fügen Sie eine Ebene ein, damit Sie den Grundriss später vor Veränderungen schützen können und nicht aus Versehen verschieben, wenn Sie das Zimmer oder Haus „möblieren“. Wählen Sie dazu aus dem Menü Einfügen / Ebene und geben Sie ihr einen Namen, z. B. Grundriss. Bestätigen Sie alles über OK – die neue Ebene erscheint am unteren Bildschirmrand.

Wählen Sie aus den Zeichenwerkzeugen am linken Rand das Polygon (45°) aus der Abteilung Kurve. Zeichnen Sie damit die Grundfläche. In unserem Beispiel (Abbildung 4) handelt es sich um ein Zimmer. Klicken Sie aufs Blatt und ziehen Sie die erste Linie. Um die Richtung zu wechseln, klicken Sie erneut und ziehen die Maus dann in die andere Richtung. Zum Abschluss machen Sie einen Doppelklick. Wie lang eine Linie genau ist, sehen Sie am unteren Fensterrand (links): Neben Erzeuge Polylinie stehen einige Werte; die Zahl neben dem kleinen L verrät die Länge der gerade gezeichneten Linie.

Abbildung 4: Mit dem Zeichenwerkzeug "Polygon (45°)" haben wir die Grundfläche eines Zimmers gestaltet. Dank des Rasters gelingt das maßstabsgetreu.
Abbildung 4: Mit dem Zeichenwerkzeug „Polygon (45°)“ haben wir die Grundfläche eines Zimmers gestaltet. Dank des Rasters gelingt das maßstabsgetreu.
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