Aus EasyLinux 01/2017

Begriffe aus der Linux-Welt

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Wörterbuch

Für die Basics-Rubrik dieser Ausgabe haben wir ein Glossar erstellt, das wichtige Begriffe aus den Artikeln vergangener EasyLinux-Ausgaben versammelt.

A–C

ASCII: Der American Standard Code for Information Interchange definiert einen ursprünglichen Standardzeichensatz für die USA, auf dem auch heute noch alle Zeichenkodierungen basieren. Enthalten sind hier (neben verschiedenen Sonderzeichen) nur die lateinischen Buchstaben von A bis Z (in Groß- und Kleinschreibung), aber keine nationalen Sonderzeichen wie deutsche Umlaute oder französische Akzentbuchstaben.

Batch-Modus: Die automatische Abarbeitung mehrerer Vorgänge, auch Stapelverarbeitung genannt. Ziel ist es, viele Jobs nacheinander auszuführen, ohne von Hand eingreifen zu müssen. So heißen auch Shell-Skripte unter DOS/Windows „Batch“-Dateien (mit Endung .bat).

Bibliothek: Bibliotheken enthalten standardisierte Routinen (Programmteile), die von vielen Programmen benutzt werden können: So verwenden etwa die meisten KDE-Programme den gleichen Code zum Öffnen von Dateien – es wäre nun aber Unfug, diesen Code in jedes KDE-Programm fest einzubinden: Das würde dazu führen, dass der Code mehrfach im Hauptspeicher des Rechners liegt, wenn mehrere KDE-Programme ausgeführt werden. Stattdessen landet dieser Code in einer Bibliothek, die dann nur ein einziges Mal geladen wird und allen KDE-Programmen zur Verfügung steht. Die Bibliotheken (engl.: Libraries) liegen meistens in /usr/lib/, /usr/local/lib/ oder Unterverzeichnissen davon; einige wichtige Systembibliotheken liegen direkt in /lib.

Binary: Eine Binärdatei ist zunächst eine Datei, die nicht in einem lesbaren (Text-) Format vorliegt. Im Zusammenhang mit Programmen ist ein Binary ein Programm in Maschinensprache, im Gegensatz zu einem Shell-Skript oder einer anderen Skriptdatei, die von einem Interpreter ausgeführt wird.

Builtin: Ein Bash-Builtin ist ein in die Shell eingebautes Kommando. Solche Befehle kann die Shell selbständig bearbeiten, ohne dafür ein externes Programm zu starten. Beispiele dafür sind cd, exit, export und alias.

Chroot-Umgebung: Mit chroot (change root) machen Sie vorübergehend (und nur für die Shell-Sitzung, in der Sie das Kommando eingeben) einen anderen Ordner zum Wurzelverzeichnis (Root-Verzeichnis) des Systems. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie ein zweites Linux-System in ein Unterverzeichnis (z. B. /mnt) gemountet haben und mit diesem System so arbeiten wollen, als ob Sie es gebootet hätten. Die „weiter oben“ liegenden Ordner verschwinden, bis Sie die Chroot-Umgebung mit exit wieder verlassen.

Closed-Source-Treiber: AMD/ATI und Nvidia liefern eigene, nicht-freie Treiber aus, die etwa 90 Prozent mehr Leistung als die freien Treiber liefern.

CMYK: Für die Computer-interne Darstellung von Farben gibt es mit RGB und CMYK zwei Farbmodelle. CMYK ist ein so genanntes subtraktives Farbmodell, die Buchstaben stehen für die englischen Bezeichnungen Cyan, Magenta, Yellow (gelb) und Key (Schlüssel). Der Buchstabe K wird oft als Black (schwarz) interpretiert, weil im Mehrfarbdruck vier Farbplatten verwendet werden, von denen die letzte den Schwarzanteil vorgibt.

CSS: Das Content Scramble System verschlüsselt Video-DVDs. Obwohl es dank der Bibliothek libdvdcss möglich ist, die Verschlüsselung und damit den Kopierschutz zu umgehen, ist das in Deutschland verboten. Ohne libdvdcss können Sie mit HandBrake daher nur unverschlüsselte DVDs konvertieren.

CSV: Das Dateiformat Comma-separated values (durch Kommata getrennte Werte) nutzen viele Programme, um einfach strukturierte Daten auszutauschen. Die Dateien tragen in der Regel die Endung .csv. Dabei kann es sich um Tabellen oder Listen handeln. Ein Zeichen trennt die Datensätze (in der Regel der Zeilenumbruch), ein anderes die Felder (meistens das Komma). Leer- und Sonderzeichen stehen in doppelte Anführungszeichen eingeschlossen.

D–F

Debugger: Ein Werkzeug, das Entwickler einsetzen, um den Ablauf einer Anwendung zu untersuchen und damit Fehler (engl. Bugs) zu entdecken. Historisch geht der Begriff u. a. auf frühe Computersysteme zurück, bei denen Insekten (auch engl. Bugs) auf den Platinen für Abstürze sorgten; das Wort „Bug“ wurde aber auch vor der Computer-Entwicklung schon für technische Probleme verwendet.

DHCP: Das Dynamic Host Configuration Protocol legt fest, wie in einem Netzwerk automatisch IP-Adressen vergeben werden. Wenn Sie einen DHCP-Server betreiben, ist keine separate Netzwerkkonfiguration der einzelnen PCs nötig. DSL-Router wie die FritzBox enthalten einen DHCP-Server.

DRM: Digital Rights Management (DRM) soll sicherstellen, dass Anwender keine unberechtigten Kopien von Mediendateien erstellen oder ein Werk nur auf einer begrenzten Anzahl an Geräten verwenden dürfen. Das bedeutet praktisch immer, dass spezialisierte Abspielprogramme benötigt werden, welche die Einhaltung der „Regeln“ prüfen und erzwingen können – und das schließt häufig Linux-Anwender aus.

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