Aus EasyLinux 02/2016

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit Gimp

Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. In dieser Folge zeigen wir, wie Sie Bereiche schärfen oder einfärben und mit dem automatischen Weißabgleich die Temperatur korrigieren. Außerdem lernen Sie den Filter „Fotokopie“ kennen und erfahren, wie Sie die Bildmitte finden.

Tipp: Ausgewählte Bildbereiche schärfen

Sie möchten die Bildqualität verbessern und einzelne Bereiche eines Fotos nachschärfen, um die Bildqualität zu verbessern? Gimp liefert dazu den Filter Unscharf maskieren mit. Er enthält die drei Schieberegler Radius, Menge und Schwellwert, die den Kontrast und die Schärfe eines Bildes beeinflussen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie’s geht:

  1. Öffnen Sie das Bild, das Sie bearbeiten möchten, und erzeugen Sie über das Bildmenü Ebene / Ebene duplizieren eine Kopie.
  2. Blenden Sie das Duplikat über einen Klick auf das Auge im Dialog Ebenen aus.
  3. Klicken Sie jetzt ins Originalbild und rufen Sie über das Bildmenü Filter / Verbessern / Unscharf maskieren auf.
  4. Aktivieren Sie die Checkbox Vorschau, um Ihre Änderungen zu begutachten, bevor Sie diese anwenden.
  5. Ziehen Sie den Schieberegler Radius leicht nach rechts. Je höher die Auflösung des Bildes ist, desto größer können Sie den Radius wählen. Er ist für die Kanten zuständig – setzen Sie ihn zu groß an, kommt es an den Farbkanten zu pixeligen Artefakten.
  6. Ziehen Sie auch den Regler Menge ein bisschen nach rechts. Er beeinflusst die Stärke der Schärfung und erhöht damit den Kontrast. Vorsicht: Stellen Sie die Menge zu groß ein, erscheinen helle Farbsäume an den Kanten, was für eine Art Comiceffekt sorgt. Menge und Radius beeinflussen sich gegenseitig.
  7. Als Letztes stellen Sie einen Schwellwert ein. Er legt fest, wie hoch der Kontrast zweier benachbarter Pixel sein muss, um sie scharf zu zeichnen. Über OK wenden Sie den Filter an.

  8. Aktivieren Sie im Ebenenstapel die oberste Ebene mit einem Klick auf das Auge. Klicken Sie nun mit der rechten Maustaste auf die Ebene und entscheiden Sie sich im Kontextmenü für Ebenenmaske hinzufügen. Im folgenden Dialog wählen Sie Weiß (volle Deckkraft) aus und klicken auf Hinzufügen.
  9. Wählen Sie den Pinsel im Werkzeugkasten aus (Taste [P]) und suchen Sie eine Spitze mit weicher Kante aus, z. B. 2. Hardness 050. Mit schwarzer Vordergrundfarbe und einer passenden Pinselgröße malen Sie nun die Bildbereiche aus, die Sie nachschärfen möchten (Abbildung 1).

    Abbildung 1: In Kombination mit der Ebenenmaske eignet sich der Filter "Unscharf maskieren" gut dazu, Teilbereiche eines Fotos zu schärfen.
    Abbildung 1: In Kombination mit der Ebenenmaske eignet sich der Filter „Unscharf maskieren“ gut dazu, Teilbereiche eines Fotos zu schärfen.

Tipp: Standardfarben zurücksetzen und vertauschen

Im Werkzeugkasten stellen Sie über die beiden schwarzen und weißen Rechtecke die Vorder- und die Hintergrundfarbe ein. Ein Klick auf die entsprechende Fläche öffnet einen Dialog, um die Nuance richtig einzustellen. Über einen Klick auf den Pfeil neben den farbigen Rechtecken vertauschen Sie die beiden Farben. Schneller geht es mit [X]. Um die Standardfarben für den Vorder- und Hintergrund wieder auf Schwarz und Weiß zu setzen, zielen Sie entweder ganz genau auf die beiden verkleinerten Rechtecke links neben den Farben oder nehmen wieder eine Abkürzung per Tastatur: [D] bringt alles in den Ursprungszustand zurück. Beide Funktionen finden Sie auch im Bildmenü Werkzeuge.

Tipp: Automatischer Weißabgleich: Temperatur korrigieren

Einige Fotos haben einen Farbstich – das ist ein Fehler, der häufig wegen falscher Einstellungen der Farbtemperatur beim Fotografieren auftritt. Passt diese nicht zur Beleuchtungssituation, ist ein Blau- oder Graustich das Resultat. Der Grafikfuchs bietet glücklicherweise eine Funktion, um das zu korrigieren. Wählen Sie aus dem Bildmenü den Eintrag Farben / Automatisch / Weißabgleich. Gimp wendet den Effekt sofort an, und das Ergebnis sehen Sie in Abbildung 2.

Abbildung 2: Der automatische Weißabgleich passt die Farbtöne des Fotos nachträglich an (rechte Hälfte) und korrigiert so den Blaustich (linke Hälfte).
Abbildung 2: Der automatische Weißabgleich passt die Farbtöne des Fotos nachträglich an (rechte Hälfte) und korrigiert so den Blaustich (linke Hälfte).

Achten Sie darauf, dass sich das Bild im RGB-Modus befindet (Bild / Modus / RGB). Andernfalls versagt die Funktion ihren Dienst. Sie können den Effekt mehrfach anwenden. Über Bearbeiten / Rückgängig ([Strg]+[Z]) geht es schrittweise zurück, falls die Helligkeitsverschiebung zu stark ausfällt.

Tipp: Bestimmte Bildbereiche einfärben

Es gibt viele Möglichkeiten, einzelne Bereiche eines Bildes in Gimp einzufärben – eine schnelle Variante zeigt dieser Tipp. Öffnen Sie die Pinsel-Werkzeugeinstellungen über einen Doppelklick auf das Pinselsymbol. Im Drop-down-Menü Modus wählen Sie den Eintrag Farbe aus. Dann reduzieren Sie die Deckkraft auf etwa 80 % (Abbildung 3). Anschließend malen Sie mit einer Farbe Ihrer Wahl und einer geeigneten Pinselspitze den gewünschten Bereich an. Gimp verknüpft im Modus Farbe den Farbton und die Sättigung mit der Helligkeit der unteren Bildebene, übernimmt also die Schattierungen des Originals. Probieren Sie es einfach aus.

Abbildung 3: Der Modus "Farbe" für das Pinselwerkzeug eignet sich gut dazu, einen bestimmten Bildbereich schnell anders einzufärben. Passen Sie außerdem die Deckkraft an.
Abbildung 3: Der Modus „Farbe“ für das Pinselwerkzeug eignet sich gut dazu, einen bestimmten Bildbereich schnell anders einzufärben. Passen Sie außerdem die Deckkraft an.

Tipp: Textbereiche neu einfärben

Mit Drag & Drop färben Sie in Windeseile einen Text neu ein. Aktivieren Sie dazu zunächst das Textwerkzeug ([T]) und schreiben Sie einen Text ins Bild hinein. Ändern Sie nun über die beiden farbigen Rechtecke die Vordergrundfarbe. Ziehen Sie die Farbfläche dann mit gedrückter linker Maustaste auf die Textebene und lassen den Mauszeiger los, färbt Gimp den Text entsprechend ein.

Tipp: Schwarz-Weiß-Kunstwerke mit dem Filter „Fotokopie“

Mit wenigen Handgriffen simulieren Sie in Gimp schnell den Effekt, der beim Fotokopieren von Fotos entsteht. Um ein solches Schwarz-Weiß-Kunstwerk zu erzeugen, rufen Sie den Filter über das Bildmenü Filter / Künstlerisch / Fotokopie auf. Der folgende Dialog (Abbildung 4) enthält vier Schieberegler, mit denen Sie den Filter anpassen.

  • Über Maskenradius definieren Sie, wie stark der Filter wirkt.
  • Zusätzlich können Sie die Schärfe anpassen.

+ Der Schwarzanteil beeinflusst den Prozentsatz der abgedunkelten Pixel im Bild, und der Weißanteil den der aufgehellten Pixel.

Kontrollieren Sie die Einstellungen am besten über die Vorschaufunktion und setzen Sie dazu ein Häkchen in der gleichnamigen Checkbox. Sind Sie mit den Anpassungen zufrieden, wendet ein Klick auf OK den Filter an.

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