Aus EasyLinux 03/2015

Tipps und Tricks zu Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Ubuntu, Linux Mint und Knoppix basieren auf der Distribution Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Systemen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Menü zurück ins Fenster

Wirklich viele Neuerungen bringt Ubuntu 15.04 (Vivid Vervet) nicht auf den Unity-Desktop, der immer noch aus der 7er-Versionsreihe stammt (7.3.2). Bis Unity 8 kommt, müssen sich Anwender noch ein bisschen gedulden; die Entwickler planen die Einführung für Ubuntu 16.04. Bis dahin bringen neue Ubuntu-Ausgaben vor allem kleine kosmetische Reparaturen mit. Bereits seit Ubuntu 14.04 war es möglich, das globale Menü im oberen Panel abzuschalten. Die Entwickler führten die Locally Integrated Menus (LIM) ein, die das Menü zurück in die Titelleiste der Programmfenster holten. Vivid Vervet legt nach und fügt eine Funktion hinzu, die das Menü dauerhaft anzeigt und nicht nur bei Mauskontakt sichtbar macht.

Um das globale Menü loszuwerden und in die Titelleiste zurückzuholen, öffnen Sie die Systemeinstellungen, wechseln in die Abteilung Darstellung und dort auf den Reiter Verhalten. Setzen Sie ein Häkchen bei In der Titelleiste des Fensters (Abbildung 1, links). Wenn Sie jetzt mit dem Mauszeiger die Titelleiste eines Fensters berühren, erscheint das Menü. Um das Programmmenü dauerhaft einzublenden, benötigen Sie den DConf-Editor aus dem gleichnamigen Paket. Nach dem Start wechseln Sie in die Abteilung com / canonical / unity und setzen in der rechten Fensterhälfte ein Häkchen bei der Option always-show-menus (Abbildung 1, rechts).

Abbildung 1: Seit Ubuntu 14.04 können Sie das Menü über die Systemeinstellungen zurück in die Titelleiste holen (links); unter Ubuntu 15.04 machen Sie es über einen DConf-Schlüssel (rechts) dauerhaft sichtbar.
Abbildung 1: Seit Ubuntu 14.04 können Sie das Menü über die Systemeinstellungen zurück in die Titelleiste holen (links); unter Ubuntu 15.04 machen Sie es über einen DConf-Schlüssel (rechts) dauerhaft sichtbar.

Tipp: Ubuntu als VirtualBox-Gast

Wenn Sie Ubuntu in VirtualBox als Gast installieren, möchten Sie in der Regel die Gasterweiterungen für die virtuelle Maschine einspielen. Erst mit diesen ist es beispielsweise möglich, in den Nahtlosmodus zu schalten, die Fenstergröße flexibel anzupassen, gemeinsame Ordner auf Wirt und Gast zu nutzen usw. So gehen Sie vor, um die Erweiterungen für einen Ubuntu-15.04-Gast einzuspielen:

  1. Öffnen Sie ein Terminalfenster, z. B. über das Dash oder die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[T].
  2. Werden Sie über Eingabe von sudo -i zum Administrator. Auf Aufforderung geben Sie Ihr eigenes Kennwort ein.
  3. Bringen Sie die Liste der Pakete auf den aktuellen Stand:

    apt-get update
    
  4. Installieren Sie drei Pakete nach:

    apt-get install dkms build-essential module-assistant
    
  5. Installieren Sie alle erforderlichen Entwicklungstools; das Kommando m-a aus dem Paket module-assistant hilft Ihnen dabei und spielt ggf. die Kernel-Header oder andere fehlende Pakete ein:

    m-a prepare
    
  6. Öffnen Sie aus dem VirtualBox-Menü Devices den Eintrag Insert Guest Additions CD image.
  7. Wechseln Sie im Ubuntu-Gastsystem zurück ins Terminal und dort ins Verzeichnis der neu eingehängten CD, die das System normalerweise unterhalb von /media einhängt. Mit dem Kommando mount ohne weitere Aufrufoptionen kontrollieren Sie, wie das Verzeichnis heißt, und mit cd wechseln Sie hinein. Dort angekommen, rufen Sie das Skript zum Bauen der Kernelmodule für die Gasterweiterungen auf:

    sh VBoxLinuxAdditions.run
    

Ein paar Meldungen im Terminal zeigen an, ob die Aktion erfolgreich war. Sie sollten Hinweise wie die folgenden sehen:

Building the main Guest Additions module ...done
Installing graphics library and desktop services components ...done

Danach starten Sie die virtuelle Maschine neu. Sie können das Ubuntu-Gastsystem nun in den Vollbild- oder Nahtlosmodus bringen und über das Menü Devices die geteilte Zwischenablage oder gemeinsame Ordner aktivieren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Erst, wenn Sie die Gasterweiterungen installiert haben, ist Ubuntu ein angenehmer Gast in VirtualBox (hier unter OS X).
Abbildung 2: Erst, wenn Sie die Gasterweiterungen installiert haben, ist Ubuntu ein angenehmer Gast in VirtualBox (hier unter OS X).

Tipp: Ubuntu/Mint/Knoppix: Spracheinstellungen

Sehen Sie unter Ubuntu, Linux Mint, Knoppix oder einem anderen Debian-basierten System die Meldung Warning: No support for locale: de_DE.utf8, ist das kein Grund zur Sorge – der Distribution fehlt lediglich die Spracheinstellung für die Zeichenkodierung UTF-8. Sie reparieren dies auf einer der virtuellen Konsolen ([Strg]+[Alt]+[F1],[Strg]+[Alt]+[F2] usw.) oder im Terminalfenster mit folgendem Aufruf:

sudo dpkg-reconfigure locales

Zunächst geben Sie auf Aufforderung Ihr eigenes Passwort ein. Danach öffnet sich ein Dialog, der mehrere Lokalisierungen anbietet. Ein mit einem Sternchen versehener Eintrag ist aktiv. Mit den Pfeiltasten blättern Sie hoch und runter in der Liste, und mit der Leertaste (de)aktivieren Sie eine Spracheinstellung (Abbildung 3). Mit [Tab] springen Sie zu OK; nach Abschluss der Einrichtung sehen Sie im Terminal(-fenster) Meldungen, die zeigen, dass alles geklappt hat:

Generating locales (this might take a while)...
  de_DE.UTF-8... done
  de_DE.ISO-8859-15@euro... done
...
Generation complete.
Abbildung 3: Auf allen Debian-basierten Distributionen richten Sie die Lokalisierung über "dpkg-reconfigure locales" ein.
Abbildung 3: Auf allen Debian-basierten Distributionen richten Sie die Lokalisierung über „dpkg-reconfigure locales“ ein.

Tipp: Ubuntu: Welche Version ist installiert?

Die Ubuntu-Macher veröffentlichen regelmäßig alle sechs Monate eine neue Version der Distribution. Eine neue LTS-Version (Long Term Support) erscheint alle zwei Jahre; die letzte erschien als 14.04 im April 2014 [1]. Welche Version auf Ihrem Rechner installiert ist, finden Sie am schnellsten in einem Terminalfenster ([Strg]+[Alt]+[T]) heraus:

$ lsb_release -a
No LSB modules are available.
Distributor ID: Ubuntu
Description:    Ubuntu 15.04
Release:        15.04
Codename:       vivid

Alternativ betätigen Sie im oberen Panel den Ausschaltknopf und wählen aus dem Menü den Eintrag Über diesen Rechner. Es öffnen sich die Systemeinstellungen (Abteilung Informationen), die ebenfalls die Versionsnummer der Distribution einblenden (Abbildung 4).

Abbildung 4: Welche Ubuntu-Version läuft gerade auf dem Rechner? Die Systemeinstellungen geben Antwort.
Abbildung 4: Welche Ubuntu-Version läuft gerade auf dem Rechner? Die Systemeinstellungen geben Antwort.

Tipp: Ubuntu: Programmstarter für den Desktop

Das Unity-Konzept sieht sie einfach nicht vor – die praktischen Programmstarter auf dem Desktophintergrund. Vermissen Sie die Symbole, können Sie diese in wenigen Schritten zurückholen:

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