Aus EasyLinux 03/2015

Software

Neue Software (Teil 1/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).

VLC Player 2.2.1 – Medienplayer, der alles abspielt

Der VLC-Player hat sich zum meist verbreiteten Abspielprogramm für Videos auf vielen Betriebssystemen gemausert. Nicht ohne Grund: Sein Leistungsumfang ist riesig. Trotzdem bleibt das Programm für die Grundfunktionen handlich.

Was ist das Wichtigste an einem Media Player? Die meisten Anwender würden antworten: Dass er alle Dateien problemlos abspielt. Der unumstrittene Meister in dieser Disziplin hieß vor Jahren einmal MPlayer [1], doch inzwischen ist längst der VLC Player (Abbildung 1) zum Champion aufgerückt [2].

Abbildung 1: Die Liste der vom VLC-Player unterstützten "Wiedergabegeräte" ist riesig: Sogar der Computer-Desktop ist enthalten. So kann man die Bildschirminhalte aufzeichnen oder ins Netz streamen. Selbstverständlich spielt VLC auch DVDs und alle erdenklichen Dateiformate ab.
Abbildung 1: Die Liste der vom VLC-Player unterstützten „Wiedergabegeräte“ ist riesig: Sogar der Computer-Desktop ist enthalten. So kann man die Bildschirminhalte aufzeichnen oder ins Netz streamen. Selbstverständlich spielt VLC auch DVDs und alle erdenklichen Dateiformate ab.

Die handliche Anwendung kommt nicht nur mit einem breiten Spektrum von Datei- und Komprimierungsformaten zurecht. Das Programm gibt es auch für viele Betriebssysteme: Linux, Windows, OS X, Android und für das iPhone.

Fernbeziehung

Auch spielt das Programm nicht nur lokale Dateien ab, sondern auch Netzwerkstreams oder die Live-Aufnahme angeschlossener Webcams. Etliche Podcast- und Streamingdienste sind als durchsuchbare Streamliste direkt in die Standard-Geräte-Liste am rechten Fensterrand eingebunden. Auch Video-DVDs mit Menüs, wie Sie sie zum Beispiel mit DVDStyler (vergleiche Artikel in dieser News-Strecke) selbst erstellen können, funktionieren in der aktuellen Version einwandfrei.

Eine Funktion, die man in einem Abspielprogramm nicht unbedingt erwartet, ist unter dem „Abspielgerät“ Bildschirmaufzeichnung zu finden: Es gibt die Aktivitäten aller geöffneten Anwendungsfenster oder des ganzen Desktops wieder. Diese einfach live abzuspielen, bringt natürlich keinen praktischen Nutzwert. Doch VLC ist grundsätzlich in der Lage, seinen Fensterinhalt in einer Videodatei aufzuzeichnen oder ins Netz zu streamen. So zeichnen Sie mit VLC Video-Tutorials für die Bedienung von Programmen auf oder übertragen Ihre Aktionen am Rechner für einen Echtzeit-Support live ins Netz. Eine andere VLC-Instanz auf einem Rechner mit Zugriff auf Ihren Computer gibt diese weitgehend verzögerungsfrei wieder. Auch die Bilder einer angeschlossenen Webcam kann VLC so ins Netz streamen.

Effektvoll

VLC bringt etliche Video- und Audioeffekte mit: Ein Equalizer ist ebenso vorhanden wie ein Compressor, der die Unterschiede zwischen lauten und leisen Stellen verringert. Der Spatializer fügt Raumklang hinzu.

Noch umfangreicher fällt die Palette der Videoeffekte aus. Neben Helligkeits-, Kontrast- und Schärfereduzierungen schneidet das Programm auf Wunsch störende Ränder ab. Hinzu kommen psychedelische Effekte wie Farbverfälschungen und Wasserwellen. Wichtiger sind sicher die leistungsfähigen Deinterlacer, welche die beim Analog-TV zeitversetzt übertragenen Halbbilder kaschieren. Auf Wunsch spielt das Programm Audiodateien und Videos langsamer oder schneller ab.

Bei der aktuellen Version 2.2.1 handelt es sich um die erste Bugfix-Release, die Entwickler meist aus gutem Grund einer auf „0“ endenden Version nachschicken. Die im Februar erschienene Version 2.2.0 hat dagegen zahlreiche neue Features eingeführt. So nutzt die Videowiedergabe nun Hardwarebeschleunigung. Bereits gespielte Videos starten an der früheren Stelle. Viele um 90 Grad verdrehte Aufnahmen stellt das Programm nun auf die Füße. Auch die Unterstützung für Blu-rays (siehe auch den Blu-ray-Artikel ab Seite 60 in dieser Ausgabe) und weitere Codecs wurde ausgebaut.

Die Redaktion meint

Wer sich einen Player für alle Audiodateien und Videos wünscht, ist mit VLC bestens bedient.

Bewertung

5 von 5 Sternen

Pale Moon 25.4.1 – „Firefox“ mit konservativer Oberfläche

Firefox ist freie Software. Darum ist es rechtlich kein Problem, die aktuelle Anzeige-Engine von Firefox mit seiner Benutzeroberfläche aus vergangenen Jahre zu verknüpfen. Vor allem auf dem klassischen Desktop mit Maus und hinreichend großem Schirm bewährt sich der so entstandene Fork Pale Moon.

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