Aus EasyLinux 02/2015

Software

Neue Software (Teil 2/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 2/2).

VirtualBox 4.3.22 – leistungsfähige Virtualisierungslösung

Software samt Betriebssystem in eine virtuelle Maschine zu installieren, hat viele Vorteile: Experimente gefährden das Gastsystem nicht, und dank Snapshots kann man das virtualisierte System jederzeit wieder auf einen stabilen Zustand zurückrollen.

Eine virtuelle Maschine lässt sich am besten als PC im PC beschreiben: Es handelt sich dabei um ein Programm, das einen vollständigen Rechner mit Prozessor, Speicher, Festplatten, Sound-, Netzwerk- und Grafikkarte simuliert.

Eingeboxt

So läuft ein eigenständiges Betriebssystem (Abbildung 11) in einem Fenster. Für das Gast-Betriebssystem spielt es keine Rolle, ob es auf einem virtuellen oder einem echten Computer läuft. Vom „gastgebenden“ System (Host-System) kriegt es nichts mit und kann dieses also nicht beschädigen. Dies gilt auch für Anwendungen, die innerhalb der virtuellen Maschine starten.

Abbildung 11: Offen für Neues: Hier läuft der experimentelle freie Windows-Klon ReactOS [14] in einer virtuellen Maschine unter Ubuntu.
Abbildung 11: Offen für Neues: Hier läuft der experimentelle freie Windows-Klon ReactOS [14] in einer virtuellen Maschine unter Ubuntu.

Das Programm VirtualBox [15] bietet eine benutzerfreundliche Virtualisierungslösung: Darin erzeugen Sie mit wenigen Mausklicks neue virtuelle Maschinen (Abbildung 12). Dann legen Sie entweder eine Installations-DVD in Ihr Laufwerk oder verknüpfen das virtuelle DVD-Laufwerk direkt mit einem ISO-Image einer solchen DVD – die Emulation des Laufwerks in der virtuellen Maschine erspart das Brennen.

Abbildung 12: Mit dem Wizard "Virtuelle Maschine erzeugen" legen auch Einsteiger problemlos neue virtuelle Systeme an.
Abbildung 12: Mit dem Wizard „Virtuelle Maschine erzeugen“ legen auch Einsteiger problemlos neue virtuelle Systeme an.

Grundsätzlich können Sie in virtuellen Maschinen alle Betriebssysteme installieren. Die offiziell unterstützten listet die VirtualBox-Webseite [16] auf. Fehlt dort eine Betriebssystemversion, so heißt das aber nicht zwangsläufig, dass diese nicht in VirtualBox funktioniert.

Eine häufige Anwendung ist das „Windows im Fenster“ unter Linux (Abbildung 11). Wenn Sie neue Linux-Varianten ausprobieren möchten, müssen Sie diese oft nicht einmal selbst installieren: Ein Sourceforge-Projekt [17] bietet Image-Dateien für VirtualBox an, die allerdings 500 MByte bis zu einigen GByte groß sind.

Schutzschild

Oft kommen virtuelle Maschinen beim Testen experimenteller Software zum Einsatz. Ein wichtiges Feature der virtuellen Maschinen sind dabei die so genannten Snapshots: Sie speichern den gegenwärtigen Zustand (Arbeitsspeicher und Festplatte) des Systems. Später können Sie zu ihm zurückkehren, egal, welche Veränderungen Sie inzwischen vorgenommen haben.

VirtualBox ist nicht nur einfach zu bedienen, sondern auch sehr leistungsfähig: Die Software unterstützt sogar 3-D-Grafikbeschleunigung innerhalb des virtuellen PCs, die allerdings langsamer ausfällt als in einem direkt auf dem Rechner installierten System. Für ältere Windows-Spiele unter Linux sollte die Leistung aber genügen.

Die neue Version 4.3.22 bringt wie alle Ausgaben seit Ende 2013 keine wesentlichen neuen Features, sondern korrigiert nur Probleme und Inkompatibilitäten – es liegt in der Natur der Sache, dass sie bei neuen Versionen des Gast- und Host-Betriebssystems immer wieder auftreten.

Bevor Sie VirtualBox benutzen können, müssen Sie Ihren Benutzeraccount der Gruppe vboxusers hinzufügen. Das gelingt mit dem Befehl

usermod -a -G vboxusers Benutzername

OpenSuse-Anwender können dazu auch das YaST-Modul Benutzer- und Gruppenverwaltung verwenden. Melden Sie sich dann erneut an Ihrem Rechner an. Da VirtualBox ein Kernelmodul installiert, kann manchmal auch ein Neustart nötig sein.

Die Redaktion meint

Es gibt viele Szenarien für den Einsatz virtueller Maschinen: Das wichtigste ist wohl der Start einer virtuellen Windows-Installation unter Linux. Da VirtualBox auch unter Windows und OS X läuft, geht es auch anders herum. Dank der Snapshots können Sie in virtuellen Systemen gefahrlos alles ausprobieren, was Sie Ihrem Arbeitssystem lieber nicht antun möchten.

VirtualBox ist eine der leistungsfähigsten und am leichtesten zu bedienenden Virtualisierungslösungen. Praktisch ist auch die Unterstützung von OVF-Images, die Einstellungen und Festplatteninhalt eines fertig installierten Systems in eine Datei verpacken [17].

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