Aus EasyLinux 02/2014

Software (Seite 2)

Die Redaktion meint

BORG sieht zwar nicht besonders schick aus, doch das kleine Programm lässt sich dank Java portabel auf einem UBS-Stick installieren und bringt viele ungewöhnliche, aber durchwegs praktische Funktionen mit.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Calibre 1.24.0: E-Book-Management Software

Calibre katalogisiert E-Books, konvertiert sie in ein einheitliches Format und hält die Sammlung auf der Festplatte mit mobilen Geräten synchron. Als Zugabe ist ein E-Book-Editor an Bord.

Zunehmend laufen E-Books den gedruckten Büchern den Rang ab. Und so wie keine größere Bibliothek ohne Titel- und Autorenkatalog auskommt, wird es ab einer gewissen Anzahl von E-Books auf der Festplatte unbequem, mit dem Dateimanager nach ihnen zu suchen.

Für eine bessere Übersicht in der elektronischen Buchsammlung sorgt die E-Book-Management-Software Calibre (Abbildung 3) [3]. Es genügt, bereits vorhandene E-Book-Dateien auf das Programmfenster zu ziehen, um sie unter die Verwaltung des Programms zu stellen. Die Funktion Bücher erwerben, welche die E-Books direkt von etwa 50 Onlineshops bezieht, erweitert die bestehende Sammlung.

Abbildung 3: Calibre stellt die E-Book-Sammlung als optisch ansprechenden Katalog mit Suchfunktion dar.
Abbildung 3: Calibre stellt die E-Book-Sammlung als optisch ansprechenden Katalog mit Suchfunktion dar.

Bibliografischer Apparat

Die meisten E-Books enthalten von Haus aus bibliografische Daten wie Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Sprache oder behandelte Themen. Falls diese Daten fehlen oder unvollständig sind, bearbeiten Sie sie im mitgelieferten Editor (Abbildung 4). Praktisch sind dabei die Schaltflächen Vorherige und Nächste, mit denen das Katalogisieren Dutzender neuer Bücher nur ein paar Minuten dauert.

Abbildung 4: Mit dem Metadaten-Editor ergänzen Sie die bibliografischen Daten Ihrer E-Books entweder von Hand oder beziehen sie auf Knopfdruck von Onlinediensten.
Abbildung 4: Mit dem Metadaten-Editor ergänzen Sie die bibliografischen Daten Ihrer E-Books entweder von Hand oder beziehen sie auf Knopfdruck von Onlinediensten.

Bevor Sie die Daten mühevoll von Hand eingeben, sollten Sie den Button Metadaten herunterladen ausprobieren, der Webdienste wie Amazon oder Google nach den Daten durchkämmt. Meist findet die Internetsuche auch ein Coverbild. Alternativ können Sie eine Grafik von der Festplatte dafür auswählen. Immer noch ansehnlicher als gar kein Cover ist das nach einem Klick auf Coverbild erstellen von Calibre erzeugte generische Bild mit aufgedrucktem Titel und Autor (Abbildung 3, oben Mitte).

Calibre konvertiert außerdem LibreOffice-, Microsoft-Word-, HTML- oder Textdateien sowie PDF-Dokumente in die zwei gängigen E-Book-Formate Epub und Mobi. Dabei tut die Software ihr Möglichstes, um nicht für kleine Bildschirme konzipierte Vorlagen für die Handy-Anzeige zu optimieren.

Eine Frage des Formats

Bei unformatierten Textdateien erkennt das Programm zum Beispiel einzelne Zeilen vor längeren Textblöcken als Überschriften. Die wegen ihrer festen Seitengröße auf kleinen Bildschirmen schwer lesbaren PDF-Dateien bricht Calibre so um, dass sie auf Smartphone-Displays ordentlich lesbar sind.

Das Programm bringt außerdem einen Editor für die auf HTML basierenden E-Book-Formate Epub und Mobi mit. Mit ihm lässt sich der HTML-Quellcode der eingebetteten Seiten bearbeiten. Zwar integriert er eine hilfreiche Vorschau, dennoch muss sich der Anwender mit HTML beschäftigen.

Einfacher ist es daher, eigene E-Books in LibreOffice zu erstellen und mit dem gut funktionierenden Konverter, der auch Abbildungen berücksichtigt, in ein E-Book zu verwandeln. Zu guter Letzt lädt Calibre die E-Books auf die Speicherkarte des angeschlossenen E-Book-Readers, Android-Phones oder Apple-Geräts. Um das fertige E-Book vorher zu begutachten, integriert die Software einen E-Book-Reader, den Sie über den Vorschau-Button aktivieren.

Ein eher ausgefallenes Feature ist die Nachrichtenabruf-Funktion: Wie ein RSS-Reader sammelt das Programm die Meldungen von Webseiten und konvertiert sie in ein E-Book. Dies bringt zwar kaum etwas für Smartphone-Besitzer, welche die Nachrichten mühelos mit dem Browser des mobilen Geräts betrachten können. Doch das Lesen der Nachrichten auf dem kontrastreichen Display eines E-Book-Readers schont die Augen von Zeitgenossen, die ohnehin genug Zeit vor dem Bildschirm verbringen.

Die Redaktion meint

Calibre eignet sich hervorragend, um große E-Book-Sammlungen aus unterschiedlichsten Quellen zu verwalten. Da das Programm LibreOffice-, HTML- und PDF-Dateien weiterverarbeitet, kann man es auch zum Erzeugen eigener E-Books nutzen.

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