Aus EasyLinux 01/2014

Tipps und Tricks zu Gnome

Gnome-Tipps

Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.

Tipp: Gnome 3.8 nachträglich unter Ubuntu 13.10

Nachdem der Unity-Desktop Gnome als grafische Oberfläche zunächst verdrängt hatte, haben die Entwickler mit Ubuntu 13.04 wieder eine offizielle Variante eingeführt, die Gnome 3 als Standarddesktop präsentiert. Ubuntu Gnome [1] ist ein Communityprojekt und gehört seit März 2013 zur Ubuntu-Familie dazu. Die Verantwortlichen bieten unter [2] DVD-Images an, die Ubuntu mit Gnome-3.8-Desktop entweder als Live-System starten oder auf die Platte bringen. Haben Sie bereits Ubuntu mit Unity installiert, rüsten Sie unkompliziert die stabile Gnome-Version 3.8 nach.

Suchen Sie dazu entweder im Software-Center nach gnome oder geben Sie auf der Kommandozeile diesen Befehl ein:

sudo apt-get install gnome-shell gnome-shell-extensions

Danach bietet der Anmeldemanager (in der Voreinstellung LightDM) die beiden Varianten Gnome und Gnome Classic (für Systeme ohne 3-D-Beschleunigung) zur Wahl an.

Tipp: Für Experten: Gnome 3.10 für Ubuntu 13.10

Ganz neugierige und experimentierfreudige Benutzer können sich unter Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ auch Gnome 3.10 anschauen. Diese Version hat es nicht mehr rechtzeitig in die Distribution geschafft, liegt aber bereits in den Launchpad-PPAs (Personal Package Archive) vor. Voraussetzung sind eine ausreichend schnelle Internetverbindung und ein bisschen Hintergrundwissen zur Paketverwaltung. Da einige Pakete noch als experimentell gekennzeichnet sind und die grafische Oberfläche eventuell vorübergehend lahmlegen, schadet es ebenfalls nicht, wenn Sie keine Scheu vor den virtuellen Konsolen ([Strg]+[Alt]+[F1],[Strg]+[Alt]+[2] usw.) und Shell-Kommandos haben.

Beachten Sie, dass Unity oder zumindest Teile des Desktops nach dem Einspielen der Gnome-3.10-Pakete möglicherweise nicht mehr korrekt funktionieren. Folgen Sie daher dieser Anleitung nur auf einem Testrechner. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie das Ganze in einer virtuellen Maschine, z. B. in VirtualBox [3], ausprobieren und vor der Installation einen Snapshot der VM erzeugen, zu dem Sie gegebenenfalls zurückkehren können.

  1. Öffnen Sie ein Terminalfenster oder wechseln Sie mit [Strg]+[Alt]+[F1] zur ersten virtuellen Konsole und melden sich dort an. Fügen Sie mit den folgenden beiden Kommandos die beiden Launchpad-PPAs Gnome 3 Next und Gnome 3 Staging hinzu:

    sudo add-apt-repository ppa:gnome3-team/gnome3-next
    sudo add-apt-repository ppa:gnome3-team/gnome3-staging
    

    Geben Sie auf Aufforderung Ihr eigenes Kennwort ein, um Systemverwalterrechte zu erlangen.

  2. Aktualisieren Sie die Liste der Pakete und führen Sie anschließend ein vollständiges Upgrade durch. Auch diese beiden Befehle erfordern Root-Rechte:

    sudo apt-get update
    sudo apt-get dist-upgrade
    
  3. Installieren Sie die beiden Pakete gnome-shell und gnome-shell-extensions, was zahlreiche Abhängigkeiten nach sich zieht:

    sudo apt-get install gnome-shell gnome-shell-extensions
    

Jetzt können Sie sich ab- und wieder anmelden. Auf einigen Rechnern im Test funktionierte die Maus im Anmeldemanager LightDM danach nicht mehr. Am besten wechseln Sie daher zu Gnomes eigenem Displaymanager GDM:

sudo apt-get install gdm

Beantworten Sie im folgenden Dialog die Frage, welcher Displaymanager in der Voreinstellung startet. Wechseln Sie mit den Pfeiltasten von lightdm zu gdm und bestätigen über [Eingabe] (Abbildung 1). Möchten Sie später wieder zu LightDM zurückwechseln, hilft der Befehl sudo dpkg-reconfigure lightdm weiter und präsentiert wiederum den Auswahldialog.

Abbildung 1: Installieren Sie auf Debian-basierten Distributionen (hier Ubuntu) das Paket "gdm", können Sie in diesem Auswahldialog den Standard-Displaymanage wählen.
Abbildung 1: Installieren Sie auf Debian-basierten Distributionen (hier Ubuntu) das Paket „gdm“, können Sie in diesem Auswahldialog den Standard-Displaymanage wählen.

Sind Sie mit der experimentellen Gnome-Version nicht zufrieden, und möchten Sie lieber zurückkehren zur stabilen Variante, hilft Ihnen das Programm ppa-purge dabei, alles restlos wieder zu entfernen. Spielen Sie das Paket zunächst über die Paketverwaltung ein und rufen Sie dann Folgendes auf, um die beiden PPAs samt der zuvor eingespielten Pakete loszuwerden:

sudo ppa-purge ppa:gnome3-team/gnome3-next ppa:gnome3-team/gnome3-staging

Das Skript informiert Sie darüber, welche Aktualisierungen es entfernen möchte, und Sie bestätigen dies explizit mit [J], gefolgt von [Eingabe].

Tipp: Anwendungsstarter mit Lieblingsprogrammen

Die neue Gnome-Version 3.8 bringt eine cleveren neue Funktion mit, die das Starten von Programmen beschleunigt. Drücken Sie [Windows]+[A], sehen Sie nicht mehr nur eine Übersicht aller Anwendungen, sondern auf einem weiteren Reiter die häufig genutzten (Abbildung 2). Über die Schaltfläche Alle am unteren Rand wechseln Sie zur gewohnten Ansicht, wo Sie wieder sämtliche installierte Software finden. Sie müssen noch nicht einmal die Maus bemühen, um zwischen den beiden Reitern umzuschalten. Blättern Sie mit den Pfeiltasten ganz nach unten und dann nach rechts oder links, um zwischen Häufig und Alle zu wechseln.

Abbildung 2: Der Tab "Häufig" fasst oft gestartete Anwendungen zusammen, so dass Sie diese nicht mehr suchen oder am linken Rand festtackern müssen.
Abbildung 2: Der Tab „Häufig“ fasst oft gestartete Anwendungen zusammen, so dass Sie diese nicht mehr suchen oder am linken Rand festtackern müssen.

Tipp: Programmgruppen zurück ins Dash

Wie im vorigen Tipp erwähnt, blendet [Windows]+[A] das Dash ein, und Sie sehen auf dem Tab Alle sämtliche installierten Programme alphabetisch sortiert. Tippen Sie den Namen einer gesuchten Anwendung, filtert Gnome die Treffer. Fällt Ihnen der Name nicht ein, müssen Sie alle Anwendungen durchblättern und hoffen, dass Ihnen ein Icon bekannt vorkommt – verschwunden sind die Programmgruppen, die installierte Software in Kategorien sortiert hat. Die nächste Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie die Abteilungen zurück ins Dash holen.

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