Aus EasyLinux 01/2014

Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Mutt: Mails an andere Empfänger weiterleiten

Eine Nachricht leiten Sie an einen anderen Benutzer weiter, indem Sie in Mutt die Taste [F] (wie engl. „to forward“ = „weiterschicken, nachsenden“) drücken. Am unteren Fensterrand erscheint dann die Aufforderung To:, und Sie können die Adresse oder ein Kürzel aus dem eigenen Mutt-Adressbuch eingeben. In der Voreinstellung bindet der Client die Ursprungsmail im Mail-Body wie ein Zitat ein, und Sie können sie verändern; am oberen Rand steht ein Hinweis Forwarded message from … mit dem Namen des Absenders. Direkt darunter zeigt Mutt in vier Zeilen das Datum und die Uhrzeit, den Absender mit seiner Mailadresse, den ursprünglichen Empfänger und den Betreff (Abbildung 1). Eventuelle Anhänge unterschlägt der Textmailer bei dieser Vorgehensweise allerdings.

Abbildung 1: Weitergeleitete Mails sind in Mutt deutlich zu erkennen, denn der Client fügt entsprechende Hinweise in den Body der Nachricht ein.
Abbildung 1: Weitergeleitete Mails sind in Mutt deutlich zu erkennen, denn der Client fügt entsprechende Hinweise in den Body der Nachricht ein.

Tipp: Mutt: Mails unverändert umleiten (Bounce)

Um angehängte Bilder oder Dokumente nachzusenden, können Sie die Ursprungsmail beispielsweise „bouncen“, also einen so genannten Redirect veranlassen. Dazu drücken Sie [B], und Mutt blendet am unteren Rand diese Eingabeaufforderung ein:

Nachricht weiterleiten an:

Tippen Sie wieder einen Kurznamen aus dem Adressbuch oder eine Mailadresse ein und drücken Sie [Eingabe]. Mutt schickt die Nachricht nun in unveränderter Form – also mit allen Anhängen und dem Header – auf die Reise. Der Nachteil: Eine so umgeleitete Mail können Sie vorher nicht begutachten oder vielleicht einen ergänzenden Text hinzufügen.

Tipp: Mutt: Attachments auswählen und weiterleiten

Eine andere elegante Möglichkeit, Attachments beim Forwarding zu erwischen, ist über das so genannte Tagging. Zur Erinnerung: In den Shell-Tipps 01/2011 [1] haben wir gezeigt, dass Sie Nachrichten in der Indexansicht mit der Taste [T] taggen, also markieren können, um sie gemeinsam zu beantworten, zu verschieben etc. Gleiches gilt auch für die einzelnen Bestandteile. Betrachten Sie eine Nachricht mit Anhang über die Taste [V] (wie engl. „to view“ = „anschauen“), sehen Sie außer dem Body (meistens mit text/plain oder text/html gekennzeichnet) auch eine Liste der angehängten Dateien.

Wandern Sie mit den Pfeiltasten auf und ab durch die Anhänge und drücken Sie [T] vor jedem Attachment, das Sie beim Forwarding erfassen möchten. So getaggte Komponenten zeigen ein Sternchen vor der Nummer (Abbildung 2). Drücken Sie jetzt [F], geben den Namen des Adressaten ein und bestätigen alles, zeigt Mutt im Bereich Anhänge alle vorher ausgewählten Attachments an.

Abbildung 2: Erst taggen Sie mit der Taste <code>T</code> einzelne oder alle Anhänge, dann leiten Sie die Nachricht über <code>F</code> weiter.
Abbildung 2: Erst taggen Sie mit der Taste T einzelne oder alle Anhänge, dann leiten Sie die Nachricht über F weiter.

Tipp: Mutt: Attachments automatisch weiterleiten

Es gibt auch eine Möglichkeit, Mutt in seiner Konfigurationsdatei so einzustellen, dass der Client Attachments beim reinen Forwarding immer erfasst. Öffnen Sie dazu die Einrichtungsdatei des Programms ~/.muttrc, die normalerweise im Home-Verzeichnis residiert, mit einem Texteditor Ihrer Wahl. Tragen Sie die beiden folgenden Zeilen ein:

set mime_forward=yes
set mime_forward_rest=yes

Speichern Sie die Änderungen und starten Sie Mutt neu. Die erste Zeile sorgt dafür, dass der Client die weitergeleitete Nachricht als Attachment und nicht wie sonst im Body einbindet. Auf diese Weise sieht der Empfänger die Mail genauso, wie sie bei Ihnen angekommen ist. Die zweite Option bestimmt, dass Mutt alle Attachments der Originalmail erfasst und damit auch automatisch angehängte Dateien weiterleitet.

Möchten Sie lieber von Fall zu Fall eine Entscheidung treffen und sich nicht in der Einrichtungsdatei festlegen, dürfen Sie für die erste Optionen anstelle von yes auch ask-no bzw. ask-yes setzen. Mutt fragt dann grundsätzlich nach:

Als Anhang weiterleiten? ([nein]/ja):

Die in eckigen Klammern gelistete Antwort ist der Standard, den Sie mit [Eingabe] bestätigen: bei ask-no also „nein“ und bei ask-yes „ja“.

Tipp: „netstat“: Welche Serverdienste laufen?

Das Diagnosetool netstat hilft dabei, Informationen zum Status der Netzwerkschnittstelle(n) auszugeben. Die meisten Aufrufparameter haben eine Langform, die mit zwei Bindestrichen eingeleitet wird, und eine Kurzform, die einen Bindestrich voranstellt. So zeigt --tcp (-t) nur TCP-Sockets an, --udp (-u) nur UDP-Sockets, --listening (-l) listet nur offene Ports, und --program (-p) zeigt die Prozess-ID und den Programmnamen an, dem der Socket gehört. Erweiterte Informationen erhalten Sie mit --extend (-e), und --numeric (-n) sorgt dafür, dass netstat die IP-Adressen, Portnummern und numerische Benutzer-IDs nicht zu ihren Namen auflöst, sondern die Ziffern beibehält.

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