Aus EasyLinux 01/2014

E-Book-Reader Kindle Paperwhite

Bei Sonne und Mond

Seit 2007 vertreibt Amazon mit den Kindle-Geräten E-Book-Reader und bietet im Amazon-Store dazu passendes Lesefutter an. Der neue Kindle Paperwhite für 129 Euro ist leicht und funktioniert in hellen und dunklen Umgebungen.

Unterwegs ein E-Book zu lesen, wird immer populärer: Wer Bus oder Bahn fährt, trifft immer häufiger auf Mitreisende, die statt Taschenbuch oder Tageszeitung einen kompakten E-Book-Reader in der Hand halten. Für die Lektüre bieten sich zahlreiche mobile Geräte an: Da auch aktuelle Smartphones eine ausreichende Display-Auflösung haben, nutzen viele Anwender ihr Handy zum Lesen. Die hier eingesetzte Display-Technik ist aber für ermüdungsfreies Lesen nicht optimal, besser wird es mit E-Paper-Displays, die ohne Beleuchtung arbeiten (können) und optisch stärker einer Buchseite ähneln.

Amazons Kindle-Geräte haben von Anfang an auf die E-Paper-Technologie gesetzt, was für die ersten Vertreter bedeutete: Schöne Schwarz-auf-Weiß-Darstellung (Abbildung 1), aber fürs Lesen wurde genauso wie bei richtigen Büchern eine externe Lichtquelle benötigt – in Form von Tageslicht oder einer Lampe. Der Kindle Paperwhite [1] hat eine zuschaltbare Beleuchtung, so dass Sie damit auch bei trübem Licht oder im Dunkeln weiter lesen können (Abbildung 2). Wir haben die WLAN-Version des Geräts getestet, die es im Amazon-Store für 129 Euro gibt.

Abbildung 1: Display mit E-Ink-Technik funktionieren bei Tageslicht ohne eigene Beleuchtung und brauchen darum wenig Strom.
Abbildung 1: Display mit E-Ink-Technik funktionieren bei Tageslicht ohne eigene Beleuchtung und brauchen darum wenig Strom.
Abbildung 2: Den Kindle Paperwhite können Sie dank integrierter Beleuchtung auch im Dunkeln verwenden.
Abbildung 2: Den Kindle Paperwhite können Sie dank integrierter Beleuchtung auch im Dunkeln verwenden.

Übrigens: Auch auf dem Kindle läuft eine Linux-Version, und es gibt auch einen „Jailbreak“, über den Profis eigene Software auf dem Gerät installieren können. Eine Übersicht der Erweiterungsmöglichkeiten gibt es im Netz [2], aber hier ist eine Warnung angebracht: Versuche, den Jailbreak auszuführen, können auch schief gehen und den Kindle dann in einem unbenutzbaren Zustand lassen. US-Kunden können übrigens auch ohne Jailbreak Zusatzsoftware nutzen: Im amerikanischen Kindle Store gibt es so genannten Active Content – in der deutschen Filiale aber bisher nicht.

Bücher kaufen

Buchbestellungen sind direkt vom Kindle aus möglich, sofern dieser online ist – bequemer geht es aber am PC über die Webseite: Ein frisch gekaufter Kindle ist direkt ab Auslieferung mit dem eigenen Amazon-Konto verknüpft. Kindle-Besitzer können über die reguläre Amazon-Webseite E-Books ordern und die Zustellung zu einem von eventuell mehreren Lesegeräten auswählen (Abbildung 3). Sobald der Kindle das nächste Mal eingeschaltet ist und Netzwerkzugriff hat, lädt er das gekaufte E-Book automatisch herunter.

Abbildung 3: Buch im Amazon-Store aufrufen, Kindle auswählen, One-Klick-Bestellung, fertig.
Abbildung 3: Buch im Amazon-Store aufrufen, Kindle auswählen, One-Klick-Bestellung, fertig.

Wenn Sie mehrere Kindle-Geräte besitzen oder zusätzlich eine Kindle-App auf dem Smartphone oder PC nutzen, können Sie Bücher auf alle Geräte gleichzeitig herunterladen – Amazon hält diese dann synchron, so dass Sie z. B. auf dem Kindle anfangen können, ein Buch zu lesen, und die Lektüre dann später auf dem Smartphone fortsetzen: genau an der Stelle, an der Sie zuletzt aufgehört haben.

Lesekomfort

Im Vergleich zur Buchlektüre auf einem hochauflösenden Galaxy-S3-Smartphone punktet der Kindle mit einer angenehmeren und buchähnlicheren Darstellung, denn das 6-Zoll-Display erreicht beinahe Taschenbuchabmessungen. Andererseits: Ein Smartphone normaler Größe hält man bequem auch über längere Zeiträume in einer Hand, während Amazons E-Reader bei mehrstündigem Lesen eher unhandlich ist und man ihn häufiger von der einen in die andere Hand schiebt. Am wenigsten stört er, wenn man ihn mit beiden Händen festhält.

Nimmt man auf der anderen Seite einen Kindle der ersten Generation (mit echter Tastatur) oder ein 10″-Gerät wie Apples iPad zum Vergleich, ist der Kindle Paperwhite deutlich handlicher. Ein weiterer Vorteil des Kindle (der auch für andere E-Ink-Geräte gilt) ist der niedrige Akkuverbrauch: Das Gerät kommt auch bei intensiver Nutzung mehrere Tage ohne Anschluss ans Netzteil aus.

Dank Touch-Display sind keine Knöpfe zu drücken – außer zum Einschalten. Um zur nächsten oder vorherigen Seite zu springen, berührt man die Oberfläche am jeweiligen Rand oder nutzt (wie auf dem Smartphone) eine Wischgeste. Berühren Sie den Bildschirm am oberen Rand, erscheint ein Menü, aus dem Sie bequem die Einstellungen und die Auswahl eines anderen Buchs erreichen. Auch wenn Sie zwischen mehreren Büchern wechseln, merkt der Kindle sich für jeden Titel die aktuelle Leseposition.

Der Kindle lässt Sie Schriftgröße und Schriftart anpassen (Abbildung 4), außerdem sind der Zeilenabstand und ein weißer Rand um den Text herum in je drei Stufen einstellbar. So sollte jeder Benutzer eine Konfiguration finden können, mit der er optimal lesen kann.

Abbildung 4: Ändern Sie Schriftart und -größe oder den Zeilenabstand.
Abbildung 4: Ändern Sie Schriftart und -größe oder den Zeilenabstand.

Extra-Features

Wer häufig fremdsprachige Literatur liest, wird sich besonders über das in allen Kindle-Modellen integrierte Wörterbuch freuen. Der Kindle Paperwhite bringt je ein Wörterbuch für Deutsch und Englisch mit. Drücken Sie für ca. eine Sekunde auf ein unbekanntes Wort, poppt ein Dialog auf, der den nachgeschlagenen Wörterbucheintrag anzeigt. Die Worterklärungen erscheinen dabei in der jeweiligen Sprache, für englische Worte also z. B. auch in Englisch. (Eine direkte Englisch-Deutsch-Übersetzungsfunktion lässt sich nachrüsten.) Auf diese Weise schlagen Sie schnell und bequem fremde Worte nach – was viel angenehmer ist, als etwa parallel zur Lektüre eines klassischen Buchs zusätzlich zum Wörterbuch zu greifen oder ein Wort im Internet zu suchen.

Vorinstalliert sind der Duden und das Oxford Dictionary of English, gegen Geld gibt es auch (klassische) Übersetzungswörterbücher, z. B. Englisch-Deutsch oder Französisch-Deutsch.

Der Kindle trägt die nachgeschlagenen Wörter außerdem in einen Vokabeltrainer ein, der sich jederzeit aktivieren lässt: Damit können Sie die neuen Begriffe üben und so Ihr Vokabular dauerhaft erweitern – die Funktion ist exzellent für alle Anwender, die beim Lesen auch etwas dazu lernen möchten.

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