Aus EasyLinux 03/2013

Das Rätselspiel Way to Go

Weggefährten

In diesem unterhaltsamen Knobelspiel müssen Sie drei putzigen Wesen den richtigen Weg zum Ausgang weisen. Zahlreiche Hindernisse liegen auf dem Weg, und so ist der Arbeitsauftrag ganz schön knifflig.

Der Wächter des Friedenstempels ist am Boden zerstört: Ein fieser Dieb hat alle Edelsteine vom heiligen Baum gestohlen. Jedes Schmuckstück repräsentiert eines der zahlreichen Völker, die sich nun gegenseitig des Diebstahls beschuldigen. Um den Frieden wiederherzustellen, ruft der Wächter seine drei Freunde Rob, Egg und Liz zu Hilfe. Sie sollen die Landschaft durchkämmen und die Edelsteine zurückbringen. Die drei netten Geschöpfe sind allerdings nicht besonders clever. Also bittet der Wächter kurzerhand den Spieler, ihnen etwas unter die Arme zu greifen.

Im Denkspiel Way to Go [1] aus der Berliner Softwareschmiede makivision games dirigieren Sie auf einem Spielbrett jeweils einen der drei Hauptdarsteller zu einem grün leuchtenden Ausgang. Sofern Sie nichts anderes vorgeben, bewegt sich die Figur immer geradeaus. Stößt sie auf ein Hindernis, oder erreicht sie das Ende eines Pfades, dreht sie einfach um. Da so viel Sturheit nicht besonders zielführend ist, erteilen Sie explizit Befehle. Die möglichen Aktionen erreichen Sie über Symbole am oberen Bildschirmrand. Ziehen Sie eines davon mit der Maus aufs Spielfeld, um das Kommando zu geben.

Kehrtwende

Bedauerlicherweise bietet jeder Level nur eine begrenzte Anzahl von Befehls-Icons – überlegen Sie also gut, wo Sie die Richtungswechsel platzieren. Auf einigen Feldern warten darüber hinaus mehr oder weniger heimtückische Hindernisse. Fällt der Held beispielsweise in ein schwarzes Loch, ist die Reise erst einmal beendet. Kisten dürfen Sie verschieben, an der falschen Position versperren sie aber unter Umständen den Weg (Abbildung 1).

Abbildung 1: Insgesamt sechs Kisten stehen im Weg. Liz kann aber nur fünf davon in Brand setzen, wie das Icon am oberen Rand verrät.
Abbildung 1: Insgesamt sechs Kisten stehen im Weg. Liz kann aber nur fünf davon in Brand setzen, wie das Icon am oberen Rand verrät.

Haben Sie die falsche Wahl getroffen, dürfen Sie einzelne Schritte rückgängig machen und sogar den ganzen Level von vorn beginnen. Da es kein Zeitlimit gibt, knobeln Sie in aller Ruhe, bevor Sie die Figur auf die Reise schicken. Das Geschehen dürfen Sie außerdem jederzeit pausieren. Konnte das Wesen den Ausgang erreichen, geht es im nächsten Level mit einem neuen Spielbrett von Neuem los. Über 400 Level mit steigenden Schwierigkeitsgraden warten auf Sie.

Außer dem Abenteuer-Modus, der die Hintergrundgeschichte um die verschwundenen Edelsteine vorantreibt, lockt Way to Go mit weiteren Spielarten als Belohnung für gelöste Level. Bei der Münzenjagd sammeln Sie beispielsweise alle auf dem Spielbrett verstreuten Goldtaler ein. Finstere Pläne hingegen dreht das Prinzip um: Auf dem Spielbrett sind bereits Aktionssymbole, und Sie sollen die Hindernisse passend platzieren (Abbildung 2). Schließlich bietet Way to Go noch den Modus Wege Sichern, in dem Sie alle Kisten in die vorhandenen Löcher schieben, und den Modus Mission, der mit zusätzlichen Aufgaben und Rätseln wartet.

Abbildung 2: Im Modus "Finstere Pläne" ist alles anders. Die Aktionen sind vorgegeben, und Sie suchen die passenden Stellen für die Hindernisse.
Abbildung 2: Im Modus „Finstere Pläne“ ist alles anders. Die Aktionen sind vorgegeben, und Sie suchen die passenden Stellen für die Hindernisse.

Fachkompetenz

Jeder der drei Freunde besitzt ganz spezielle Fähigkeiten. Rob, der Roboter, kann Schalter umlegen, der pelzige Egg frisst Pilze, und der Drache Liz legt mit einem Feuerstrahl Holzkisten in Schutt und Asche. Die unterschiedlichen Talente sind besonders auf Spielbrettern gefragt, auf denen wie in Abbildung 3 mehrere Helden gemeinsam den Ausgang erreichen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Figuren niemals gleichzeitig weiterbewegen dürfen.

Abbildung 3: In einigen Leveln müssen sich die Freunde unter die Arme greifen: Egg frisst die Pilze weg, und Rob kümmert sich um die Schalter.
Abbildung 3: In einigen Leveln müssen sich die Freunde unter die Arme greifen: Egg frisst die Pilze weg, und Rob kümmert sich um die Schalter.

Wer es schafft, den oder die Helden mit möglichst wenigen Schritten zum Ausgang zu bugsieren, erhält eine kleine Auszeichnung. Um eine kürzere Route und somit eine bessere Lösung ausfindig zu machen, ziehe Sie den eingebauten Videorekorder heran. Er spielt die bislang beste Lösung ab. Zudem dürfen Sie ihn an einer beliebigen Stelle anhalten und von dort aus weiterspielen. Wenn Sie einmal überhaupt nicht weiterkommen, überspringen Sie mit einem Joker den Level. Von dieser Möglichkeit dürfen Sie dreimal Gebrauch machen. Einen neuen Joker erhalten Sie erst dann wieder, wenn Sie einen der ausgelassenen Level nachträglich gelöst haben.

Way to Go erinnert ein wenig an den Klassiker Sokoban, bringt aber auch zahlreiche eigene Ideen mit. Für Abwechslung sorgen die originellen Spielmodi. Der Schwierigkeitsgrad steigt genau im richtigen Maß an, und spätere Level erfordern extrem viel Gehirnschmalz und mitunter zahlreiche Anläufe. Trotz der niedlichen Comicfiguren richtet sich die Knobelpartie also an ältere Kinder und Erwachsene. Die Suche nach einer optimalen Lösung motiviert, auch bereits gelöste Spielbretter erneut in Angriff zu nehmen. Für die rund 10 Euro erhalten Käufer ein nettes kleines Denkspiel, das dank seines Umfangs lange an den Bildschirm fesselt.

Way to Go

Bezugsquelle: http://www.desura.com/games/way-to-go
Entwickler: makivision games
Lizenz: kommerziell
Preis: 10 Euro
Voraussetzungen: aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3-D-Grafik

Installation der Demoversion

Way to Go erhalten Sie für rund 10 Euro bei den Onlinevertrieben Desura [2], Gameolith [3] und ShinyLoot [4]. Die Version bei Desura war bei Redaktionsschluss allerdings nur unter Kubuntu lauffähig. Bis zum Erscheinungstermin dieser Ausgabe sollte das Problem behoben sein. Wenn Sie unverbindlich ins Spiel hineinschnuppern möchten, dann finden Sie auf der Projektseite [1] eine kostenlose Demoversion. Nutzen Sie (K)Ubuntu, so laden Sie Linux (Debian) herunter; OpenSuse-Anwender folgen dem Link Linux (RPM).

Nach dem Download navigieren Sie im Dateimanager zu den Downloads und klicken die heruntergeladene Datei (ihr Name beginnt mit waytogodemo) doppelt an. Unter Kubuntu wählen Sie dann Paket installieren, unter OpenSuse klicken Sie zweimal hintereinander auf Fortsetzen. Nach Eingabe Ihres Kennworts bestätigen Sie mit OK. Die Testversion des Rätselspiels finden im Startmenü unter Anwendungen / Nicht zuzuordnen oder direkt in Anwendungen. Eingabe von way in die Aktivitäten unter Gnome oder ins Unity-Dash führt ebenfalls zum Ziel.

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