Aus EasyLinux 02/2013

Von 32 nach 64 Bit (Seite 2)

Abbildung 1: Kein Cross-Upgrade: Der OpenSuse-Installer verweigert das Upgrade von Version 12.2 (32 bit) auf Version 12.3 (64 bit).
Abbildung 1: Kein Cross-Upgrade: Der OpenSuse-Installer verweigert das Upgrade von Version 12.2 (32 bit) auf Version 12.3 (64 bit).

Hatten Sie bisher eine separate Partition für die Home-Verzeichnisse in /home, dann binden Sie diese auch im neuen System wieder unter /home ein und geben an, dass sie nicht (!) formatiert wird – die privaten Dateien bleiben dann erhalten, und Sie sparen sich die Rücksicherung im nächsten Schritt. Das vorher erstellte Backup ist trotzdem sinnvoll, weil bei einer Linux-Installation immer etwas schief gehen kann.

Private Daten zurück kopieren

Die folgenden Schritte sind nur nötig, wenn Sie keine separate Home-Partition verwenden und durch die Neuinstallation Ihre privaten Dateien gelöscht haben.

Öffnen Sie im frisch installierten System ein Terminalfenster und werden Sie darin über sudo su zum Administrator root; dazu ist die Eingabe des Root-Passworts (OpenSuse) bzw. Ihres eigenen Passworts (Ubuntu) nötig. Dann wechseln Sie mit cd /home in den Ordner, der die Home-Verzeichnisse enthält. Lassen Sie sich den Inhalt des Ordners mit ls -l anzeigen; Sie sollten dort einen Ordner finden, der Ihren Benutzernamen hat. Benennen Sie ihn mit dem mv-Kommando um:

mv name name.old

Falls Sie bereits mehrere Benutzerkonten angelegt haben, wiederholen Sie den Schritt für alle hier liegenden Ordner, so dass nur Verzeichnisse übrig bleiben, deren Namen auf .old enden.

Jetzt können Sie den USB-Stick anschließen und mit dem Kommando

tar xzf /media/STICK/Datei -C /

das gesicherte Archiv mit den Home-Verzeichnissen entpacken. (Die Option -C / am Ende sorgt dafür, dass das Archiv relativ zum Wurzelverzeichnis entpackt wird; ohne die Option würde im Arbeitsverzeichnis ein neuer Unterordner home entstehen.)

Prüfen Sie danach, dass die Home-Verzeichnisse wieder vorhanden sind und auch den richtigen Besitzern gehören – ist das nicht der Fall, verwenden Sie (für jedes Konto) das Kommando

chown -R name name

Dass hier name zweimal als Argument auftaucht, ist kein Fehler: Vorne steht es für Ihren Benutzernamen, hinten für den (identischen) Namen Ihres Home-Verzeichnisses. Prüfen Sie erneut mit ls -l, dass die Besitzverhältnisse stimmen. Wenn es nur ein Benutzerkonto gibt, sollte die Ausgabe wie in Abbildung 2 aussehen.

Abbildung 2: "ls -l" zeigt, dass das Home-Verzeichnis "name" dem gleichnamigen Benutzer "name" gehört.
Abbildung 2: „ls -l“ zeigt, dass das Home-Verzeichnis „name“ dem gleichnamigen Benutzer „name“ gehört.

Pakete neu einspielen

Im letzten Schritt können Sie nun noch die Auswahl der installierten Pakete wiederherstellen. Unter Ubuntu/Kubuntu, Linux Mint und Knoppix erledigen Sie das mit folgenden Befehlen

sudo dpkg --set-selections < Dateiname
dpkg --yet-to-unpack
apt-get dselect-upgrade

wobei Sie Dateiname durch den Namen der weiter oben erzeugten Datei ersetzen müssen, die Sie auf den USB-Stick kopiert haben.

OpenSuse-Anwender können leider nicht ähnlich komfortabel die Pakete neu einspielen, hier ist ein manueller Blick in die gesicherte Paketliste nötig: Wenn Sie dort Pakete finden, die auf dem neuen System fehlen, suchen Sie diese manuell in der Paketverwaltung von YaST und spielen sie wieder ein.

Damit ist dann alles erledigt: Ab sofort treibt ein 64-Bit-Linux Ihren Computer an, und Sie können ab der kommenden EasyLinux-Ausgabe auch die Updater-Pakete auf der Service-Kit-DVD weiter nutzen, die wir dann nur noch im 64-Bit-Format bereitstellen.

Infos

[1] Backup auf USB-Stick: Hans-Georg Eßer, „Backup via USB“, EasyLinux 01/2013, S. 36 ff.

[2] Backup über das Netzwerk: Hans-Georg Eßer, „Backup im Netz“, EasyLinux 01/2013, S. 40 ff., http://linux-community.de/artikel/28133

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