Aus EasyLinux 02/2013

Know-how für die Kommandozeile (Seite 2)

$ sudo useradd -m petronella -G adm,cdrom,sudo,dip,plugdev,lpadmin,sambashare
$ sudo su - petronella
$ whoami
petronella
$ groups
petronella adm cdrom sudo dip plugdev lpadmin sambashare

Auch ein eigenes Skeleton-Verzeichnis mit der Grundausstattung (-k ordner auf beiden Systemen) und eine Standard-Shell (-s) dürfen Sie definieren. Der Schalter -f nummer bestimmt die Anzahl der Tage, nach denen der Account verfällt, wenn das Passwort abgelaufen ist, und -e datum legt einen Zeitpunkt fest, am welchem Tag der Account abläuft und das System ihn deaktiviert.

Tipp: Einen Account modifizieren („usermod“)

Einen bestehenden Benutzeraccount können Sie mit einem einzigen Befehl verändern – ohne sämtliche Konfigurationsdateien bearbeiten zu müssen. Dabei hilft Ihnen das Programm usermod, das im Wesentlichen ähnliche Parameter wie useradd kennt. Um einen Benutzer umzubenennen, nehmen Sie -l zu Hilfe. Mit dem folgenden Befehl wird aus petronella der Account petrosilie:

sudo usermod -l petronella petrosilie

Beachten Sie, dass das Home-Verzeichnis nach wie vor /home/petronella heißt und dass die enthaltenen Dateien und Verzeichnisse auch immer noch dem User petronella gehören. Der folgende Aufruf benennt auf Ubuntu- und OpenSuse-Systemen petronella in petrosilie um und bewegt den Inhalt des Home-Verzeichnisses (-m) in das neue Home-Verzeichnis (-d /home/petrosilie). Zusätzlich ändert das Kommando die Gruppenzugehörigkeit der enthaltenen Dateien, so dass sie zur Gruppe users mit der ID 100 gehören:

$ sudo usermod petronella -l petrosilie -g 100 -m -d /home/petrosilie
$ ls -la /home/petrosilie/
...
-rw-r--r-- 1 petrosilie users  220 Apr  3  2012 .bash_logout
-rw-r--r-- 1 petrosilie users 3637 Sep 19 15:42 .bashrc
...

Wenn Sie einen Account zu weiteren Gruppen hinzufügen möchten, können Sie ebenfalls usermod zu Hilfe nehmen. Dazu setzen Sie zuerst die Option -a (englisch „append“ = „anhängen“) und definieren dann hinter -G die weiteren Gruppen:

sudo usermod -a -G audio,cdrom petrosilie

Vergessen Sie den Schalter -a, trägt usermod den Account aus allen Gruppen aus und nur in die ein, die hinter -G stehen.

Tipp: Einen Account entfernen („userdel“)

Das dritte Programm im Bunde heißt userdel und entfernt Accounts vom System. Geben Sie hinter dem Befehl einfach nur den Benutzernamen an, bleibt das Home-Verzeichnis auf der Platte. Um es gleich mit zu entfernen, geben Sie zusätzlich den Parameter -r an:

sudo userdel -r petronella

Eine Sicherheitsabfrage findet nicht statt. Erstellen Sie also vorher ein Backup, falls Sie eventuell noch einmal auf die Daten zugreifen möchten.

Tipp: Standardeinstellungen für „useradd“ ändern

Abbildung 2 zeigt die Standardwerte für neue Benutzeraccounts, wie sie OpenSuse- und Ubuntu-Systeme setzen. Als Standardgruppe wählen beide Systeme users mit der ID 100, das Home-Verzeichnis befindet sich unterhalb von /home und der Account läuft nie ab (EXPIRE=). Als Standard-Shell vergibt OpenSuse /bin/bash, Ubuntu /bin/sh (ein symbolischer Link auf /bin/dash). Beide Distributionen definieren /etc/skel als Verzeichnis mit den grundlegenden Konfigurationsdateien (siehe Tipp ##) und erstellen kein Spoolverzeichnis für E-Mails. OpenSuse definiert zusätzlich die Zugehörigkeit zur Gruppe video und setzt auf diesem Wege eine umask.

Jede einzelne Einstellung können Sie mit einem Parameter beeinflussen und für einen Aufruf neu setzen, wie es der Tipp ## zeigt. Alternativ definieren Sie unter Ubuntu über -D und unter OpenSuse über --save-defaults neue Defaultoptionen. Hinter die jeweilige Option schreiben Sie einfach weitere Parameter. Die meisten davon bewirken bei den beiden Distributionen dasselbe. Hinter -g definieren Sie auf beiden Systemen eine neue Standardgruppe über deren ID, hinter -s eine Standard-Shell.

OpenSuse kennt darüber hinaus einige weitere Optionen, um neue Accounts zu beschreiben. Die Distribution akzeptiert hinter -G den Namen einer Standardgruppe, hinter -k ein Skeleton-Verzeichnis und hinter -U eine umask.

Tipp: YouTube-Videos herunterladen mit „youtube-dl“

Im Netz tummeln sich zahlreiche Werkzeuge und diverse Browser-Plug-ins, die Videos von beliebten Portalen wie YouTube, MyVideo, Clipfish, Dailymotion und so weiter herunterladen. Wer gerne auf der Shell arbeitet, der sollte sich das kleine Python-Programm youtube-dl anschauen [2]. Auf der Downloadseite finden Windows-Anwender eine ausführbare .exe-Datei; Linuxer laden die Anwendung entweder über den Browser oder mit wget herunter [3]:

wget http://youtube-dl.org/downloads/2013.02.25/youtube-dl

Das Tool benötigt Python in Version 2.6, 2.7, 3.3 oder neuer, was alle von EasyLinux unterstützten Distributionen in den Paketquellen bereitstellen. Wenn Sie das Programm systemweit verfügbar machen möchten, dann können Sie es nach /usr/local/bin verschieben; alternativ ist ein Ordner namens bin im eigenen Home-Verzeichnis ein guter Platz. Vor dem ersten Start machen Sie die heruntergeladene Datei ausführbar:

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