Aus EasyLinux 01/2013

Das Autorennspiel Stunt Rally

Fesche Flitzer

Linux-Nutzer müssen Autorennspiele mit der Lupe suchen. Eine der wenigen Ausnahmen ist Stunt Rally, das mit schicker Grafik, anspruchsvollen wie spektakulären Rundkursen und einem Streckeneditor begeistert.

Stunt Rally setzt den Spieler hinter das Steuer eines hochglanzpolierten Rennwagens, mit dem er mehrere fiktive Rallye-Meisterschaften absolvieren muss. Die Fahrt geht dabei nicht nur über Asphalt, sondern vornehmlich durch staubige Wüsten, Matsch und mitunter sogar Wasser. Regen und Schnee sorgen schließlich noch für eingeschränkte Sichtverhältnisse (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schneefall oder Regen beeinträchtigt leicht die Sicht.
Abbildung 1: Schneefall oder Regen beeinträchtigt leicht die Sicht.

Zahlenspiele

Stunt Rally bringt satte 104 Rundkurse mit, die sich durch 13 unterschiedliche Landschaften schlängeln. So geht es unter anderem auf eine sonnige Südseeinsel, durch einen matschigen Urwald und in ein schneebedecktes Gebirge. Über ihre Straßen brettert der Spieler mit einem von zehn frei wählbaren Autos, die jeweils unterschiedliche Fahreigenschaften aufweisen. Zwar handelt es sich durchweg um fiktive Modelle, die sich aber sichtbar an realen Marken orientieren. So findet man im Fuhrpark beispielsweise einen Ford Focus WRC oder den Ferrari 360.

In erster Linie zählt in Stunt Rally die schnellste Rundenzeit. Um sie zu erreichen, darf man durchaus auch die vorgezeichneten Straßen verlassen. Man muss lediglich die auf jeder Rennstrecke vorgegebenen, dummerweise aber nicht sichtbaren Wegpunkte in der richtigen Reihenfolge und Richtung durchfahren (Abbildung 2). Neben Einzelrennen auf einer der Strecken sorgen die Meisterschaften für weitere Herausforderungen. Diese Wettbewerbe fassen jeweils ausgesuchte Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zusammen.

Abbildung 2: Die Richtung zum nächsten Wegpunkt zeigt ein kleiner Pfeil am oberen Rand. Ist man auf der richtigen Fährte, leuchtet er grün – wenn man ihn denn im bonbonbunten Wald sieht.
Abbildung 2: Die Richtung zum nächsten Wegpunkt zeigt ein kleiner Pfeil am oberen Rand. Ist man auf der richtigen Fährte, leuchtet er grün – wenn man ihn denn im bonbonbunten Wald sieht.

Achterbahn

Stunt Rally versteht sich nicht nur als reine Rallye-Simulation. Einige ausgewählte Strecken bieten Steilkurven, Sprungschanzen und sogar Loopings (Abbildung 3). Um die möglichst unfallfrei zu meistern, darf man sein Auto mit einem „Nitro-Boost“ ausrüsten, der beim Zünden den Wagen für einen kurzen Zeitraum nach vorne katapultiert.

Abbildung 3: Einige Strecken bestehen aus spektakulären Rampen, Loopings und Röhren.
Abbildung 3: Einige Strecken bestehen aus spektakulären Rampen, Loopings und Röhren.

Jedes absolvierte Rennen zeichnet das Spiel auf. Mit dem eingebauten Videorekorder kann man so die eigene Fahrweise analysieren oder spektakuläre Manöver für die Nachwelt festhalten. Um nicht immer auf die Stoppuhr schielen zu müssen, spielt Stunt Rally bei jedem neuen Rennen die Aufzeichnung des bislang besten Fahrers ein. Sein Auto erscheint dann auf der Strecke als orangefarbener Geist (Abbildung 4). Sobald man ihn überholt hat, fährt man auf eine neue Bestzeit zu. Auf diese Weise kann man übrigens auch gegen sich selbst antreten.

Abbildung 4: Der orangefarbene Wagen absolviert noch einmal exakt die Fahrt, die zur derzeitigen Bestzeit führte. Sobald man diesen "Geist" überholt, hält man automatisch einen neuen Streckenrekord.
Abbildung 4: Der orangefarbene Wagen absolviert noch einmal exakt die Fahrt, die zur derzeitigen Bestzeit führte. Sobald man diesen „Geist“ überholt, hält man automatisch einen neuen Streckenrekord.

Wer nicht alleine gegen die Zeit fahren möchte, darf bis zu drei Freunde einladen und mit ihnen gemeinsam vor einem Bildschirm um den Sieg kämpfen. Stunt Rally zeigt dabei das Cockpit für jeden Fahrer in einem eigenen kleinen Fenster an (Split-Screen-Modus). Diese Variante setzt allerdings einen ziemlich leistungsfähigen Computer voraus. Alternativ können die Spieler auch über ein Netzwerk gegeneinander antreten. Wer alle Strecken gesehen hat und nach Nachschub lechzt, darf mit dem beiliegenden Streckeneditor seine eigenen Kurse basteln.

Straßenbau

Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und selbst ein paar Runden in Stunt Rally drehen möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Rufen Sie im Webbrowser die Adresse http://sourceforge.net/projects/stuntrally auf und klicken Sie auf die grüne Schaltfläche mit der Aufschrift Download und warten Sie dann fünf Sekunden, bis sich ein neues Fenster öffnet.
  2. Unter Kubuntu im Browser Rekonq klicken Sie auf Speichern unter …, im erscheinenden Fenster in der Liste Orte auf Persönlicher Ordner, dann in der Liste rechts daneben auf Downloads und lassen das Spiel schließlich Speichern. OpenSuse-Benutzer markieren Datei speichern und klicken auf OK. Der Browser lädt jetzt das ungefähr 330 MByte große Spiel herunter.
  3. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, starten Sie den Dateimanager und wechseln mit ihm in das Downloads-Verzeichnis. Dazu öffnen Sie das Startmenü. Wechseln Sie weiter auf das Register Rechner, entscheiden Sie sich dort für Persönlicher Ordner, und klicken Sie im neuen Fenster den Ordner Downloads an.
  4. Hier finden Sie jetzt eine Datei, deren Name mit StuntRally beginnt. Klicken Sie diese mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü den Punkt Extract Archive Here bzw. Entpacken / Archiv hierher auspacken.
  5. Es entsteht ein neues Verzeichnis, dessen Name mit StuntRally beginnt. Klicken Sie es an. Ein weiterer Klick auf stuntrally startet schließlich das Spiel. Eine besondere Installation ist nicht notwendig.

Sie können das StuntRally-Verzeichnis auch an einen beliebigen anderen Ort verschieben. Möchten Sie das Spiel später wieder loswerden, löschen Sie einfach diesen Ordner.

Probefahrt

Um direkt nach dem Start des Spiels ein kleines Rennen zu fahren, klicken Sie im Hauptmenü auf den Punkt Schnelles Spiel. Im neuen Schirm dürfen Sie sich aus der Liste am linken Rand eine Strecke aussuchen. In der Mitte sehen Sie ein Vorschaubild, rechts unten die Streckenführung. Die Kürzel rechts oben geben über Schwierigkeit und Beschaffenheit der Strecke Auskunft. Wenn Sie sich entschieden haben, wechseln Sie auf das Register Auto. Hier wählen Sie in der Liste am linken Rand einen Wagen, den Sie über die Regler noch in Ihrer Lieblingsfarbe lackieren. Abschließend starten Sie das Rennen über Neues Spiel. Die Steuerung des Wagens erfolgt dabei über die Pfeiltasten, die Leertaste löst die Handbremse aus, und mit [Esc] gelangen Sie immer wieder zurück zum Menü. Nach einer Karambolage können Sie das Geschehen über die Rückschritttaste „zurückspulen“, die Stoppuhr läuft dabei allerdings unaufhaltsam weiter.

Mit [C] wechseln Sie die Kameraperspektive; Stunt Rally bietet u. a. eine Vogelperspektive (Abbildung 5) und eine Stoßstangenansicht.

Abbildung 5: Die Fahrt durch die engen Gassen dieser Wüstenstadt zählt zu den anspruchsvolleren Aufgaben, hier aus der Vogelperspektive betrachtet.
Abbildung 5: Die Fahrt durch die engen Gassen dieser Wüstenstadt zählt zu den anspruchsvolleren Aufgaben, hier aus der Vogelperspektive betrachtet.

Weitere Herausforderungen warten im Hauptmenü hinter dem Punkt Meisterschaft. Hier bietet Ihnen Stunt Rally die zahlreichen vorhandenen Wettbewerbe an. Welche Strecken Sie dabei jeweils in welcher Zeit meistern müssen, erfahren Sie, wenn Sie den Wettbewerb in der Liste markieren und dann auf das Register Etappen wechseln. Sie beenden Stunt Rally übrigens über den gleichnamigen, leicht zu übersehenen Knopf rechts oben in der Ecke.

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