Aus EasyLinux 02/2012

Echtzeitstrategie

Wasserschlacht

Die Schlachten auf dem Meer, die das Spiel Oil Rush zeigt, gehören grafisch zum Besten, was Sie als Linux-Nutzer für Geld bekommen. Doch auch spielerisch punktet die Echtzeitstrategie.

Wer das Echtzeitstrategiespiel Oil Rush zum ersten Mal sieht, dem fallen spontan zwei Filme ein: Mad Max II und Waterworld. Wie im letztgenannten Film existieren auf der Welt nur noch Inseln – echte und künstliche –, während der Großteil der Landmasse unter Wasser steht. Das gesamte Geschehen spielt sich also auf dem Wasser ab. Und wie in Mad Max II kämpfen die Bewohner dieser Inseln um einen zentralen Rohstoff – in diesem Fall um das Öl. Das gibt dem Spiel, das zugleich auch eine Art Demo ist, seinen Namen: Mit Oil Rush wollen die Macher zeigen, was für Fähigkeiten in der plattformübergreifenden 3-D-Engine Unigine stecken. Ein Wermutstropfen: Zum Testzeitpunkt gibt es Oil Rush nur auf Englisch und Russisch – die deutsche Lokalisierung soll aber zum Verkaufsstart dieser Ausgabe bereits verfügbar sein.

Im Spiel besitzen Sie eine oder mehrere Plattformen, die jeweils Kampfeinheiten herstellen – etwa Flugzeuge, Jet-Skis oder Kanonenboote. Die fertigen Einheiten umkreisen die Plattform zunächst und schützen sie vor Angriffen, bevor Sie diese auf andere Plattformen loslassen. Sieben unterschiedliche Einheiten gibt es insgesamt im Spiel, im Lauf der Kampagne schalten Sie diese nacheinander frei. Eine Plattform stellt dabei so lange Einheiten her, bis ihr Limit erschöpft ist oder das Öl ausgeht.

Angriff und Abwehr

Im Gegensatz zu anderen Echtzeitspielen schicken Sie die Kampfeinheiten nicht einzeln los. In der kleinen Karte (Abbildung 1) bestimmen Sie, ob Sie 100%, 50% oder 25% der Einheiten auf die Reise schicken. Alternativ senden Sie nur bestimmte Einheiten los: Alle Jet-Skis, alle Kanonenboote und so weiter, die Sie über Schaltflächen aktivieren und deaktivieren. Verfügen Sie über mehrere Plattformen mit Einheiten, können Sie für einen Angriff auch jeweils 25% abzwacken.

Abbildung 1: Über fremde Plattformen wissen Sie erst mehr, wenn Sie Einheiten dorthin schicken. Sie senden entweder nur Teile der Einheiten oder bestimmte Truppentypen.
Abbildung 1: Über fremde Plattformen wissen Sie erst mehr, wenn Sie Einheiten dorthin schicken. Sie senden entweder nur Teile der Einheiten oder bestimmte Truppentypen.

Um nun dem Gegner auf den Pelz zu rücken, klicken Sie auf der kleinen Karte zunächst auf Ihre Plattform, die eine festgelegte Farbe trägt. Graue Plattformen sind neutral oder gehören bereits dem Gegner – wie viele Einheiten dort warten, wissen Sie nicht. Dann genügt ein Rechtsklick auf die gegnerische Plattform, um die Einheiten auf den Weg zu schicken.

Mit [F] folgen Sie den Schiffen und beobachten den Angriff, der nun automatisch abläuft (Abbildung 2). Die Einheiten haben dabei – wie so oft – unterschiedliche Fähigkeiten. Jet-Skis sind vor allem in großen Gruppen gefährlich, während die Kanonenboote mit Durchschlagskraft punkten. Greifen Sie eine produzierende Plattform an, achten Sie aber vor allem auf die Abwehrgeschütze.

Abbildung 2: Drücken Sie "F", um einen Angriff aus der Nähe zu betrachten. Mit dem Scrollrad der Maus zoomen Sie an das Geschehen heran.
Abbildung 2: Drücken Sie „F“, um einen Angriff aus der Nähe zu betrachten. Mit dem Scrollrad der Maus zoomen Sie an das Geschehen heran.

Jede Plattform, die Einheiten baut, lässt sich mit mehreren Abwehrtürmen und Geschützen bestücken (Abbildung 3). Die wichtigen Ölplattformen müssen Sie hingegen durch Einheiten beschützen – sie können sich nicht selbstständig verteidigen. Um Abwehrgeschütze zu bauen, klicken Sie mit der linken Maustaste auf eine Produktionsstätte und wählen dann die passenden Icons an. Bei der Auswahl machts die Mischung: Setzen Sie ausschließlich Maschinengewehre ein, wehren diese zwar gegnerische Jet-Skis hervorragend ab, haben aber wenig Chancen gegen Kanonenboote. Greift der Gegner hingegen mit Flugzeugen an, brauchen Sie Flugabwehrtürme.

Abbildung 3: Die Abwehrgeschütze verteidigen die Produktionsstätten gegen Feinde. Sie kosten allerdings Geld, das Sie über die Ölplattform erwirtschaften.
Abbildung 3: Die Abwehrgeschütze verteidigen die Produktionsstätten gegen Feinde. Sie kosten allerdings Geld, das Sie über die Ölplattform erwirtschaften.

Zusätze und Multiplayer

Die Abwehrgeschütze statten Sie wiederum mit Erweiterungen aus. Aber Vorsicht: es vergeht immer etwas Zeit bis so eine Erweiterung angeschraubt ist. Rüsten Sie sämtliche Türme mit einem Mal auf, ist die Plattform in dieser Zeit ohne Verteidigung. Aber egal ob mit oder ohne Erweiterungen: Die Abwehrtürme sorgen dafür, dass sich die Plattformen auch dann, wenn Sie keine Schiffe dorthin senden.

Erringen Sie im Spiel Siege, verdienen Sie Bonuspunkte, über die Sie spezielle Fähigkeiten erwerben (Items). Über [T] gelangen Sie zum „Tech-Tree“ und kaufen dort Items ein. Klicken Sie eine Fähigkeit im Tech-Tree an, landet diese als Symbol am linken Bildschirmrand. Interessant ist etwa das Radar-Item. Sie positionieren es auf einer gegnerischen Plattform und sehen dann, wie viele Einheiten dort warten. Andernfalls sehen Sie gegnerische Einheiten erst, wenn diese in Ihre Gewässer eindringen.

Neben dem Quick Game, das alle Einheiten involviert, gibt es die Campaign (Kampagne) sowie einen Multiplayer-Modus, über den Sie gegen andere menschliche Spieler antreten. Hier erwarten Sie verschiedene Szenarien, in denen Sie sich mit dem Gegner messen. Insgesamt gibt es in Oil Rush also mehrere Spielziele: Sie gewinnen Einzelspiele, Multiplayer-Spiele oder beenden erfolgreich die Kampagne. Ein Kritikpunkt: Die Zwischenszenen der Kampagnen hat man schon vor Jahren besser gesehen. In simpel gestrickten Animationen erklären schlecht synchronisierte und hölzern agierende Charaktere die nächsten Missionsziele – Interesse kommt da nicht auf.

Kauf und Installation

Sie kaufen Oil Rush über die Webseite oder installieren es über die beliebten Spieleplattformen Steam (mit Wine) und Desura (nativ). Wie Sie diese aufsetzen, können wir hier aus Platzgründen nicht schildern [1]. Das Spiel kostet um die 15 Euro (ca. 20 US-Dollar), und Sie können mit Kreditkarte und via PayPal zahlen [2].

Damit Oil Rush flüssig läuft, benötigen Sie eine neuere Grafikkarte (ab ATI Radeon HD4850 oder NVIDIA GeForce GTX 460) und müssen für diese den proprietären Grafiktreiber installieren [3]. Die Macher des Spiels empfehlen zudem einen Rechner mit einer Dual-Core-CPU und mindestens 2.5 GHz Taktfrequenz, 2 GByte Arbeitsspeicher sowie 3 GByte freien Festplattenspeicher.

Oil Rush landet in den meisten Fällen als ausführbare Binärdatei mit der Endung .run auf Ihrem Rechner. Sie machen diese zunächst unter OpenSuse 11.4/12.1 und Kubuntu 11.10 ausführbar, indem Sie auf der Konsole in das Verzeichnis mit der Datei wechseln. Dann geben Sie

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