Aus EasyLinux 01/2012

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie die Benutzeroberfläche anpassen und verschiedene Filter einsetzen: Damit erzeugen Sie abstrakte Bilder, einen Streifenhintergrund für Flyer oder den Orton-Effekt.

Tipp: Abstrakte Bilder mit wenigen Mausklicks

Gimps Menüpunkt Filter / Künstlerisch enthält einige interessante Kunstfilter, mit denen Sie nicht nur langweilige Fotos aufpeppen: In Kombination mit weiteren Filtern erzeugen Sie vielmehr ansehnliche Bilder. Klicken Sie hier zum Beispiel auf den Kubismus-Filter, begeben Sie sich zurück zu den Anfängen der abstrakten Malerei. Charakteristisch sind die Würfeldarstellungen (Abbildung 1), die Sie über einen Filterdialog einstellen. Im Dialogfenster Kubismus finden Sie sowohl Regler für die Kachelgröße als auch für die Kachelsättigung. Soll die Hintergrundfarbe in die Bildkreation mit einfließen, aktivieren Sie die Option Hintergrundfarbe verwenden.

Abbildung 1: Mit dem Filter "Kubismus" verwandeln Sie jedes Foto in ein abstraktes Kunstwerk.
Abbildung 1: Mit dem Filter „Kubismus“ verwandeln Sie jedes Foto in ein abstraktes Kunstwerk.

Tipp: Werkzeugkasten um Werkzeugsymbole erweitern

In Gimp haben Sie die Möglichkeit, den Umfang der Werkzeuge im Werkzeugkasten selbst zu bestimmen, falls Sie sich für den Arbeitsbereich mehr Übersicht wünschen. Um Werkzeuge ein- und auszublenden, öffnen Sie über Fenster / Andockbare Dialoge / Werkzeuge im Bildmenü den Werkzeugdialog. In Abbildung 2 sehen Sie einen Ausschnitt der langen Werkzeugliste, die für den Werkzeugkasten zur Verfügung stehen. Alle mit einem Augensymbol versehenen Werkzeuge sind im Werkzeugkasten aktiv. Ein Klick auf das jeweilige Auge entfernt das Werkzeug-Icon aus dem Kasten. Am Ende des Dialogfensters befindet sich das Aktionssymbol Die Ordnung und Sichtbarkeit der Werkzeuge wiederherstellen: Über einen Mausklick versetzen Sie hier die Ansicht in den ursprünglichen Dialogzustand zurück. Die Positionen der Werkzeuge im Werkzeugkasten legen Sie bequem per Drag & Drop fest.

Abbildung 2: Der Werkzeugdialog zeigt die Werkzeuge, die Sie für die Anzeige im Werkzeugkasten aktivieren und dadurch schnell ansteuern können.
Abbildung 2: Der Werkzeugdialog zeigt die Werkzeuge, die Sie für die Anzeige im Werkzeugkasten aktivieren und dadurch schnell ansteuern können.

Tipp: Streifenhintergrund mit Filtern basteln

Streifenhintergründe erzeugen Sie nicht nur manuell mit Hilfe von Auswahlwerkzeugen und Geduld: Mit dem Filter Plastisches Rauschen im Bildmenü unter Filter / Render / Wolken erstellen Sie in weniger als 60 Sekunden einen Streifeneffekt für Ihr Bild (Abbildung 3).

  1. Rufen Sie über Filter / Render / Wolken / Plastisches Rauschen im Bildmenü den Filterdialog auf.
  2. Im Filterdialog stellen Sie bei Zufälliger Anfangswert einen Wert zwischen 20 und 200 ein, abhängig davon, wie die Farbverteilung für Ihre Streifen ausfallen soll. Aktivieren Sie die Option Turbulenz, um das Ergebnis etwas abzudunkeln. Als X-Größe wählen Sie den höchsten Wert 16, für die Y-Größe setzen Sie den niedrigsten Wert ein.
  3. Über die Vorschau überprüfen Sie das Einstellungsergebnis und bestätigen die Aktion mit OK.
  4. Erzeugen Sie eine neue Ebene ([Umschalt]+[Strg]+[N]) und füllen Sie diese mit einer Farbe.
  5. Wollen Sie die Farbe auf der darunterliegenden Ebene ändern, stellen Sie den Ebenenmodus von Normal auf eine passende Option wie etwa Multiplikation oder Bildschirm.
  6. Die Ausrichtung der Streifen ändern Sie jederzeit mit Hilfe der Transformationswerkzeuge Drehen ([Umschalt]+[R]) und Transformation ([Umschalt]+[P]).

    Abbildung 3: Eine einfache Möglichkeit, einen Streifenhintergrund mit Gimp zu erzeugen, bietet der Filter "Plastisches Rauschen".
    Abbildung 3: Eine einfache Möglichkeit, einen Streifenhintergrund mit Gimp zu erzeugen, bietet der Filter „Plastisches Rauschen“.

Tipp: Der Orton-Effekt

Der Orton-Effekt heißt nach dem Fotografen Michael Orton, der diese Technik als erster einsetzte. Es geht darum, dass sich zwei überbelichtete Fotos, von denen eines scharf und das andere unscharf ist, überlagern. Wir zeigen, wie Sie den Effekt in wenigen Schritten selbst erzeugen.

  1. Öffnen Sie das zu bearbeitende Foto und dann den Ebenendialog ([Strg]+[L]).
  2. Duplizieren Sie die Bildebene mit Ebene / Ebene duplizieren ([Umschalt]+[Strg]+[D]).
  3. Wechseln Sie per Doppelklick auf die unterste Bildebene.
  4. Rufen Sie über Filter / Verbessern / Schärfen im Bildmenü den Schärfen-Filter auf. Legen Sie in den Filtereinstellungen einen Schärfewert zwischen 10 und 20 Prozent fest.
  5. Wechseln Sie zurück auf die oberste Ebene. Hier wenden Sie den Gaußschen Weichzeichner an, den Sie im Bildmenü unter Filter / Weichzeichnen finden. Im Dialogfenster des Filters stellen Sie den Weichzeichnenradius auf einen Wert von 15.
  6. Abschließend wählen Sie für die oberste Ebene einen Ebenenmodus aus. Als Modus ist hier Multiplikation ideal, wenn das Ergebnis dunkler ausfallen soll. Wählen Sie hingegen den ModusHarte Kanten, wirkt der Effekt weniger düster.

Je nachdem, wie stark Sie die Ebenendeckkraft regulieren, arbeiten Sie noch etwas am Ergebnis. Der Effekt eignet sich für eine Vielzahl an Motiven.

Abbildung 4: Orton-Effekt: Je nach Stärke des Weichzeichnerradius und der Auswahl des Ebenenmodus erhalten Sie abweichende Ergebnisse.
Abbildung 4: Orton-Effekt: Je nach Stärke des Weichzeichnerradius und der Auswahl des Ebenenmodus erhalten Sie abweichende Ergebnisse.

Tipp: Text im Bild positionieren

Beim Platzieren von Text in einem Bild lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf: Dank des Verschieben-Werkzeugs ([M]) bewegen Sie die Textauswahl frei im Bild. Soll der Text jedoch eine exakte Position einnehmen, greifen Sie zum Ausrichten-Werkzeug ([Q]). Den Werkzeugdialog öffnen Sie über den Menüpunkt Werkzeuge / Transformationen / Ausrichten.

Unterhalb des Werkzeugmenüs erscheinen nun verschiedene Pfeile, über die Sie das Textobjekt ausrichten. Um es mittig im Bild zu platzieren, aktivieren Sie bei Relativ zu: die Option Erstes Objekt und dann mit einem Mausklick die Textebene. Anschließend klicken Sie auf die beiden Icons Am Zentrum des Ziels ausrichten und An der Mitte des Ziels ausrichten. Der Text erscheint nun exakt mittig im Bild. Wollen Sie die Position um einige Pixel nach links, rechts, oben oder unten verschieben, verwenden Sie den Bereich Verteilen. Hier tragen Sie bei Versatz den gewünschten Wert ein und klicken auf das passende Positions-Icon.

Tipp: Gimp-eigenes Dateiformat komprimiert speichern

In Gimp bearbeitete Bilder speichern Sie idealerweise im Gimp-eigenen Dateiformat XCF. So stellen Sie sicher, dass keine Bildbearbeitungsinformationen wie zum Beispiel Pfade, Kanäle oder Ebenen verloren gehen. Aufgrund der Datenfülle sind diese Bilder allerdings recht groß. Wenn Sie etwas Speicherplatz sparen möchten, empfehlen wir Ihnen, die Bilder beim Sichern direkt zu komprimieren. Hierfür wählen Sie im Dialogfenster, das Sie über den Menüpunkt Bild speichern ([Umschalt]+[Strg]+[S]) erreichen, die Dateiendung gzip-Archiv (*.xcf.gz, *.gz, *.xcfgz) bzw. bzip-Archiv (*.xcf.bz2, *.bz2, *.xcfbz2) aus. Verwenden Sie das GZ-Format, sparen Sie etwa 50% Speicherplatz ein, beim BZ2-Format sind es sogar bis zu 80%. Um die so komprimierten Dateien später anzuschauen, müssen Sie diese zunächst im Dateimanager entpacken.

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