Aus EasyLinux 03/2010

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu (Seite 2)

  1. Öffnen Sie die Datei /etc/default/grub in einem Texteditor mit Root-Rechten, zum Beispiel über [Alt]+[F2] und Eingabe von gksu gedit /etc/default/grub. Auf Aufforderung geben Sie Ihr eigenes Kennwort ein.
  2. Kopieren Sie die Zeile

    GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash"
    

    und kommentieren Sie die Originaleinstellung mit einem Rautezeichen am Zeilenanfang aus, um sie zu deaktivieren. Die Zeile zu verdoppeln und durch einen Kommentar zu deaktivieren, hat den Vorteil, dass Sie jederzeit den Ursprungszustand wiederherstellen können.

  3. Dann ändern Sie den neuen (nicht als Kommentar markierten) Eintrag und ersetzen die Angabe "quiet splash" durch "noplymouth", wie in Abbildung ## zu sehen. In der Konfiguration stehen also nun die folgenden beiden Zeilen:

    #GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash"
    GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="noplymouth"
    
  4. Speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie den Texteditor. Danach schreiben Sie die Grub-Konfigurationsdatei /boot/grub/grub.cfg neu. Dazu verwenden Sie das Kommando update-grub: Öffnen Sie einen Schnellstarter über [Alt]+[F2]. Geben Sie ins Eingabefeld den Befehl sudo update-grub ein, aktivieren Sie die Checkbox Im Terminal ausführen und klicken Sie auf die Schaltfläche Ausführen. Ins folgende Terminalfenster tippen Sie auf Aufforderung Ihr eigenes Kennwort, danach sehen Sie Meldungen wie Generating grub.cfg …, und wenn der Vorgang abgeschlossen ist, verschwindet das Terminalfenster.

Tipp: Knoppix: Plymouth für (K)Ubuntu deaktivieren

Dieser Tipp ist dann wichtig, wenn Sie (wie in Tipp ## beschrieben) Probleme mit dem Bootsplash von (K)Ubuntu haben und dieses System deshalb gar nicht starten können.

Booten Sie Ihren Rechner mit der Live-Distribution und warten Sie, bis die grafische Oberfläche von LXDE erscheint. Hängen Sie die (K)Ubuntu-Root-Partition ein und bearbeiten Sie darin die Grub-Konfiguration. Anschließend binden Sie das Verzeichnis mit den Gerätedateien (/dev) innerhalb des installierten Systems ein und verfahren dann genauso für das Schnittstellendateisystem (/proc). Danach wechseln Sie mit chroot in das (K)Ubuntu-System und aktualisieren die Grub-Konfiguration. Und das geht so:

  1. Klicken Sie in der Kontrollleiste auf das Symbol mit dem Terminal, um ein Terminalfenster zu öffnen.
  2. Nun hängen Sie die Root-Partition Ihres Ubuntu-Systems ein. Tippen Sie dazu die folgenden Befehle:

    sudo mkdir /mnt/tmp
    sudo mount /dev/sda1 /mnt/tmp
    

Das erste Kommando legt unterhalb von /mnt ein Verzeichnis namens /tmp an. Der folgende Aufruf hängt die Root-Partition dort ein, sodass Sie die entsprechenden Änderungen vornehmen können. Dabei ersetzen Sie /dev/sda1 durch die korrekte Partitionsbezeichnung Ihrer (K)Ubuntu-Installation.

  1. Bearbeiten Sie nun im Texteditor Ihrer Wahl die Datei /mnt/tmp/etc/default/grub. Dazu geben Sie z. B. in das geöffnete Terminalfenster das Kommando gedit /mnt/tmp/etc/default/grub ein (Abbildung 4). Danach passen Sie die Datei, wie im vorigen Tipp beschrieben, an.
  2. Schließen Sie den Texteditor und geben Sie im noch geöffneten Terminal die folgenden Befehle ein:

    sudo mount -o bind /dev /mnt/tmp/dev
    sudo mount -t proc /proc /mnt/tmp/proc
    sudo chroot /mnt/tmp
    update-grub
    
  3. Danach booten Sie den Rechner ohne Knoppix-Medium neu. Der Bootsplash sollte nun nicht mehr zu sehen sein.

    Abbildung 4: Mit einer Live-DVD wie Knoppix schalten Sie den Bootsplash Plymouth in der Grub-Konfiguration ab, wenn (K)Ubuntu nicht korrekt startet.
    Abbildung 4: Mit einer Live-DVD wie Knoppix schalten Sie den Bootsplash Plymouth in der Grub-Konfiguration ab, wenn (K)Ubuntu nicht korrekt startet.

Tipp: Ubuntu: Twittern über das Me Menu

Der Gnome-Desktop der Ubuntu-Distribution bietet als Neuerung das so genannte Me Menu. Dieses erreichen Sie über das Icon mit der Sprechblase im oberen Panel. Wenn Sie das Symbol mit der linken Maustaste anklicken, klappt die Sitzungsanzeige (so heißt das Menü eigentlich) nach unten auf. In der Voreinstellung sind sämtliche Zugänge unkonfiguriert, daher erscheinen alle Statusmeldungen ausgegraut (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das neue Menü im oberen Panel bietet schnellen Zugriff auf Instant Messenger, Microblogging-Client, Mailprogramm und Ubuntu One.
Abbildung 5: Das neue Menü im oberen Panel bietet schnellen Zugriff auf Instant Messenger, Microblogging-Client, Mailprogramm und Ubuntu One.

Um das neue Menü zum Twittern zu verwenden, wählen Sie nach dem Aufklappen den Punkt Nachrichtenkonten aus. Im folgenden Dialog fügen Sie ein neues Konto hinzu. Im Angebot sind Flickr, Twitter, Identi.ca, Facebook & Co. Nach Auswahl des gewünschten Dienstes (in diesem Beispiel Twitter) geben Sie im nächsten Dialog die Anmeldedaten für Ihren Zugang ein und klicken dann auf Hinzufügen. Im Me Menu erscheint nun nach dem Aufklappen eine Eingabezeile, in der Sie Ihre Nachrichten (z. B. Tweets) absetzen können. Vorsicht: In der Grundeinstellung erscheint das, was Sie hier eingeben und per [Eingabe] abschicken, bei allen Diensten, die im Microblogging-Client Gwibber aktiviert sind. Haben Sie also außer einem Twitter- auch noch ein Identi.ca-Konto eingerichtet und ist dieses in Gwibber nicht temporär abgeschaltet, landet die Nachricht aus dem Eingabefeld des Me Menu gleichzeitig in beiden Microblogging-Plattformen.

Das im Hintergrund werkelnde Gwibber zeigt sich in der aktuellen Version deutlich weniger sperrig als die im letzten Heft getestete Variante [2]. Das Gwibber-Hauptfenster rufen Sie über das Panel-Applet mit dem Briefumschlag (Benachrichtigungsanzeige) auf den Plan, indem Sie das Icon und dann Nachrichten versenden anklicken. Dort schalten Sie am unteren Fensterrand schnell die gewünschten Plattformen an und aus. Geht eine Direktnachricht oder ein Tweet, der Sie erwähnt, ein, informiert die Benachrichtigungsanzeige Sie (Abbildung 6).

Abbildung 6: Neue Nachrichten auf Twitter erscheinen als Pop-up der Benachrichtigungsanzeige. Über dieses Menü (Icon mit dem Umschlag) öffnen Sie auch den Microblogging-Client Gwibber.
Abbildung 6: Neue Nachrichten auf Twitter erscheinen als Pop-up der Benachrichtigungsanzeige. Über dieses Menü (Icon mit dem Umschlag) öffnen Sie auch den Microblogging-Client Gwibber.

Tipp: Knoppix: Iceweasel mit NoScript-Extension

Der Webbrowser Firefox hört bei dem Live-System auf den Namen Iceweasel. Damit folgt Knoppix dem Vorbild Debian – die Entwickler dieser Distribution haben aus Lizenzgründen einige Umbenennungen für die Sprösslinge der Mozilla-Familie vorgenommen: Der Browser Firefox heißt in der Debian-Welt Iceweasel, das Mailprogramm Thunderbird hört auf den Namen Icedove, und das Kalenderprogramm Sunbird heißt Iceowl. Weitere Informationen dazu erhalten Sie, wenn Sie in Iceweasel in die Adresszeile about:README.Debian eingeben.

Der Webbrowser bringt unter Knoppix die Firefox-Erweiterung NoScript [3] mit, die aktive Inhalte auf Webseiten blockiert. In der Voreinstellung blockiert das Add-on JavaScript, Java, Adobe Flash, Microsoft Silverlight und andere Plug-ins. Weiterhin erlaubt NoScript, Frames und iFrames zu sperren. Die Erweiterung sperrt also zunächst alles – bestimmte Seiten geben Sie explizit (temporär oder dauerhaft) frei. Diese Adressen landen dann in einer Liste von Seiten, die solche Elemente verwenden dürfen.

Tipp: Knoppix: NoScript-Positivliste anpassen

Die NoScript-Erweiterung von Knoppix 6.2 hat bereits einige Webseiten in die Positivliste aufgenommen: Seiten in dieser Liste bremst NoScript nicht aus, sondern zeigt alle aktiven Inhalte an. Welche Seiten auf der Postivliste stehen, erfahren Sie, indem Sie unten rechts in der Fensterleiste des Browsers das Symbol mit dem durchgestrichenen „S“ anklicken und aus dem Menü Einstellungen wählen. Dort gehen Sie zum Reiter Positivliste und finden alle Domains, die erlaubt sind (Abbildung 7). Die temporär zugelassenen Adressen erscheinen in dieser Auflistung in schräger Schrift (kursiv).

Abbildung 7: In der Grundeinstellung sperrt die Firefox-Erweiterung alles. Knoppix hat aber in einer eigenen Positivliste bereits einige Ausnahmen konfiguriert.
Abbildung 7: In der Grundeinstellung sperrt die Firefox-Erweiterung alles. Knoppix hat aber in einer eigenen Positivliste bereits einige Ausnahmen konfiguriert.

Über einen Klick auf das NoScript-Symbol in der unteren Fensterleiste erreichen Sie nicht nur die Einstellungen der Erweiterung, sondern heben Beschränkungen für eine Webseite auf (temporär oder für immer), erreichen kürzlich gesperrte Sites und sehen, was als nicht vertrauenswürdig eingestuft wurde. Sobald Sie eine Seite freigeben, erlaubt NoScript dieser, alle damit verbundenen Skripte oder Plug-ins zu nutzen. Es ist nicht möglich, eine Feinabstimmung vorzunehmen und z. B. nur JavaScript zu erlauben und Flash zu blockieren. Weitere Informationen zu der Browsererweiterung, den Grundfunktionen und den Konfigurationsmöglichkeiten finden Sie im Firefox-Wiki [4].

Tipp: Knoppix: NoScript-Positivliste sichern

Was nützt die beste Konfiguration dieser Ausnahmen für NoScript, wenn Sie Ihre eigene Liste nicht über den nächsten Reboot hinweg retten können? Knoppix bringt zwar eine vorkonfigurierte Positivliste mit, aber Ihre eigenen Ergänzungen verschwinden beim Herunterfahren des Rechners.

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