Aus EasyLinux 02/2010

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu (Seite 2)

Abbildung 3: Ohne Umwege ins Web: Die meisten Programmbeschreibungen enthalten einen Link zur Projektwebseite.
Abbildung 3: Ohne Umwege ins Web: Die meisten Programmbeschreibungen enthalten einen Link zur Projektwebseite.

Tipp: Ubuntu: Onlinedatenspeicher One einrichten

Eine der wichtigsten Neuerungen in Karmic Koala ist die Synchronisierungslösung Ubuntu One [3]. Ubuntu-Anwender erhalten kostenlos 2 GByte Speicherplatz auf den Canonical-Servern mit der Option, für 10 US-Dollar pro Monat auf 50 GByte aufzustocken. In dieser Onlineablage speichern Sie unter anderem Dateien und Verzeichnisse, Evolution-Kontakte, Firefox-Lesezeichen und Tomboy-Notizen – ganz privat oder für bestimmte Benutzer freigegeben, so dass diese auf Ihre Daten zugreifen können.

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie das mitgelieferte Clientprogramm einrichten. Beachten Sie, dass mit der in Karmic Koala ausgelieferten Version der NetworkManager Voraussetzung für eine erfolgreiche Synchronisation ist. Wollen Sie andere Netzwerkmanager wie etwa Wicd nutzen, können Sie auf Ubuntu One aus den Launchpad-PPA-Quellen ausweichen. Das Ubuntuusers-Wiki erklärt, wie’s geht [4].

  1. Starten Sie das Programm über das Menü Anwendungen / Internet / Ubuntu One (Gnome) oder das K-Menü / Programme / Internet / Ubuntu One. Beim ersten Aufruf öffnet sich außer dem Client als Panel-Applet (die kleine ausgegraute Wolke) auch die Launchpad-Webseite von Ubuntu One im Standardbrowser. Hier melden Sie sich mit den Launchpad-Zugangsdaten (Mailadresse und Passwort) an.
  2. Besitzen Sie keinen Launchpad-Account, erstellen Sie jetzt einen. Tragen Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein, markieren Sie die Checkbox No, I want to create an account now („Nein, ich möchte jetzt einen Account erstellen.“) und klicken Sie auf Continue. Sie erhalten nach kurzer Zeit eine E-Mail an die angegebene Adresse mit einem Link, über den Sie den neuen Account freischalten und einrichten.
  3. Anschließend melden Sie den eigenen Computer auf der Seite Confirm Computer Access an. Im Feld Computer Name steht bereits Ihr Rechnername. Diesen können Sie aber auch verändern und etwas Eigenes eintragen. Klicken Sie danach auf die Schaltfläche Add This Computer („Füge diesen Computer hinzu“).

  4. Im Browserfenster sehen Sie nun Ihren eigenen Speicherbereich mit den Abteilungen Files (normale Dateien und Verzeichnisse), Notes (Tomboy-Notizen), Contacts (Evolution-Kontakte) und Account (Ihr eigener Zugang mit Möglichkeit zum Upgrade auf 50 GByte und der Liste der verbundenen Computer).

Tipp: Ubuntu: Ubuntu-One-Panel-Applet einrichten

Die kleine Wolke, die sich im Systembereich der Gnome- oder KDE-Kontrollleiste einnistet, ist in der Voreinstellung nicht immer eingeblendet. Sie machen das Icon dauerhaft sichtbar, indem Sie direkt nach dem Start des Clients mit der rechten Maustaste auf die Wolke klicken und den Eintrag Einstellungen im Kontextmenü aufrufen. Wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Symbol anzeigen die Option Immer aus. Die Einstellung für Beim Starten verbinden (steht auf Automatisch) können Sie übernehmen. Benutzer mit langsamer Internetverbindung aktivieren die Checkbox Bandbreitenverbrauch beschränken und tragen geeignete Werte für den Up- und Download ein (Abbildung 4). Mit diesen Werten können Sie auch experimentieren und diese mehrfach ändern, bis Sie keine störenden Einschränkungen beim normalen Surfen mehr spüren.

Abbildung 4: Der Ubuntu-One-Client schon auf Wunsch Ihre Bandbreite.
Abbildung 4: Der Ubuntu-One-Client schon auf Wunsch Ihre Bandbreite.

Tipp: Ubuntu: Datenabgleich mit Ubuntu One

Zur Synchronisierung mit dem Ubuntu-One-Server gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Über das Panel-Icon erreichen Sie wahlweise das Webinterface (Webseite besuchen) oder den Dateimanager (Ordner öffnen).

Das Webinterface hat den Vorteil, dass Sie es von jedem Computer aus erreichen können – es muss nicht zwingend der Ubuntu-Rechner sein. Öffnen Sie die Webseite https://one.ubuntu.com/ im Browser Ihrer Wahl oder klicken Sie im Kontextmenü des Applets auf Webseite besuchen. Per Klick auf Sign in melden Sie sich an. Klicken Sie auf Upload a File (Eine Datei hochladen) und im folgenden Fenster auf Durchsuchen, um einen Dateiauswahldialog zu öffnen. Dort wählen Sie einzelne Dateien aus und schicken sie mit Öffnen und dann Upload zum Server.

Der Weg über den Dateimanager ist elegant, weil Sie per Drag & Drop arbeiten können. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie Kubuntu mit KDE oder Ubuntu mit Gnome verwenden – sowohl Dolphin als auch Nautilus zeigen den Ordner Ubuntu One im eigenen Home-Verzeichnis an. Gnomes Dateimanager bietet zusätzlich für diese Ansicht eine Schaltfläche Verbinden (wenn Sie nicht mit dem Server verbunden sind) bzw. Trennen (wenn die Verbindung besteht) an. KDE-Benutzer bauen die Verbindung mit dem Ubuntu-One-Server von Hand auf und ab.

Ist der Client, wie im vorigen Tipp empfohlen, so eingestellt, dass er sich automatisch am Server anmeldet, entfällt die manuelle Kontaktaufnahme sowieso. Sie kopieren oder verschieben etwas ins Verzeichnis Ubuntu One, und nach kurzer Zeit beginnt der Abgleich (Abbildung 5).

Abbildung 5: Ein Dialogfenster bestätigt die Synchronisation mit dem Ubuntu-One-Server.
Abbildung 5: Ein Dialogfenster bestätigt die Synchronisation mit dem Ubuntu-One-Server.

Tipp: Ubuntu: Ubuntu-One-Syncdaemon auf der Kommandozeile

Der Ubuntu-One-Syncdaemon (kurz für: Synchronisations-Daemon) arbeitet im Hintergrund und ist, wie der Name vermuten lässt, für den Datenabgleich zuständig. Alle Funktionen, die Sie über das Panel-Applet, Nautilus oder das Webinterface aufrufen, können Sie auch von der Shell aus steuern. Der folgende Aufruf des Tools verrät, welche Parameter es kennt:

u1sdtool --help

In der Regel ist der Griff zum Shell-Tool nicht nötig. Das Programm u1sdtool zeigt sich aber sehr auskunftsfreudig und verrät neugierigen Anwendern mehr darüber, was im Hintergrund passiert. So fragen Sie mit dem Befehl u1sdtool --status den aktuellen Status ab und sehen in der Ausgabe z. B., ob Sie gerade verbunden sind (is_connected: True) oder nicht (is_connected: False). Ebenfalls sehr aufschlussreich ist der Parameter --waiting-content: Damit gibt das Tool eine Liste der Dateien aus, die zum Up- oder Download vorgesehen sind.

Wer den Transfer zum und vom Server mitverfolgen möchte, verwendet die Option --current-transfers:

$ u1sdtool --current-transfers
Current uploads:
  path: /home/huhn/Ubuntu One/fotos/IMG_1293.JPG
    deflated size: 1839317
    bytes written: 456652
Current downloads:
  path: /home/huhn/Ubuntu One/sources.list
    deflated size: N/A
    bytes read: 0

Sind Sie also nicht sicher, ob ein Up- oder Download wirklich noch läuft, kontrollieren Sie durch mehrfache Eingabe dieses Kommandos, ob sich die Dateigröße (bytes written) verändert.

Ubuntu One ist noch nicht ganz ausgereift, und es kann durchaus zu Verbindungsabbrüchen kommen. Auch mit der aktuellsten Version aus dem Launchpad-Repository kam es auf dem Testrechner ab und zu vor, dass der Client keine Verbindung zum Server aufnahm. In einem solchen Fall hilft das Programm u1sdtool dabei, den Synchronisations-Daemon zu beenden und neu zu starten:

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