Aus EasyLinux 04/2009

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

Die Linux-Tipps beschäftigen sich in dieser Ausgabe unter anderem mit den Webbrowsern Firefox und Opera und helfen bei Problemen mit Copy & Paste.

Tipp: Probleme beim Copy & Paste beheben

Manchmal scheitert der Versuch, Text per Copy & Paste von einer Anwendung in eine andere zu kopieren – das hängt von vielen Faktoren ab: der eingesetzten Desktop-Umgebung (KDE, Gnome, andere) und den beiden Programmen, zwischen denen Sie Daten austauschen wollen. Tritt dieses Problem auf, hilft es oft, ein zusätzliches Programm als „Vermittler“ zu verwenden: Starten Sie dann z. B. unter KDE den Editor Kate oder unter Gnome das Programm GEdit. Versuchen Sie nun, den markierten Text zunächst von der ersten Anwendung in den Editor und von dort (nach erneutem Markieren und Kopieren) in das zweite Programm zu übertragen.

Für das Kopieren und Einfügen gibt es zudem meist zwei unterschiedliche Methoden: Häufig reicht es aus, Text im Quellprogramm mit der Maus zu markieren und dann im Zielprogramm die mittlere Maustaste zu drücken. Als zweite Methode können Sie die Zwischenablage oft über ein spezielles Kommando im Bearbeiten-Menü oder eine Tastenkombination wie [Strg]+[C] füllen und den Inhalt anschließend auf ähnliche Weise (Bearbeiten / Einfügen oder [Strg]+[V]) in der Zielanwendungen einfügen. Dass eine dieser beiden Methoden versagt, muss nicht automatisch bedeuten, dass auch die zweite scheitert. Probieren Sie darum stets beide Mechanismen aus und kombinieren Sie, wenn es nicht klappt, beide mit dem zusätzlichen Editor als Vermittler.

Relativ häufig treten solche Kopierprobleme übrigens auf, wenn eines der beteiligten Programme nicht direkt auf Ihrem Linux-System läuft, sondern z. B. in einem Emulator (VMware, Virtual Box etc.) oder über Netzwerkprotokolle wie NX [1] oder VNC [2] auf einem entfernten Rechner.

Tipp: Opera: Gemeinsame Bookmark-Liste auf mehreren PCs

Der alternative Webbrowser Opera bietet ein nützliches Feature für Anwender, die mehrere PCs nutzen, z. B. zu Hause und im Büro: Wenn Sie sich bei Opera mit einem Benutzernamen und Passwort registrieren, können Sie Ihre Bookmark-Liste (also die Lesezeichen) über alle PCs synchronisieren. Tragen Sie dann im Büro ein neues Lesezeichen in die Liste ein, erscheint es beim nächsten Opera-Start am heimischen Computer auch dort in der Bookmark-Übersicht.

Zunächst müssen Sie diese Funktion, die der Browser-Hersteller „Opera Link“ nennt, auf allen PCs einrichten. Beim ersten Mal ist es dazu notwendig, einen neuen Account einzurichten.

Rufen Sie den Menüpunkt Extras / Opera Link Synchronisierung / Synchronisierung aktivieren auf – es startet ein Setup-Assistent. Die erste Seite erklärt nur, worum es geht: Klicken Sie auf Weiter. Im nächsten Dialog (Abbildung 1) können Sie einen neuen Account erstellen; Sie benötigen nur einen Benutzernamen, ein Passwort (zweifach einzugeben) und eine (gültige) Mailadresse. Geben Sie diese Daten ein und klicken Sie auf Weiter.

Abbildung 1: Opera Link hält u. a. Ihre Bookmark-Sammlung auf mehreren Opera-Installationen synchron.
Abbildung 1: Opera Link hält u. a. Ihre Bookmark-Sammlung auf mehreren Opera-Installationen synchron.

Im nächsten Dialog wählen Sie, welche Daten Opera Link synchronisieren soll; im Zweifelsfall übernehmen Sie die Vorgabe (alle möglichen Inhalte) – Passwörter bleiben in jedem Fall lokal auf eine Opera-Installation beschränkt und wandern nicht auf den Opera-Server. Klicken Sie auf Fertig.

Links unten in der Browserstatuszeile erscheint erscheint jetzt ein grünes Icon mit zwei weißen Pfeilen (Opera Link ist aktiviert).

Starten Sie Opera jetzt auf einem anderen Computer und gehen Sie dort genau wie beschrieben vor – mit einer Abweichung: Bei der Angabe der Benutzerdaten klicken Sie auf Ich habe bereits ein Konto – dann verschwinden einige Eingabefelder, und Sie geben nur noch den Benutzernamen und das Passwort ein. Ab sofort sind diese beiden Rechner synchronisiert.

Tipp: Firefox: Synchrone Bookmarks wie mit Opera Link

Die Firefox-Entwickler planen erst für eine der kommenden Versionen ein Bookmark-Synchronisierungstool, das mit Opera Link aus dem vorherigen Tipp vergleichbar wäre. Gleich zwei Plug-ins konkurrieren aber darum, diese Lücke vorab zu schließen: Xmarks [3] und Gmarks [4]. In diesem Tipp beschreiben wir Xmarks. Die Erweiterung lässt Sie nicht nur Bookmarks in verschiedenen Firefox-Installationen abgleichen, sondern nimmt auf Wunsch auch die Passwörter für den Zugang zu geschützten Webseiten mit. Diese Funktion ist aber mit Vorsicht zu genießen – immerhin vertrauen Sie damit einem fremden Anbieter Ihre Zugangsdaten an.

So gehen Sie vor, um das Plug-in zu installieren und zu konfigurieren:

  1. Rufen Sie in Firefox die Xmarks-Webseite http://www.xmarks.com/ auf und klicken Sie auf der Startseite auf den grünen Button INSTALL NOW. Es öffnet sich eine neue Seite, auf der Sie auf Download Xmarks for Firefox klicken.
  2. Firefox zeigt nun den Hinweis an, dass eine Webseite versucht, Software auf Ihrem Rechner zu installieren – gestatten Sie das per Klick auf Erlauben. Es erscheint ein neues Fenster, in dem Sie auf Jetzt installieren klicken. Firefox lädt dann die xpi-Datei mit dem Plug-in herunter und richtet den Helfer ein.
  3. Klicken Sie auf Firefox neu starten, damit der Browser die neue Erweiterung verwenden kann.
  4. Nach dem Neustart zeigt Firefox an, dass Sie ein neues Plug-in installiert haben; doppelklicken Sie in diesem Hinweisfenster auf den neuen Xmarks-Eintrag. Sie landen dann in den Xmarks-Einstellungen. Alternativ klicken Sie in der wiederhergestellten Xmarks-Webseite auf den dort angezeigten Button So gut wie fertig.
  5. Hier starten Sie den Einrichtungsassistenten per Klick auf die entsprechende Schaltfläche. Im Assistenten klicken Sie auf Weiter und übernehmen bei der Frage nach dem Benutzerkonto die vorausgewählte Option Nein: Erstelle einen Account für mich.
  6. Geben Sie auf der nächsten Seite einen selbst gewählten Benutzernamen, eine gültige E-Mail-Adresse und zweimal ein geheimes Passwort ein.

    Abbildung 2: Einen Xmarks-Account legen Sie gleich über den Assistenten an, der das Xmarks-Plug-in einrichtet.
    Abbildung 2: Einen Xmarks-Account legen Sie gleich über den Assistenten an, der das Xmarks-Plug-in einrichtet.
  7. Warten Sie nun darauf, dass Sie vom Xmarks-Server (genauer: von noreply@foxmarks.com – Xmarks hieß früher Foxmarks) eine E-Mail mit dem Betreff Verify your email adress at XMarks erhalten: Die enthält einen Bestätigungslink, den Sie anklicken.
  8. Im Xmarks-Einrichtungsassistenten klicken Sie jetzt auf Weiter. Das Plug-in loggt sich dann auf dem Xmarks-Server ein und bietet im nächsten Schritt an, auch die Passwörter zu synchronisieren. Wir empfehlen, das nicht zu tun: Übernehmen Sie die Vorgabe Nein und klicken Sie erneut hier und auf der nächsten Dialogseite nochmals auf Weiter.
  9. Xmarks lädt nun die Bookmarks auf den Server hoch. Die letzte Seite des Assistenten, die über den erfolgreichen Abschluss informiert, schließen Sie mit Fertig stellen.

Um nun einen zweiten Firefox-Client zu synchronisieren, gehen Sie dort genauso vor, starten also mit der Einrichtung des Plug-ins. Im Xmarks-Einrichtungsassistenten wählen Sie diesmal auf der zweiten Seite Xmarks-Benutzerkonto die Option Ja: Log mich ein, denn Sie haben ja bereits Zugangsdaten. Geben Sie die Daten ein und schließen Sie die Einrichtung ab. Jetzt haben Sie drei Möglichkeiten, die Bookmarks auf diesem und dem ersten Rechner zu kombinieren, meist ist nur die erste Option Daten auf dem Server mit denen auf diesem Rechner zusammenführen sinnvoll, die zweite und dritte löscht die Bookmarks auf diesem Rechner oder auf dem Server. Danach wählen Sie noch aus, wo sich die „wichtigeren“ Daten befinden. Da Sie bereits Bookmarks auf dem Xmarks-Server gespeichert haben, wählen Sie Mit den Daten auf dem Server beginnen.

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