Aus EasyLinux 03/2009

Opera Unite kombiniert den Browser mit einem Webserver (Seite 2)

  • The Lounge ist ein Chatbereich, der direkt auf Ihrer neuen Unite-Homepage läuft (Abbildung 3). Hier gibt es nichts einzustellen; die Lounge ist sofort aktiv, und Besucher Ihrer Unite-Seite sehen ein Lounge-Icon, über das Sie den Chatbereich betreten können. Das eigentliche Chatten funktioniert genauso, wie Sie es aus anderen Webchatlösungen kennen.
Abbildung 3: Die "Lounge" ist ein einfacher Chatbereich, in dem Sie sich mit Besuchern Ihrer Unite-Webseite unterhalten können.
Abbildung 3: Die „Lounge“ ist ein einfacher Chatbereich, in dem Sie sich mit Besuchern Ihrer Unite-Webseite unterhalten können.
  • File Sharing erlaubt Ihnen auf unkomplizierte Weise, ein Verzeichnis internetweit (aber passwortgeschützt) freizugeben. Das Passwort sehen Sie in der Übersichtsseite rechts im Bereich Access Control. Sie können auch die Standardeinstellung ändern und die Freigabe auf Public umschalten – Vorsicht: Es kann dann wirklich jeder Anwender im Netz, der die richtige Webadresse kennt, errät oder durch Ausprobieren von möglichen Namen findet, die freigegebenen Daten herunterladen. Im Bestätigungsdialog tragen Sie das Verzeichnis ein, das Sie freigeben wollen, oder suchen es über den Dateiauswahldialog, der erscheint, wenn Sie auf Auswählen klicken. Manche Distributionen richten bereits im Home-Verzeichnis einen Ordner public_html ein, den Sie für diesen Zweck missbrauchen könnten. Erzeugen Sie am besten ein neues, leeres Verzeichnis, das Sie dann mit ausgewählten Dateien füllen.
Abbildung 4: Standardmäßig ist der neue Downloadbereich passwortgeschützt, Sie können ihn aber auch komplett freischalten.
Abbildung 4: Standardmäßig ist der neue Downloadbereich passwortgeschützt, Sie können ihn aber auch komplett freischalten.
  • Photo Sharing funktioniert im Prinzip genau wie File Sharing und bietet ebenfalls standardmäßig einen Passwortschutz – übrigens nicht mit demselben Passwort wie das File Sharing, so dass Sie einzelnen Besuchern Ihrer Seite die Dienste individuell freischalten können. Im Gegensatz zum einfachen Download-Angebot präsentiert Photo Sharing den freigegebenen Ordner als Fotogalerie mit winzigen Miniaturen, etwas größeren Vorschaubildern und einer Downloadmöglichkeit für das hochauflösende Original.
Abbildung 5: Fotos geben Sie auch schnell über Unite frei – Besucher sehen dabei zunächst größenreduzierte Vorschaubilder, können aber auch die Variante in voller Auflösung herunterladen.
Abbildung 5: Fotos geben Sie auch schnell über Unite frei – Besucher sehen dabei zunächst größenreduzierte Vorschaubilder, können aber auch die Variante in voller Auflösung herunterladen.
  • Web Server ist der schnelle Weg zum einfachen Webserver, den Sie – ähnlich wie bei einem normalen Apache – mit eigenen HTML-Dateien bestücken. Nennen Sie eine davon index.html, wird sie zur Startseite für Ihren Unite-Webserver. Auch den Webserver schützt Opera in der Voreinstellung durch ein Passwort, und auch hier können Sie auf diesen Schutz verzichten und den Server allgemein freischalten. Nach dem Aktivieren sehen Sie in der Übersichtsseite die Dateien (Abbildung 6); die Ansicht ähnelt der des Downloadbereichs File Sharing.
Abbildung 6: So sieht die Verwaltungsseite für den Service "Web Server" aus. Sie sehen alle Dateien, die Sie auf diese Weise freigeben.
Abbildung 6: So sieht die Verwaltungsseite für den Service „Web Server“ aus. Sie sehen alle Dateien, die Sie auf diese Weise freigeben.
  • Fridge: Eher als Spaß-Service gedacht, erlaubt Ihnen Fridge, eine virtuelle Kühlschranktür einzurichten, die sich zwar nicht öffnen lässt, die dafür aber Botschaften Ihrer Besucher auf kleinen Notizzetteln festhält.
  • Media Player hat im Test nicht gut funktioniert. Die Idee dieses Unite-Services ist, dass Besucher Ihrer Seite (wiederum erst nach Passworteingabe) dieselbe Musik hören können, die auch auf Ihrem Rechner gerade läuft. Dazu geben Sie über Opera ein Verzeichnis mit MP3-Dateien frei, das dann auch Ihre Besucher sehen. Über einen in die Seite eingebauten Mediaplayer starten sie dann die Wiedergabe.
Abbildung 7: Eine hübsche Idee ist auch die Kühlschranktür, an der Besucher Ihrer Seite Zettelchen mit Kurznachrichten hinterlassen können.
Abbildung 7: Eine hübsche Idee ist auch die Kühlschranktür, an der Besucher Ihrer Seite Zettelchen mit Kurznachrichten hinterlassen können.

Darstellungs- und andere Probleme

Richtig gut sehen die Opera-Unite-Seiten derzeit nur in einem Browser aus gleichem Haus aus. Beim Test mit Firefox und Konqueror gab es Darstellungsfehler, die teilweise dazu führten, dass nicht alle aktivierten Services auf der Unite-Seite sichtbar waren.

Im Test führte die 24-Stunden-Zwangstrennung, wie sie die meisten DSL-Provider durchführen, dazu, dass der Rechner unter seiner neuen IP-Adresse nicht mehr erreichbar war. Die Unite-Seite wieder freizugeben, gelang nur durch Deaktivieren und Wiedereinschalten (jeweils über Extras / Opera Unite Server / Konfigurieren und Auswahl von Opera Unite deaktivieren bzw. aktivieren).

Fazit

Die neue Unite-Funktion ist noch im Entwicklungsstadium, und außer den fest eingebauten Services gibt es noch keine weiteren Ergänzungen. Einen Downloadbereich für zusätzliche Services hat Opera aber bereits eingerichtet, und in den nächsten Monaten dürfte dieser sich mit allerlei nützlichen oder auch nur spaßigen Zusatzfeatures füllen. Die bisher angebotenen Funktionen sind aber schon recht nützlich und könnten für manch einen Anwender, der keinen richtigen Webserver einrichten möchte, eine interessante Alternative sein.

Glossar

Root-Server

Ein Root-Server ist ein PC, der bei einem Hosting-Anbieter steht und auf den der Kunde (der ihn mietet) Root-Zugriff hat. Er kann sich also z. B. via SSH auf dem Server anmelden und ihn über das Root-Passwort auch vollständig administrieren, also beliebige Software installieren, den Rechner neu booten und alle anderen Dinge damit tun, die auch auf einem privaten PC daheim möglich sind.

V-Server

Ein Virtual Server bietet ähnliche Funktionen wie ein Root-Server, aber er ist nur virtuell – das heißt, der Kunde mietet hier keinen kompletten PC, sondern arbeitet mit einer virtuellen Maschine. Für den Hosting-Anbieter reduziert das die Kosten, weil ein PC zahlreiche virtuelle Maschinen gleichzeitig laufen lassen kann.

DynDNS

Dynamisches DNS erlaubt eine dynamische Auflösung von Webadressen (wie www.easylinux.de) zu IP-Adressen (wie 80.237.227.187). Da PCs mit DSL-Zugang bei jeder neuen „Einwahl“ und spätestens nach 24 Stunden die IP-Adresse wechseln, helfen DynDNS-Anbieter dabei, immer unter der gleichen Adresse erreichbar zu bleiben. Nach jeder Änderung der IP-Adresse teilt der DSL-Router (oder ein spezielles Programm) dem DynDNS-Server die neue Adresse mit, der dann Anfragen an die Domain zur richtigen Stelle weiterleitet.

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