Aus EasyLinux 04/2008

Bildbetrachter mit Komfort (Seite 2)

Im Bereich darunter legen Sie fest, welchen Dateityp das neue Bild erhält. Das spielt eine Rolle, wenn Sie Vorschaubilder erstellen – einige Online-Gallerien akzeptieren nur bestimmte Bildtypen. Im unteren Bereich des Dialogfelds legen Sie zudem fest, wo Gthumb das neue Bild ablegt. Über das Drop-down-Menü Falls vorhanden bestimmen Sie, was Gthumb tut, wenn es bereits ein Bild mit diesem Namen gibt. In der Voreinstellung Nenne um legt Gthumb die in der Größe veränderten Bilder unter einem anderen Namen ab.

Über den Eintrag Bild / Größe ändern skalieren Sie auch Bilder – eine weitere Redundanz. Hier klappt, was weiter oben als Bug angekreidet wurde: Behalten Sie das Seitenverhältnis bei, passt sich der zweite Wert der Auflösung automatisch dem ersten an. Allerdings fehlt ein Button zum Speichern der Änderung – nach dem Klick auf Skalieren müssen Sie also Datei / Speichern wählen.

Eine weitere nützliche Funktion, für die sonst meist Gimp herhält, offeriert der Menüpunkt Bild / Zuschneiden: Über ihn begrenzen Sie den Ausschnitt des Fotos auf die wirklich wichtigen Details (Abbildung 4). Unmotiviert ins Bild hängende Arme und Beine schneiden Sie so kurzerhand weg. Die Funktion, die Sie alternativ über [Alt]+[C] erreichen, präsentiert Ihnen das Foto in einem kleinen Fenster. Mit gedrückter linker Maustaste umreißen Sie den Wunschbereich, klicken dann oben links auf Zuschneiden und anschließend auf Speichern. Aber Vorsicht: Sie überschreiben so das Originalbild. Um es zu behalten, wählen Sie im zweiten Schritt Anwenden und dann Datei / Speichern unter.

Abbildung 4: Auch das Zuschneiden von Bildern erledigen Sie aus Gthumb heraus.
Abbildung 4: Auch das Zuschneiden von Bildern erledigen Sie aus Gthumb heraus.

Glühende Augen löschen

Rote Augen sind auf Fotos noch immer ein Problem, daran ändern auch moderne Kameras wenig. Sie lassen sich aber nachträglich leicht entfernen. Rufen Sie das Foto mit dem Rote-Augen-Motiv in der Bildansicht auf und klicken Sie auf Bild / Redeye Removal (Rote Augen entfernen; Abbildung 1). Ein Fenster mit einer kleineren Ansicht des Bildes sowie einem Fadenkreuz als Cursor öffnet sich. Klicken Sie mit dem Fadenkreuz auf die roten Augen, übermalt Gthumb den betroffenen Bereich mit Schwarz. Das sieht ziemlich überzeugend aus, aber klicken Sie dann nicht nur auf Anwenden, sondern auch auf Speichern – andernfalls merkt sich das Foto die Änderungen nicht dauerhaft.

Effektiv

Einige der Effekte von Gthumb bringen erstaunlich gute Ergebnisse hervor. Die Einstellung Bild / Histogramm angleichen verwandelt flaue Schnappschüsse in farblich schön anzusehende Motive (Abbildung 5). Allerdings klappt das nicht in jedem Fall: Einige Motive wirken im Anschluss eher wie eine Postkarte aus den 50er Jahren. Sie sollten den Effekt also jeweils testen. Weniger drastisch beeinflusst der Menüpunkt Bild / Aufpeppen Ihre Fotos. Er verstärkt die Farben, streicht die Kontraste in Bildern hervor und nimmt so eine behutsame Modernisierung vor. So retten Sie mit Gthumb auch flaue Landschaftsschnappschüsse.

Abbildung 5: Links vorher, rechts nachher: Nette optische Veränderungen erzeugen Sie mit der Gthumb-Funktion "Histogramm angleichen".
Abbildung 5: Links vorher, rechts nachher: Nette optische Veränderungen erzeugen Sie mit der Gthumb-Funktion „Histogramm angleichen“.

Scripting für Profis

Fortgeschrittenen Anwendern dürfte die freie Belegung der numerischen Tasten mit Aktionen viel Freude bereiten. Um eigene Routinen zu erstellen, sollten Sie sich ein wenig mit der Funktionsweise von Kommandozeilen-Tools zur Bildbearbeitung auskennen. Drücken Sie zum Beispiel die [6] im Nummernblock, erstellt ein einzeiliges Skript ein Vorschaubild eines Fotos. Die Aktionen konfigurieren Sie über Bearbeiten / Einstellungen im Register Tastenkombinationen. Die Nummern vor den Zeilen geben die zu drückende Taste im Nummernblock an. Rechts daneben steht der zugehörige Kommandozeilenbefehl. Tragen Sie zum Testen in das leere Feld neben der 6

convert -resize 80x80 %f %n_vorschau%e

ein und verlassen Sie das Menü über Schließen. Dann wählen Sie in der Ordneransicht von Gthumb ein Bild aus und drücken [6] auf dem Nummernblock der Tastatur. Gthumb erstellt nun von dem in der Bildansicht gezeigten Foto (%f) ein Vorschaubild in der Größe von 80×80 Pixeln (convert -resize 80×80), wobei Gthumb das Seitenverhältnis beibehält. Und noch ein Schmankerl: Markieren Sie mehrere Bilder in der Ordneransicht und drücken [6], erzeugt Gthumb für alle ausgewählten Fotos Vorschaubilder.

Das Kommando convert stammt aus dem ImageMagick-Paket und erlaubt es, Bilder über die Konsole zu vergrößern und zu verkleinern. Der Name des neuen Bildes besteht aus dem Originaldateinamen ohne Endung (%n), dann folgt eine von Ihnen festzulegende Namensergänzung (_vorschau) und abschließend die Erweiterung der Originaldatei (%e), etwa jpg. Die Variablen repräsentieren hier den vorderen und hinteren Teil des Namens der Originaldatei – Sie quetschen lediglich noch ein _vorschau dazwischen. Einen Einstieg in das Thema „Bildbearbeitung über die Kommandozeile“ gibt etwa der EasyLinux-Artikel unter [1].

Fazit

Trotz doppelter Menüpunkte und einiger Design-Probleme können Sie mit Gthumb die eigene Sammlung nicht nur ansehen, sondern auch optisch aufpeppen. Zwar gibt es Bildbetrachter mit ähnlichen Fähigkeiten, wem aber die Standardtools nicht ausreichen, der sollte Gthumb eine Chance geben.

Infos

[1] Kommandozeilen-Tool Convert, Heike Jurzik: „Zauberhafte Bildbearbeitung“, EasyLinux 06/2006, S. 89 f., http://www.easylinux.de/2006/06/089-guru-convert/

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