Aus EasyLinux 02/2008

Compiz-Fusion einrichten und nutzen (Seite 2)

XGL aktivieren

Unter OpenSuse wählen Sie unabhängig von der Grafikkarte das Setup mit XGL, da es am einfachsten ist. Dazu geben Sie als Root folgenden Befehl in einem Terminalfenster ein:

gnome-xgl-switch –enable-xgl

Danach starten Sie den Rechner neu. Für AIGLX müssen Sie zunächst XGL über den Befehl gnome-xgl-switch --disable-xgl ausschalten und in der Datei /etc/X11/xorg.conf im Abschnitt Section "ServerLayout" die Zeile Option "AIGLX" "on" einfügen. Je nach Grafikkarte benötigen Sie noch weitere Optionen in der X.org-Konfigurationsdatei. Details dazu lesen Sie im OpenSuse-Wiki [2].

Unter Ubuntu ist standardmäßig AIGLX aktiv. Möchten Sie XGL nutzen, installieren Sie über Adept das Paket xserver-xgl und starten danach den Rechner neu. Benutzen Sie den Gnome-Desktop, wählen Sie System / Einstellungen / Erscheinungsbild / Visual Effects und markieren den gewünschten 3D-Desktop. Mandriva richtet automatisch den passenden X-Server ein, wenn Sie im Kontrollzentrum unter Hardware den Punkt 3D-Effekte auswählen. Lässt sich der 3D-Desktop nicht aktivieren, deutet das auf Fehler beim 3D-Setup hin.

Compiz starten

Haben Sie die bisherigen Hürden aus dem Weg geräumt, steht dem Start von Compiz nichts mehr im Wege. Unter Mandriva und Ubuntu öffnen Sie dazu ein Terminalfenster über [Alt]+[F2] und den Befehl konsole. Dann geben Sie hier compiz --replace & ein. Achten Sie auf die zwei Minuszeichen vor dem replace-Eintrag. Unter OpenSuse öffnen Sie ebenfalls eine Konsole und geben den Befehl compiz-manager ein.

Compiz ersetzt beim Start den aktuellen Fenstermanager (--replace), deshalb verschwinden zunächst sämtliche Fenstertitel und -rahmen. Nach spätestens zwei Sekunden sollten Sie aber die neue Fensterdekoration sehen. Ob Compiz aktiv ist, überprüfen Sie am besten, indem Sie eines der voreingestellten Tastaturkürzel auswählen: Mit [Strg]+[Alt]+[Pfeil links] wechseln Sie zum Beispiel zur nächsten Arbeitsfläche. Dieser Wechsel verläuft dann animiert als drehender Würfel (OpenSuse und Mandriva) oder als flache Desktoptafel, die sich aus dem Bild schiebt (Ubuntu).

Funktionieren zwar die Tastenkürzel, aber die Fenster zeigen keine Dekoration an, kann es sein, dass die Fensterdekoration nicht ordnungsgemäß arbeitet. Versuchen Sie in diesem Fall, über den Befehl emerald ---replace & die Fensterdekoration Emerald zu starten.

Im schlimmsten Fall reagiert zwar die Maus noch, aber Sie können keine Fenster mehr bewegen oder Eingaben vornehmen. Starten Sie dann den X-Server über die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Rücktaste] neu.

Nach dem erfolgreichen Setup starten alle Distributionen den 3D-Desktop automatisch. Das kann bei Problemen störend sein. Soll OpenSuse Compiz nicht automatisch aktivieren, geben Sie folgenden Befehl in einem Terminalfenster ein:

touch $HOME/.config/compiz/disable-compiz

Unter Kubuntu starten Sie den Paketmanager Adept und löschen das Paket compiz-core. Danach melden Sie sich von KDE ab und wählen im Login-Manager rechts unten aus dem Menü den Eintrag X-Server neu starten. Beim nächsten Anmelden tritt Compiz dann nicht mehr in Erscheinung. Mandriva-Nutzer starten im Kontrollzentrum das Modul Hardware / 3D-Effekte und markieren die Option Keine 3D-Effekte.

Endlich Compiz

Zeit, sich die Fähigkeiten von Compiz etwas genauer anzuschauen. Starten Sie dazu über [Alt]+[F2] und den Befehl ccsm den CompizConfig-Settings-Manager, das Kontrollzentrum für Compiz-Fusion (Abbildung 1). Je nach benutzter Compiz-Version unterscheiden sich die Anzahl der angebotenen Effekte und das Setup leicht, die generelle Vorgehensweise ist aber identisch. Am linken Rand sehen Sie eine Übersicht der vorhandenen Kategorien. Per Klick auf einen Eintrag erscheinen in der rechten Fensterhälfte die zugehörigen Plug-ins: Jedes lässt sich per Mausklick auf das weiße Viereck vor dem Namen sofort aktivieren, ein zusätzliches Anwenden, wie bei KDE-Programmen üblich, ist nicht nötig. Möchten Sie zunächst weitere Informationen zu einem Plug-in erhalten, klicken Sie auf den Namen. Sie sehen dann je nach Modul mehrere in Reiter geordnete Dialogfenster. Darunter findet sich in der Regel auch ein Reiter Tastenkombinationen, der Ihnen verrät, mit welcher Tastenkombination Sie den gewünschten Effekt starten. Da die Tastenkombinationen mit [Alt] auf Linux-Rechnern normalerweise bereits belegt sind, arbeitet Compiz viel mit der Windows-Taste, die der Settings-Manager <super> nennt.

Abbildung 1: Die Schaltzentrale von Compiz-Fusion hält über 50 Plug-ins zur Auswahl bereit.
Abbildung 1: Die Schaltzentrale von Compiz-Fusion hält über 50 Plug-ins zur Auswahl bereit.

Die Zahl der Compiz-Plug-ins liegt inzwischen über 50, wobei sich einige Module gegenseitig ausschließen. Der Einstellungsmanager zeigt in diesem Fall einen Hinweis an. Um schnell ein bestimmtes Plug-in zu finden, geben Sie oben links ein Stichwort in das Suchfeld ein. Der CompizConfig-Einstellungsmanager reduziert dann die Darstellung auf die Module, die den Suchbegriff im Namen führen. Über Einstellungen unten links nehmen Sie generelle Änderungen an Compiz vor. Dazu gehören auch die Tastenkürzel für das Fensterverhalten, zum Beispiel [Alt]+[F4] für das Schließen eines Fensters oder [Alt]+[F2] für den Programmstarter (Abbildung 2).

Abbildung 2: In den "Einstellungen" können Sie die globalen Tastaturkürzel ändern.
Abbildung 2: In den „Einstellungen“ können Sie die globalen Tastaturkürzel ändern.

Der bekannteste Effekt von Compiz ist der Würfel. Um ihn zu nutzen, müssen Sie die zwei Module Arbeitsfläche / Desktop-Würfel und Arbeitsfläche / Würfel drehen markieren. Ist das Plug-in aktiv, dreht sich der Desktop über [Strg]+[Alt]+[Pfeil rechts] um eine Seite nach rechts. Möchten Sie den Würfel frei drehen, halten Sie [Strg],[Alt] und die linke Maustaste gedrückt und fahren dann mit der Maus über den Bildschirm. Bei Ubuntu ist standardmäßig das Modul Desktop-Tafel aktiv. Um dort den Würfeleffekt nutzen zu können, müssen Sie die Desktop-Tafel ausschalten.

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