Aus EasyLinux 02/2008

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie mit dem Programm Texte aufpeppen und die verschiedenen Werkzeuge optimal einsetzen.

Die von EasyLinux unterstützten Distributionen verwenden die Gimp-Versionen 2.2.13 (OpenSuse 10.2), 2.2.17 (OpenSuse 10.3, Mandriva) und 2.4.0 (Ubuntu 7.10). Dadurch kommt es zu verschiedenen Menüstrukturen. Damit Sie die Tipps problemlos verwenden können, haben wir die von Version 2.4.0 abweichenden Einträge in Klammern gesetzt.

Textbilder erstellen

In diesem Tipp zeigen wir Ihnen an einem einfachen Beispiel, wie Sie wirkungsvolle Textbilder wie in Abbildung 1 erstellen. Damit der Effekt besonders gut zur Geltung kommt, empfehlen wir, ein Objekt zu verwenden, das vor hellem Hintergrund fotografiert wurde.

  1. Öffnen Sie das Bild und erstellen Sie eine neue Ebene ([Umschalt]+[Strg]+[N]) mit weißem Hintergrund.
  2. Geben Sie den Ebenen aussagekräftige Namen und verschieben Sie die Ebene mit weißem Hintergrund an die unterste Position.
  3. Klicken Sie auf das Textsymbol ([T]) im Werkzeugkasten und erstellen Sie im Bild eine neue Textebene. Wählen Sie eine möglichst kleine Schriftgröße aus und schreiben Sie einen Symbolnamen so oft neben und untereinander, dass die Textebene das Objekt überdeckt (Abbildung 2).
  4. Danach verschieben Sie die Textebene per Drag & Drop unter die Objektebene.
  5. Aktivieren Sie die Objektebene mit einem Mausklick und wählen Sie den Modus Bildschirm aus. Der Text stellt jetzt die Umrisse des Objekts dar. Bei Bedarf experimentieren Sie mit anderen Ebenenmodi. Ein ähnliches Ergebniss ergibt der Modus Nur Aufhellen.

    Abbildung 1: Das Vorher-/ Nachherfoto zeigt, wie Textbilder wirken.
    Abbildung 1: Das Vorher-/ Nachherfoto zeigt, wie Textbilder wirken.
    Abbildung 2: Die Textebene sollte so groß sein, dass der Text das Objekt leicht überlappt.
    Abbildung 2: Die Textebene sollte so groß sein, dass der Text das Objekt leicht überlappt.

Vorsicht heiß

Eine feurige Schrift ist auch ohne passendes Plug-in schnell erstellt. Wir zeigen Ihnen mit diesem Tipp eine Möglichkeit, Texte mit einem Flammeneffekt zu versehen.

  1. Erstellen Sie ein neues Bild ([Strg]+[N]) in der Größe 500 x 500 Pixel und färben Sie es schwarz ein. Anschließend schreiben Sie mit weißer Farbe einen Text. Öffnen Sie im Ebenenbereich mit einem rechten Mausklick das Kontextmenü für die aktive Textebene und wählen Sie Nach unten vereinen aus. Der weiße Text befindet sich jetzt direkt auf dem schwarzen Hintergrund.
  2. Im nächsten Schritt drehen Sie das Bild um 90 Grad nach links (Bild / Transformation / Um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn). Jetzt wenden Sie den Verzerrungsfilter Wind an. Sie rufen ihn über Filter / Verzerren / Wind auf. Stellen Sie die Werte für den Stil auf Wind, für die Richtung auf Rechts und für die betroffene Kante auf Führende ein. Mit den Schiebereglern Schwellwert und Stärke legen Sie die Intensität des Effekts fest. Kontrollieren Sie das Ergebnis über die Vorschau und schließen Sie den Dialog mit einem Klick auf OK.
  3. Nachdem Gimp den Filter engewendet hat, entfernen Sie die harten Umrisse mit Hilfe des Gaußschen Weichzeichners, den Sie aus dem Bildmenü heraus über Filter / Weichzeichnen / Gaußscher Weichzeichner aufrufen.
  4. Jetzt bekommt die zukünftige Flamme ihre Farbe. Erstellen Sie eine neue Ebene (Ebene / Neue Ebene) und füllen Sie diese mit einem Farbverlauf ([L]) von links nach rechts. Verwenden Sie dazu einen vorhandenen Farbverlauf, der die Farben Schwarz, Rot und Gelb enthält. Danach ziehen Sie die Ebene mit der Maus unter die Textebene.
  5. Klicken Sie auf die Ebene mit dem Text und wählen Sie den Ebenenmodus Wert aus. Die weißen Bereiche sind jetzt mit dem Farbverlauf gefüllt (Abbildung 3). Vereinen Sie die beiden Ebenen, in dem Sie das Kontextmenü mit der rechten Maustaste aufrufen und auf Nach unten vereinen klicken. Danach rotieren Sie das Bild mit Bild / Transformation / Um 90 Grad im Uhrzeigersinn drehen nach rechts.
  6. Jetzt erzeugen Sie die typische Flammenform. Rufen Sie hierfür den iWarp-Filterdialog über das Bildmenü Filter / Verzerren / iWarp auf. Mit gedrückter linker Maustaste modellieren Sie im Vorschaubild die Flammenform des Textes. Experimentieren Sie mit den verschiedenen Deformationsmodi, um eine möglichst Ihren Wünschen entsprechende Flamme zu erstellen. Eventuell ist es notwendig, den Filter mehrmals hintereinander auszuführen. Verwenden Sie die Tastenkombination [Strg]+[Umschalt]+[F], um den Filterdialog abermals aufzurufen. Wenn das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht, schließen Sie den Vorgang mit etwas Finetuning ab: Verwischen Sie die Flammen noch ein wenig mit dem Verschmieren-Werkzeug ([S]).
  7. Damit der ursprüngliche Text besser zu lesen ist, erstellen Sie diesen noch einmal in einer neuen Textebene. Schieben Sie diese an die oberste Ebenenposition und füllen Sie den Text mit einer passenden Farbe. Das Ergebnis könnte wie in Abbildung 4 aussehen.

    Abbildung 3: Der Wind-Filter und die passende Verlaufsfarbe sind die Basis für die geplante Flammenoptik des Textes.
    Abbildung 3: Der Wind-Filter und die passende Verlaufsfarbe sind die Basis für die geplante Flammenoptik des Textes.
    Abbildung 4: Mit Hilfe des Verschmieren-Werkzeugs verbessern Sie die Flammenoptik.
    Abbildung 4: Mit Hilfe des Verschmieren-Werkzeugs verbessern Sie die Flammenoptik.

Arbeiten mit dem Kanalmixer

Der Kanalmixer ist ein sehr flexibles Werkzeug. Mit ihm sind Sie in der Lage, bessere Graustufenbilder zu erstellen als über den Graustufenmodus im Bildmenü. Ein weiterer Vorteil: Mit dem Kanalmixer erzeugte Bilder lassen sich sofort farbig weiter bearbeiten. An diesem Bildbeispiel zeigen wir Ihnen, wie Sie ein Graustufenbild erzeugen und verschiedene farbige Elemente einbinden (Abbildung 5).

  1. Öffnen Sie ein Bild ihrer Wahl und rufen Sie den Kanalmixer auf. Den Filterdialog rufen Sie über Farben / Komponenten / Kanalmixer (Filter / Farben / Kanalmixer) auf.
  2. Nachdem Sie Häkchen bei Vorschau und Monochrom gesetzt haben, erzeugt Gimp in der Vorschau ein Graustufenbild. Mit Hilfe der Regler für die Kanäle Rot, Grün und Blau haben Sie die Möglichkeit, die Grauabstufungen anzupassen (Abbildung 6). Nachdem Sie die Änderungen mit einem Klick auf OK übernommen haben, überträgt Gimp diese auf das Bild.
  3. Legen Sie eine oder mehrere neue transparente Ebenen an, in denen Sie jetzt die farblichen Akzente setzen. Wählen Sie einen Farbton und malen Sie die gewünschten Bereiche mit dem Pinselwerkzeug ([P]) aus. In unserem Beispiel haben wir die Augen (Grün) und den Mund (Rot) hervorgehoben. Damit sich die Farbe gut an die Struktur im Originalfoto anpasst, stellen Sie sicher, dass entweder der Ebenenmodus Farbe oder Weiche Kanten ausgewählt ist.

    Abbildung 5: Mit farblichen Akzenten werten Sie triste Graustufenbilder deutlich auf.
    Abbildung 5: Mit farblichen Akzenten werten Sie triste Graustufenbilder deutlich auf.
    Abbildung 6: Über den Kanalmixer lassen sich die Anteile der Farben Rot, Grün und Blau eines Bilds verändern.
    Abbildung 6: Über den Kanalmixer lassen sich die Anteile der Farben Rot, Grün und Blau eines Bilds verändern.

Arbeitsfläche schnell bewegen

Bearbeiten Sie ein Bild mit verschiedenen Werkzeugen und müssen den Bildausschnitt öfter verrücken, wechseln Sie meistens über die Taste [M] zum Verschieben-Werkzeug und dann wieder zurück zum vorherigen Tool. Schneller geht das, indem Sie einfach nur die Leertaste benutzen: Dadurch versetzt Gimp den Cursor kurzfristig in das Verschieben-Werkzeug. Es spielt keine Rolle, welches Tool gerade aktiviert ist. Besonders nützlich ist dieser Trick, wenn Sie ein Foto stark vergrößert haben. Einfach die Leertaste solange gedrückt halten, bis Sie mit der Neupositionierung fertig sind. (kre) @K:Desktop,Grafikprogramme

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