Aus EasyLinux 01/2008

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie mit dem Programm Webgrafiken erstellen und die verschiedenen Werkzeuge optimal einsetzen.

In Ausgabe 01/2007 stellten wir Ihnen Gimp 2.3.13 vor. Mit dieser Version änderten sich Struktur und Bezeichnung einiger Menüs. Abweichende Menüeinträge in Gimp 2.3.13 haben wir deshalb in Klammern gesetzt.

ImageMaps mit Gimp erzeugen

Setzen Sie Gimp zur Bearbeitung von Webgrafiken ein, ist dieser Tipp besonders interessant. Hier erfahren Sie, wie Sie mit Gimp ImageMaps erstellen. Das sind Grafiken, in denen Verknüpfungen zu Internetseiten unsichtbar eingebettet sind. Diese finden vor allem in Webseiten Verwendung und enthalten auch mehrere Links.

  1. Öffnen Sie den Filterdialog über das Bildmenü Filter / Web / ImageMaps. Im Gegensatz zu den meisten Dialogen sieht dieses Fenster wie ein eigenständiges Programm aus. Es besteht aus einer Menüleiste, einer Werkzeugleiste sowie einem Arbeits- und einem Auswahlbereich (Abbildung 1). Im Arbeitsbereich sehen Sie das von Ihnen ausgewählte Foto.
  2. Die ImageMap-Bereiche erstellen Sie mit einem der drei Werkzeuge Rechteck, Kreis und Polygon, die Sie am linken Fensterrand finden. Aktivieren Sie eines davon entweder mit einem Mausklick oder wählen Sie es alternativ über den Menüpunkt Mapping aus. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie einen rechteckigen Auswahlbereich anlegen. Hierfür klicken Sie das Rechteck in der Werkzeugleiste an und markieren danach den gewünschten Bildbereich im Arbeitsfenster. Die Auswahl stellt Gimp mit perforierten Linien dar.
  3. Nachdem Sie die Auswahl abgeschlossen haben, öffnet Gimp das Dialogfenster Einstellungen, und Sie befinden sich im Reiter Verknüpfung (Abbildung 2). Da in diesem Beispiel eine Webseite verlinkt werden soll, aktivieren Sie als Verknüpfungstyp die Option Internet-Seite. Tragen Sie in das Feld URL die gewünschte Internetadresse ein. Falls die Zieladresse relativ zum aktuell besuchten Dokument ist, d. h. unter der selben Domain zu erreichen ist, aktivieren Sie die Checkbox Relativer Link. Sollte die zu verlinkende Webseite noch mit Frames gestaltet sein, geben Sie darüber hinaus den Namen des Zielframes an. Im Eingabefeld Alt-Text vergeben Sie eine alternative Beschreibung für den Link. Sobald Sie auf die Schaltfläche Aktualisieren klicken, sehen Sie im Auswahlbereich den angelegten Link.
  4. Ein Mausklick auf die Schaltfläche OK beendet den Vorgang. Um den ImageMap-Bereich nachträglich zu bearbeiten, genügt ein Doppelklick auf den jeweiligen Eintrag im Auswahlbereich.
  5. Im Gegensatz zu anderen Gimp-Filtern erzeugt Gimp hier kein manipuliertes Bild, sondern eine Textdatei und speichert diese mit der Endung .map. Den erzeugten Quelltext rufen Sie über den Menüpunkt Ansicht / Quelle auf. Kopieren Sie anschließend den Inhalt des Fensters Quelle anzeigen (Abbildung 3) und fügen Sie ihn auf Ihrer Internetseite ein. Die angezeigten Basisinformationen bezüglich Autor, Bildname, Titel, Standardadresse und Beschreibung aktualisieren Sie über Mapping / Map-Info bearbeiten.

    Abbildung 1: Der ImageMaps-Filterdialog ist umfangreich. In der Abbildung sehen Sie die Hauptelemente mit einer kurzen Beschreibung.
    Abbildung 1: Der ImageMaps-Filterdialog ist umfangreich. In der Abbildung sehen Sie die Hauptelemente mit einer kurzen Beschreibung.
    Abbildung 2: In diesem Dialogfenster stellen Sie die Parameter des ImageMap-Bereiches ein.
    Abbildung 2: In diesem Dialogfenster stellen Sie die Parameter des ImageMap-Bereiches ein.
    Abbildung 3: Der Filter ImageMaps erzeugt kein manipuliertes Bild, sondern einen Quelltext im HTML-Format.
    Abbildung 3: Der Filter ImageMaps erzeugt kein manipuliertes Bild, sondern einen Quelltext im HTML-Format.

Schnelle Farbkorrekturen

Einer der grundlegendsten Arbeitsgänge in der Bildbearbeitung ist die Farbkorrektur. Nicht immer liegt der Grund für eine Farbkorrektur darin, Farbstiche in Fotos oder Farbabweichungen von eingescannten Bildern zu korrigieren. Oft ist es Ziel, die Wirkung eines Bilds durch bestimmte Farben zu verstärken. Gimp stellt für dafür verschiedene Werkzeuge bereit. Wir zeigen Ihnen eine schnelle und unkomplizierte Variante:

Öffnen Sie zuerst die gewünschte Grafik und rufen Sie den Filter über das Bildmenü Filter / Farben / Filterpaket (Farben / Filterpaket) auf. Im Dialogfenster Filterpaket-Simulation aktivieren Sie zusätzliche Bearbeitungsfenster für Farbton, Sättigung, Werte und Erweitert durch Klicks auf die Checkboxen im Bereich Fenster. Modifikationen, die Sie in den Bereichen Zeigen (Ansicht), Betroffener Bereich (Beinflusster Bereich), Pixel auswählen nach (Selektiere Pixel nach) und Gröbe vornehmen, wirken sich sofort auf die Vorschaubilder aus. Mit einem Mausklick auf ein eingefärbtes Vorschaubild übernehmen Sie es in die Ansicht unter Aktuell und bearbeiten es bei Bedarf weiter. Der Schieberegler Gröbe erlaubt es Ihnen, den Grad der Korrektur zu verändern: Er bewegt sich im Bereich von 0 bis 1. Je höher der Wert, umso stärker wirkt sich die durchgeführte Korrektur auf die Vorschaubilder aus.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten stehen Ihnen im Fenster Erweitert zur Verfügung, das Sie durch ein Häkchen in der gleichnamigen Checkbox aufrufen. Neben der Größe der Vorschaubilder legen Sie hier auch fest, inwieweit die Änderung die betroffenen Bereiche (Schatten, Mitten oder Glanzlichter) beeinflusst. Wenn Sie einen fließenden Übergang zwischen den einzelnen Farbtönen bevorzugen, stellen Sie den Regler auf einen Wert größer als 0. Anhand der Amplitude, die Sie mit dem Schieberegler steuern, überwachen Sie die Farbübergänge.

Abbildung 4: Die Filterpaketsimulation liefert eine Übersicht über alle Farbkorrekturmöglichkeiten und bietet eine Vorschau.
Abbildung 4: Die Filterpaketsimulation liefert eine Übersicht über alle Farbkorrekturmöglichkeiten und bietet eine Vorschau.

Ebene automatisch zuschneiden

Eine einfache, aber nützliche Funktion verbirgt sich hinter dem Punkt Ebene automatisch zuschneiden im Bildmenü Ebene. Mit diesem Tool entfernen Sie nicht benötigte, einfarbige Randbereiche eines Fotos. Diese stellt Gimp danach transparent dar. Beachten Sie diese Eigenschaft, wenn Sie das Bild speichern. Nutzen Sie deshalb ein Format, das transparente Bildbereiche unterstützt (zum Beispiel gif).

Malwerkzeuge einstellen

In welchen Abständen ein Malwerkzeug Bildpunkte setzt, legt Gimp mit Prozentangaben fest. Standardwert beim Anlegen eines neuen Pinsels ist 10 %. Bei den meisten Pinselwerkzeugen liegt die Distanz der Bildpunkte zwischen 10 % und 20 %. Diese Werte ergeben eine durchgehende Linie. Wenn Sie die Malabstände eines Malwerkzeugs selbst definieren wollen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie den Pinseldialog. Rufen Sie dazu den Menüpunkt Datei / Dialoge / Pinsel auf.
  2. Wählen Sie die gewünschte Pinselform mit einem Mausklick aus.
  3. Im unteren Bereich des Fensters Pinsel finden Sie den Abstandregler. Dort sind Werte zwischen 1 % und 200 % einstellbar. Je höher der Wert, desto größer die Entfernung zwischen den Bildpunkten. Abhängig von der Pinselstärke und -form liefert bereits ein Wert ab 40 % sichtbare Veränderungen. Probieren Sie es aus.

Wenn Sie sich nicht mit den vordefinierten Pinselwerkzeugen zufrieden geben, erklärt der nächste Tipp, wie Sie in wenigen Schritten eine eigene Pinselspitze nach Ihren Bedürfnissen erstellen.

Eigene Pinselspitzen anlegen

Eine kreisrunde, quadratische oder karoförmige Pinselspitze ist schnell selbst erstellt. Wir zeigen Ihnen wie es geht:

  1. Öffnen Sie den Pinseldialog über den Menüpunkt Datei / Dialoge / Pinsel.
  2. Klicken Sie im unteren Bereich auf das Symbol Neuer Pinsel. Daraufhin öffnet Gimp den Pinseleditor (Abbildung 5)
  3. Legen Sie hier die Pinseleigenschaften bezüglich Form, Radius, Spitzen, Härte, Seitenverhältnis, Winkel und Abstand fest. Im Vorschaufenster sehen Sie eine Voransicht Ihrer Einstellungen.
  4. Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen, bevor Sie den Pinseldialog schließen. Gimp zeigt jetzt die neue Form an. Sollte dies nicht der Fall sein, aktualisieren Sie die Pinselansicht mit einem Klick auf Pinsel neu laden. (kre)

    Abbildung 5: Mit Hilfe des Pinseleditors erstellen Sie in wenigen Schritten eine eigene Pinselspitze.@K:Desktop,Bildbearbeitung
    Abbildung 5: Mit Hilfe des Pinseleditors erstellen Sie in wenigen Schritten eine eigene Pinselspitze.@K:Desktop,Bildbearbeitung
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