Aus EasyLinux 03/2007

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu basieren auf Debian Linux – wir verraten Tricks und Kniffe, mit denen Sie sich die Arbeit unter diesen Distributionen erleichtern.

Tipp: Ubuntu: Konsolenzauber auf Knopfdruck

Fans von Videospielen kennen und schätzen sie: eine Eingabezeile, die sich auf Knopfdruck öffnet und wieder schließt. YaKuake [1] ist ein Konsolenprogramm, das im Hintergrund läuft und auf Ihre Befehle wartet. So nimmt das Programm keinen Platz weg – erst, wenn Sie [F12] drücken, klappt die Konsole vom oberen Bildschirmrand her auf, und Sie können lostippen. Brauchen Sie die Eingabezeile nicht mehr, verschwindet YaKuake über erneuten Druck auf [F12] und gibt den Desktop wieder frei. Alternativ richten Sie das Tool so ein, dass es automatisch einklappt, wenn Sie den Maus-Fokus aus dem Fenster entfernen.

Sie finden das Programm sowie eine Installationsanleitung auf der Heft-DVD dieser Ausgabe. Alternativ installieren Sie das Paket yakuake aus den universe-Repositories, wenn Sie eine schnelle Internetverbindung Ihr Eigen nennen. Wer mit dem Gnome-Desktop arbeitet und YaKuake verwenden möchte, spielt zusätzlich das Paket kdebase von den Ubuntu-Installationsmedien ein. Sie starten die flexible Konsole anschließend zum Beispiel über den Schnellstarter [Alt]+[F2], in den Sie yakuake eingeben. Im K-Menü finden Sie einen entsprechenden Eintrag unter System, und Gnome-Anhänger erreichen die Platz sparende Konsole über Anwendungen / Systemwerkzeuge / Yakuake. In der linken oberen Ecke des Bildschirms sehen Sie anschließend die Meldung, dass das Programm erfolgreich gestartet wurde und sich über [F12] aktivieren lässt.

Ein Klick auf das +-Symbol ganz links in der blauen unteren Leiste startet eine weitere Shell-Sitzung auf einem neuen Reiter. Wem die Bezeichnungen Befehlsfenster, Befehlsfenster 2 usw. nicht gefallen, klickt auf den Namen und trägt einen eigenen Namen ein. Entsprechend schließt ein Klick auf das Minuszeichen ganz rechts in der blauen Leiste oder die Tastenkombination [Strg]+[D] den aktiven Tab. Um YaKuake zu beenden, klicken Sie auf das Kreuz ganz rechts unten in der hellen Leiste oder schließen den Emulator über den gleichnamigen Punkt im Kontextmenü der rechten Maustaste.

Tipp: Ubuntu: YaKuake einrichten

In der Standardeinstellung zeigt sich der Konsolenemulator recht spartanisch mit schwarzer Schrift auf weißer Fläche. Dieser Eintönigkeit verschaffen Sie aber schnell Abhilfe: Klicken Sie mit der rechten Maustaste in den YaKuake-Bereich. Das Kontextmenü ähnelt dem Menü Einstellungen der KDE-Konsole: Neben Konfigurationsmöglichkeiten für Schriftart und -größe, den Zeichensatz, Zeilenabstand und vieles mehr, erreichen Sie hier auch den Unterpunkt Farbschema, über den Sie YaKuake in den Schminktopf tauchen. Hier wählen Sie zwischen etlichen vordefinierten Looks den für Sie passenden aus (Abbildung 1).

Wer mit KDEs Konsole arbeitet und diese bereits eingerichtet hat, übernimmt mit Einstellungen / Einstellungen von Konsole verwenden diese Konfiguration. Sind Sie mit der Einrichtung fertig, vergessen Sie nicht, die Konfiguration über Einstellungen / Als Standard speichern dauerhaft zu machen. Jeder neue Reiter erscheint dann in diesem Look, und YaKuake „vergisst“ die Konfiguration auch nach einem Neustart nicht.

Abbildung 1: YaKuake beherrscht wie KDEs Konsole Transparenz – wahlweise für hellen oder dunklen Desktophintergrund.
Abbildung 1: YaKuake beherrscht wie KDEs Konsole Transparenz – wahlweise für hellen oder dunklen Desktophintergrund.

Weitere Einrichtungsmöglichkeiten erreichen Sie über den kleinen, nach unten zeigenden Pfeil, rechts neben dem +. Hier konfigurieren Sie die folgenden Dinge:

  • Terminalbreite: stellt die Breite der Konsole ein; möglich sind 10 bis 100 % der Bildschirmbreite.
  • Terminalhöhe: definiert, wie hoch das YaKuake-Fenster ist; die Konsole kann 10 bis 100 % der Bildschirmhöhe einnehmen (Voreinstellung 50 %).
  • Horizontale Position: stellt die Ausrichtung am oberen Bildschirmrand ein.
  • Animationsdauer: verrät dem Programm, wie lange es zum Ein- und Ausklappen benötigen soll.
  • Unterfensterleiste zeigen: schaltet die Anzeige der verschiedenen Befehlsfenster (Reiter) ein und aus.
  • Bei Fokusverlust einfahren: Befindet sich der Terminal-Emulator nicht mehr im Vordergrund (ist der Mausfokus nicht mehr im Fenster), klappt YaKuake automatisch ein.
  • Hintergrundaktualisierung erzwingen: erzwingt das Aktualisieren des Hintergrunds.
  • Zugriffstaste ändern: Gefällt Ihnen die Taste [F12] zum Aus- und Einklappen nicht, setzen Sie hier einen neuen Hotkey. Klicken Sie dazu im Dialogfenster auf Benutzerdefiniert und geben Sie eine eigene Taste(nkombination) ein. Ist diese bereits durch etwas anderes in KDE belegt, erscheint ein Warnhinweis. Aktivieren Sie die Checkbox Standard, um zu [F12] zurückzukehren.
  • Kontrolltasten ändern: öffnet einen Dialog, der die aktuellen Tastaturkürzel zeigt; in diesem Fenster definieren Sie auch neue Kurzbefehle.

Tipp: Ubuntu: Adobe Flashplayer 9 installieren

Immer mehr Webseiten setzen bei Werbebannern, Audio- und Video-Streams oder anderen multimedialen Inhalten auf Flash, und auch viele Onlinespiele liegen in diesem proprietären Format vor. Damit Browser, wie zum Beispiel Firefox oder Konqueror, Webseiten mit Flash-Inhalten problemlos darstellen, benötigen Sie den Flashplayer. Die aktuelle Version 9 sowie eine Installationsanleitung finden Sie auf der Heft-DVD sowie im multiverse-Bereich der Backport-Quellen [2].

Nach der Installation überprüfen Sie, dass Firefox den Player erkennt, indem Sie in die Adresszeile des Browsers

about:plugins

eingeben. Hier sollten Sie einen Eintrag der Form Dateiname: libflashplayer.so Shockwave Flash 9.0 r31 sehen. Auch KDEs Konqueror machen Sie in Windeseile mit dem Flashplayer bekannt: Rufen Sie den Menüpunkt Einstellungen / Konqueror einrichten auf und blättern Sie in der linken Ansicht bis zum Punkt Plugins. Die Suchpfade, in denen der Browser nach Erweiterungen schaut, sind in der Regel richtig eingestellt – das Verzeichnis /usr/lib/firefox/plugins/, in dem libflashplayer.so landet, sollte in der Liste auftauchen, so dass ein Klick auf Nach neuen Plugins suchen ausreicht. Dass die Liste der Erweiterungen um den Flashplayer aktualisiert wurde, bestätigt ein Blick auf den Reiter Plugins; hier taucht nun der Flashplayer als Netscape-Plugin auf (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auch KDEs Webbrowser Konqueror arbeitet mit dem Flashplayer zusammen.
Abbildung 2: Auch KDEs Webbrowser Konqueror arbeitet mit dem Flashplayer zusammen.

Tipp: Knoppix: Beryl unter Gnome verwenden

In der letzten EasyLinux-Ausgabe haben wir in dieser Rubrik den Fenstermanager Beryl für Knoppix vorgestellt. Den Vorgängerartikel mit allen Tipps und Tricks zu den Effekten sowie Maus- und Tastaturshortcuts finden Sie auf der Heft-DVD dieser Ausgabe. Standardmäßig zaubert Beryl unter KDE. Wer den Compositemanager mit Gnome testen möchte, bootet das Live-System wie gehabt mit dem Cheatcode

knoppix desktop=beryl

und schaltet im laufenden Betrieb zur anderen Desktopoberfläche. Dazu rufen Sie im Pinguin-Menü den Punkt Utilities / KNOPPIX-Desktop Auswahl/Neustart auf und wählen GNOME aus. Anschließend bestätigen Sie, dass der X-Server neu gestartet werden soll, und nach kurzer Zeit begrüßt Sie der Gnome-Desktop. Öffnen Sie dann über Anwendungen / Zubehör ein Terminalfenster und geben Sie das folgende Kommando ein:

EasyLinux 03/2007 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS
Deutschland

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: