Aus EasyLinux 03/2007

Die schönsten Urlaubsbilder (Seite 2)

Leider haben wir für Linux kein Werkzeug gefunden, dass solche Basisarbeiten, dazu gehört auch das Ändern der Größe, der Farbtiefe oder des Dateiformats, an Ihren Bildern zufriedenstellend erledigt. Zwar gehört in den gängigen Distributionen das Programm ImageMagick zum Lieferumfang. Das lässt sich für solche Tätigkeiten aber nur über die Kommandozeile befriedigend bedienen. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten: Unter [1] finden Sie ein Guru-Training zu ImageMagick, in dem Sie alle wichtigen Schritte kennen lernen. Ansonsten bleibt Ihnen nur übrig, diese Arbeiten von Hand auszuführen. Schade!

Bessere Urlaubsfotos, Teil IV

Auch Porträts gelingen am besten in der Dämmerung. Um zu verhindern, dass Ihr Modell als Silhouette erscheint, weil die Sonne noch zu hell ist, oder „verwaschen“, weil Sie schon mit Blitz fotografieren müssen, rät Ihnen Scott Kelby: Schalten Sie den Blitz aus und zielen Sie auf den Himmel. Drücken Sie den Auslöser halb durch, um die Belichtung für den Himmel auszumessen. Richten Sie die Kamera mit halb gedrücktem Auslöser nun auf die Person, die Sie fotografieren möchten. Aktivieren Sie den Blitz, um die Person mit einem Aufhellblitz auszuleuchten. So haben Sie beides: Einen eindrucksvollen Himmel und ein gut ausgeleuchtetes Porträt.

Stellen Sie bei Porträts immer auf die Augen scharf. Die Augen gehören außerdem in das obere Drittel des Bildes. Achten Sie bei Porträts darauf, dass sie das ganze Bild ausfüllen.

Bilder verbessern

Wenn Sie sich an die Expertentipps zum richtigen Fotografieren gehalten haben, werden Sie überdurchschnittlich gutes Material aus den Ferien mitbringen. Prima: Das ist eine wunderbare Ausgangssituation zum weiteren Verbessern der Fotos.

Auch hier stehen Ihnen unter Linux diverse Programme zur Verfügung; neben Gimp, das wir hier verwenden, bietet sich auch das eben erwähnte ImageMagick an, das sich nicht nur über die Kommandozeile steuern lässt, sondern genau so gut über eine grafische Oberfläche. Starten Sie das Programm in Ihrem Bilderordner über die Konsole [F4]. Geben Sie display ein und drücken Sie [Eingabe]. Öffnen Sie per Doppelklick aus der Auswahlliste eins Ihrer Bilder. Um das Menü von ImageMagick einzublenden, klicken Sie mit der linken Maustaste in das Bild (Abbildung 3). Dann stehen Ihnen zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung.

Abbildung 3: Alternative zu Gimp: Auch mit ImageMagick optimieren Sie Ihre Ferienfotos.
Abbildung 3: Alternative zu Gimp: Auch mit ImageMagick optimieren Sie Ihre Ferienfotos.

Umfangreicher und intuitiver zu bedienen als ImageMagick ist aber Gimp. Daher zeigen wir Ihnen die besten Bearbeitungsmöglichkeiten für Ihre Bilder mit diesem Programm. Starten Sie es über die Schnellstartleiste [Alt]+ [F2] : Geben Sie dort gimp ein und drücken Sie [Eingabe].

Digitaler Workflow

In der Praxis professioneller Bildbearbeitung hat sich ein bestimmter Arbeitsablauf bewährt, den wir auch Ihnen ans Herz legen. Was wir Ihnen hier zunächst im Überblick erläutern, erklären wir im Anschluss daran im Detail.

  1. Der erste Schritt zur Verbesserung Ihrer Fotos besteht paradoxerweise darin, sie vor Bearbeitungen zu schützen. Gewöhnen Sie sich an, nur mit Kopien der Originale zu arbeiten. Am leichtesten ist es, Sie kopieren den ganzen Bilderordner und fügen ihn an anderer Stelle wieder ein.
  2. Öffnen Sie eine dieser Kopien und speichern Sie das Bild im Gimp-Format. So bleiben Ihnen zunächst alle Arbeitsebenen Ihres Bildes erhalten.
  3. Erstellen Sie eine Kopie der Hintergrundebene. Arbeiten Sie solange mit dieser Kopie, wie Sie noch nicht zufrieden sind mit dem Ergebnis. So steht Ihnen das Original immer zur Verfügung.
  4. Bessern Sie im ersten Schritt kleine Bildfehler aus (Retusche).
  5. Bearbeiten Sie dann Farben sowie Helligkeit und Kontrast des Bildes.
  6. Verwenden Sie erst zum Schluss Bildeffekte und Filter.
  7. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, löschen Sie die am Anfang ausgeblendete Originalebene sowie alle eventuell eingefügten weiteren Ebenen. Damit verringern Sie die Bildgröße.
  8. Speichern Sie am Ende das fertige Bild.

Originaldateien schützen

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen: Bevor Sie ein Bild bearbeiten, sichern Sie das Original an anderer Stelle. So passiert es nicht, dass Sie aus Versehen das Ausgangsbild mit einem experimentellen Zwischenergebnis überschreiben. Arbeiten Sie auch in Gimp am besten mit einer Kopie des Bildes. Mit der können Sie dann nach Herzenslust spielen und Einstellungen ausprobieren. Wählen Sie dazu aus dem Menü Ebene die Funktion Ebene duplizieren. Blenden Sie anschließend über [Strg]+ [L] die Ebenenpalette ein und klicken Sie auf das Auge neben der Ebene Hintergrund. Damit blenden Sie das Originalbild aus und schützen es so vor ungewolltem Verändern. Aktivieren Sie nun die Ebene Hintergrund-Kopie. Speichern Sie dann das Bild: Wählen Sie aus dem Menü Datei / Speichern unter und klicken sie auf Dateityp: Nach Endung. Entscheiden Sie sich für die Option GIMP XCF image und klicken Sie auf Speichern.

Retusche

Der erste Arbeitsschritt besteht im Ausbessern kleiner Bildfehler. Als Faustregel gilt: Sie bessern all‘ das aus, was Sie beim Betrachten des Bildes stört. Das können Staubfuseln im Foto sein, Kratzer auf Gegenständen im Bild, aber durchaus auch manche Gegenstände selbst, die die Bildkomposition beeinträchtigen. Allerdings sollten Sie vermeiden, Bilder komplett anders aussehen zu lassen als in der Wirklichkeit, weil es nur schwer möglich ist, große Bildteile unsichtbar zu retuschieren.

Auch das Bearbeiten von Personen hat Grenzen: Haben Sie alle Falten und Hautunreinheiten aus einem Porträt entfernt, wirkt der abgebildete Mensch oft zu perfekt und tendenziell leblos. Hier ist eine gesunde Mischung von Natur und Kunst am besten.

Um Retuschen vorzunehmen, rufen Sie in Gimp mit [C] den Kopierstempel auf. Halten Sie [Strg] gedrückt und wählen Sie mit der Maus eine Originalstelle aus. Dann lassen Sie [Strg] los und bessern auf der Grundlage des ausgewählten Originalbereichs einzelne Bildteile aus. Sauberer werden die Korrekturen, wenn Sie sich oft eine neue Originalstelle aussuchen und nur kleine Stellen mit einer Einstellung ausbessern. So verhindern Sie unschöne Wiederholungen in den ausgebesserten Bereichen.

Beachten Sie beim Bearbeiten auch die Werkzeugeinstellungen des Klonwerkzeugs (Abbildung 4). Klicken Sie auf den runden Kreis, können Sie andere Werkzeugspitzen auswählen. Hier müssen Sie einfach ausprobieren, welches Werkzeug zu welcher Korrektursituation am besten passt. Dabei ist nicht nur die Größe wichtig, sondern auch die Form: Gute Erfahrungen haben wir bei unseren Tests beispielsweise mit den unregelmäßigen Werkzeugspitzen wie Confetti, Galaxy oder Sand Dunes gemacht, weil sie für eine Struktur in den geklonten Bereichen sorgen, die das Ergebnis verbessert.

Abbildung 4: Die Werkzeugspitzen des Klon-Stempels bieten zahlreiche Optionen zum besseren Arbeiten.
Abbildung 4: Die Werkzeugspitzen des Klon-Stempels bieten zahlreiche Optionen zum besseren Arbeiten.

Um nach Ihren Korrekturen eventuell entstandene harte Korrekturübergänge zu glätten, drücken Sie [S]. Damit rufen Sie das Werkzeug Bild verschmieren auf. Fahren Sie mit gedrückter linker Maustaste über korrigierte Stellen, um die Retuschen etwas organischer aussehen zu lassen.

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