Aus EasyLinux 02/2007

Tipps und Tricks zu Gnome

Gnome-Tipps

Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellt EasyLinux regelmäßig nützliche Kniffe und praktische Tools für die alternative grafische Oberfläche vor.

Tipp: Nautilus: Home-Verzeichnis auf dem Desktop

Gnomes Dateimanager verwaltet nicht nur Ihre Daten, sondern ist auch für die Darstellung des Desktops verantwortlich: Alles, was im Verzeichnis Desktop Ihres Home-Verzeichnisses liegt, präsentiert Gnome auf der Arbeitsfläche. Wer anstelle des Mülleimersymbols und verschiedener Programmschnellstarter das eigene Home-Verzeichnis im Blick haben möchte, stellt dieses Verhalten über den GConf-Editor ein:

  1. Starten Sie das Konfigurationstool über eine Konsole oder den Schnellstarter ( [Alt]+ [F2] ) und geben Sie gconf-editor ein.
  2. Navigieren Sie in der linken Baumansicht zum Bereich apps / nautilus / preferences und setzen Sie ein Häkchen in die Checkbox vor desktop_is_home_dir (Abbildung 1).

    Abbildung 1: Mit einer Änderung im GConf-Editor zeigt Gnome den Inhalt Ihres Home-Verzeichnisses auf dem Desktop an.
    Abbildung 1: Mit einer Änderung im GConf-Editor zeigt Gnome den Inhalt Ihres Home-Verzeichnisses auf dem Desktop an.

Auf dem Desktophintergrund tummeln sich nun sämtliche Dateien und Ordner aus dem Home-Verzeichnis des Anwenders. Da das je nach Füllstand des Ordners recht unübersichtlich sein kann, bietet Gnome eine einfache Möglichkeit, gezielt bestimmte Dateien und Ordner auszublenden. Dazu legen Sie im Home-Verzeichnis eine versteckte Datei namens .hidden an und tragen dort die Störenfriede ein:

  1. Starten Sie einen Texteditor wie gedit, beispielsweise über den Menüpunkt Anwendungen / Zubehör / Texteditor oder über Eingabe von gedit in ein Schnellstartfenster ( [Alt]+ [F2] ).
  2. Tragen Sie nun die Elemente ein, die Sie nicht auf der Arbeitsfläche sehen wollen – jeder Ordner und jede Datei müssen dazu in einer eigenen Zeile stehen, und Linux unterscheidet auch dort zwischen Groß- und Kleinschreibung.

  3. Rufen Sie den Menüpunkt Datei / Speichern unter auf und achten Sie darauf, dass im Drop-down-Menü In Ordner speichern das eigene Home-Verzeichnis ausgewählt ist. Als Dateiname geben Sie .hidden ein und schließen den Vorgang über Speichern ab.
  4. Eventuell greifen die Änderungen nicht sofort. Melden Sie sich entweder ab und wieder neu an oder starten Sie den Dateimanager über den Aufruf

    nautilus -q
    

in einem Terminalfenster neu.

Tipp: Nautilus: Ausflug in entfernte Dateisysteme

Gnomes Dateimanager leistet nicht nur auf dem lokalen Rechner gute Dienste, sondern erlaubt auch Zugriff auf Maschinen im lokalen Netzwerk oder im Internet. Über Datei / Mit Server verbinden öffnet sich ein Dialog, in dem Sie komfortabel neue Verbindungen konfigurieren. Im Drop-down-Menü Dienste-Typ wählen Sie die Art der Verbindung: Hier stehen SSH, FTP (mit und ohne Zugangsbeschränkung), Windows-Freigaben, WebDAV (HTTP und HTTPS) sowie eine benutzerdefinierte Verbindung zur Verfügung.

Tipp: Nautilus: Per SSH auf entfernte Rechner zugreifen

Um beispielsweise mit Nautilus über SSH auf einen anderen Rechner zuzugreifen, wählen Sie aus dem Menü SSH und tragen ins Feld Server den Namen oder die IP-Adresse des Rechners ein. Die weiteren Angaben sind optional. Hier ist Raum für ein Startverzeichnis, den Benutzernamen und einen Namen für die neue Verbindung (Abbildung 2). Nachdem Sie die Verbindungseinstellungen eingetragen haben, doppelklicken Sie auf das entsprechende Icon und geben Ihr Kennwort ein. Nautilus präsentiert dann den Inhalt des entfernten Computers im lokalen Dateimanagerfenster.

Abbildung 2: Linux spricht mit Mac – Nautilus macht's möglich.
Abbildung 2: Linux spricht mit Mac – Nautilus macht’s möglich.

Tipp: Nautilus als FTP-Client

Mit Gnomes Dateimanager greifen Sie auch ganz bequem auf FTP-Server zu und übertragen Daten per Drag & Drop. Rufen Sie dazu den Menüpunkt Datei / Mit Server verbinden auf und wählen Sie aus dem Drop-down-Menü zum Beispiel Öffentlicher FTP, um mit einem Server ohne Zugangsbeschränkung Verbindung aufzunehmen. Ins Feld Server gehört die Adresse des Servers (Name oder IP-Adresse), die restlichen Felder sind wiederum optional. Klicken Sie abschließend auf Verbinden und doppelklicken Sie auf die neue Verbindung, um Kontakt aufzunehmen.

Nautilus zeigt anschließend den Inhalt des FTP-Servers im Dateimanagerfenster an. Wenn Sie ein zweites Nautilus-Fenster öffnen, können Sie einzelne oder mehrere Dateien oder Verzeichnisse mit der Maus auf den lokalen Rechner übertragen.

Tipp: Nautilus: Dateimanager im Systemverwaltungsmodus

Linux trennt zwischen Benutzer- und Administrator-Account. Da root alles darf, ist es nicht ratsam, dauernd unter dieser Benutzerkennung zu arbeiten [1]. Um grafische Anwendungen wie beispielsweise den Dateimanager mit Root-Rechten zu starten, steht Ihnen unter Gnome das Tool gksu zur Verfügung. Öffnen Sie ein Schnellstartfenster über [Alt]+ [F2] und geben Sie

gksu nautilus

ein. Ins aufgehende Dialogfenster schreiben Sie das Root-Passwort, und Nautilus startet einen Dateimanager mit den Rechten des Systemverwalters. Benutzer von Ubuntu Linux ersetzen im Aufruf gksu durch gksudo und authentifizieren sich mit ihrem eigenen Kennwort.

Tipp: Nautilus: Besser navigieren dank Lesezeichen

Wie bei einem Webbrowser, ist es auch im Dateimanager möglich, Lesezeichen für häufig besuchte Orte zu setzen. Arbeiten Sie beispielsweise oft im Verzeichnis /home/benutzer/Dokumente/uni/physik/ws_2006_2007/, sparen Sie viel Tipp- und Klickarbeit, wenn Sie über Lesezeichen / Lesezeichen hinzufügen einen Bookmark für diesen langen Pfad hinzufügen. Sie erreichen und verwalten die Lesezeichen über den gleichnamigen Menüeintrag. Im Dateisystem finden Sie alle Bookmarks in der versteckten Datei ~/.gtk-bookmarks in Ihrem Home-Verzeichnis.

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