Das Spiel zum Wochenende: Netpanzer

Volles Rohr

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Im actiongeladenen Echtzeitstrategiespiel Netpanzer kommandiert man einen kleinen Panzerverband. Mit ihm versucht man im Netzwerk oder via Internet das Kriegsgerät der bis zu 100 menschlichen Kontrahenten von der Spielkarte zu zu fegen.

Mit dem Beginn einer Partie katapultiert Netpanzer [1] den Spieler direkt auf das Schlachtfeld. Dort wartet bereits ein kleines Panzergrüppchen auf weitere Befehle. Wer eine der achtlos auf den Karten herumstehenden Basen einnimmt, darf zusätzliche Einheiten produzieren. Jedes Panzermodell verfügt dabei über seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. So erkauft man sich beispielsweise eine größere Feuerkraft und Panzerung mit einer behäbigen Fortbewegung. Auf darüber hinausgehendes Ressourcenmanagement oder gar Basisausbau verzichtet Netpanzer komplett, was wiederum zu schnellen, actionreichen Kämpfen führt.

Dreiklang

Drei verschiedene Spielmodi sorgen für Abwechslung: Beim Frag Limit gilt es, eine vorgegebene Anzahl gegnerischer Einheiten in Altmetall zu verwandeln, Objective Capture (teilweise auch als Outpost bezeichnet) verlangt hingegen einen bestimmten Prozentsatz der herumstehenden Fabriken zu erobern. In „Time Limit“ muss man schließlich einfach eine bestimmte Zeitspanne überleben.

Für frischen Wind sorgen auch die zufällig auf der Karte verteilten Bonusgegenstände, die unter anderem die vorhandenen Einheiten aufwerten.

Freundschaft!

Netpanzer ist vollständig auf Mehrspielerpartien ausgelegt, ein Einzelspielermodus fehlt. Dabei können bis zu 100 Spieler auf Schlachtfeldern mit einer Größe von bis zu 640 mal 480 Bildschirmen gegeneinander antreten. Wem das mitgelieferte Kartenmaterial nicht ausreicht, bastelt sich mit dem separat bereit gestellten Karteneditor kurzerhand seine eigenen.

Einmal vom Schlachtfeld gefegte Gegner kehren mit einer kleinen Basiseinheit sofort wieder ins Kampfgetümmel zurück. Spieler können zudem jederzeit aussteigen oder neu hinzukommen, müssen ihren Rückstand gegenüber der Konkurrenz dann aber natürlich aufholen.

Zahn der Zeit

Ursprünglich wurde Netpanzers Ende der 90er Jahre von der mittlerweile untergegangenen Spieleschmiede PyroSoft entwickelt. Nachdem das Strategiespiel 1999 eingestellt wurde, stellte das Unternehmen den Quellcode im Jahr 2002 unter die GNU GPL. Seither kümmert sich eine kleine Fangemeinde um die Weiterentwicklung des Spiels.

Der Lebenslauf erklärt auch die Qualität der 2D-Grafik. Sie bewegt sich auf dem Niveau der ersten Command and Conquer-Spiele, wäre aber schon in der zweiten Hälfte der 90er Jahre veraltet gewesen. Da helfen auch nicht die Spezialeffekte in Form eines Partikelsystem für die Explosionen und eine in Echtzeit berechnete Beleuchtung.

Truppenbildung

Die Installation von Netpanzers ist schnell über die Bühne gebracht: Im Download-Bereich auf der Homepage [1] schnappt man sich unter Binaries das .zip-Paket, entpackt es auf der Festplatte und startet das Programm netpanzer.

Im Hauptmenü klickt man mangels Alternative auf Multiplayer und entscheidet sich dann, ob man selbst ein Spiel aufsetzen (Host) oder einem laufenden beitreten (Join) möchte. In jedem Fall geht es per Next zur Auswahl des einer Flagge, im oberen Bereich vergibt man noch einen Spielernamen.

Auf welchen Servern im Internet gerade Schlachten toben, verrät entweder die Liste unter Servers oder der Server Browser auf der Netpanzer Homepage [2]. Andernfalls tippt man die IP-Adresse des entsprechenden Computers in das Eingabefeld Server IP Adress. Gastgeber einer Partie dürfen hingegen im unteren Teil des Fensters die entsprechenden Eckdaten festlegen, neben der Karte auch das Spielziel (Game Type).

Klicker

Ein weiteres Next startet die Partie. Im Spiel liefert [F1] eine kleine Online-Hilfe. Weitere, allerdings noch ziemlich dürftige, englische Anleitungen stehen auf der Netpanzer Homepage bereit. Mit der linken Maustaste zieht man einen Auswahlrahmen auf. Die darin erfassten Panzer fahren mit einem Linksklick an die angegebene Stelle oder greifen den so markierten Gegner an. Den Kartenausschnitt verschiebt man bei gedrückter rechter Maustaste.

Um eine der Panzerfabriken einzunehmen, fährt man mit einem seiner Vehikel auf die runde Plattform und wartet einen Augenblick. Sobald die Basis übernommen wurde, öffnet ein Linksklick auf das Gebäude ein Menü, in dem man weitere Panzer in Auftrag geben kann. Die Produktion dauert je nach Modell unterschiedlich lange – wohl dem, der mehrere Fabriken gleichzeitig schweißen lässt.

Fazit

Da man in Netpanzer weder Ressourcen sammeln noch eine Basis ausbauen muss, erhält man schnelle actionreiche Schlachten. Umgekehrt ist das Spielprinzip damit auch flach, die Motivation lässt schnell nach. Einsteiger schmeißt das Spiel zudem direkt ins kalte Wasser, Tutorials und ähnliche Hilfen fehlen. Bis man von den erfahrenen Spielern nicht mehr einfach überrollt wird, vergehen einige Frustmomente.

Wie die Grafik ist auch die automatische Wegfindung der Panzer im vorherigen Jahrhundert stecken geblieben. So suchen sich die Einheiten unmöglich lange Wege zu ihrem Ziel oder verhaken sich an herumstehenden Bäumen, Häusern oder Hügeln. Dank der immer irgendwo im Internet stattfindenden Partien bietet Netpanzers dennoch eine kurzweilige Abwechslung in der Mittagspause.

Netpanzer

Bezugsquelle: http://www.netpanzer.org
Entwickler: Netpanzer-Projekt (maßgeblich Aaron Perez)
Lizenz: GNU GPL
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://www.netpanzer.org

[2] Liste mit derzeit aktiven Servern: http://www.netpanzer.org/sb/

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2 Kommentare auf "Das Spiel zum Wochenende: Netpanzer"

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Wie sieht es den mit der Alterseinstufung von NetPanzer aus?

Eine offizielle Alterseinstufung ist mir nicht bekannt. Die Grafik und Gefechte sind in etwa auf dem Niveau des ersten „Command and Conquer“, das von der USK ab 16 frei gegeben wurde, während die PEGI 12 Jahre als Alter nennt. Bei „Command and Conquer“ agieren auf der Karte aber nicht nur Blechpanzer, sondern auch „Cyborgs“.