Das Spiel zum Wochenende: Project Raincat

Nasses Miezekätzchen

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In einer Mischung aus Lemmings und Crazy Machines geleitet man eine Katze durch neun unwegsame Landschaften zum rettenden Ausgang.

Bekanntlich sind alle Katzen extrem wasserscheu. So auch die niedliche Hauptdarstellerin im Knobelspiel Project Raincat. Das kleine Wollkneul möchte an einem extrem regnerischen Tag einen Spaziergang zu einem leuchtenden Stern unternehmen. Damit sie unterwegs keinen Wassertropfen abbekommt, spickt der Spieler ihren Weg mit zahlreichen Utensilien. Angefangen von einem Regenschirm, über einen Regenmantel bis hin zu einem Sprungstab, mit dem sie lästige Pfützen überwindet.

Werkzeugkoffer

Damit ist bereits das gesamte Spielprinzip bereits erklärt: Nach dem Start sieht man das Miezekätzchen erwartungsvoll in einer verregneten Umgebung sitzen. Nachdem man sich mit den Pfeiltasten einen kleinen Überblick über die Situation verschafft hat, pickt man mit der Maus aus einem Menü ein hoffentlich hilfreiches Utensil und platziert es mit einem zweiten Klick in der Landschaft. Vor einen Leck geschlagenen Hydranten legt man am Besten einen Schraubschlüssel, während bei Abgründen ein Regenschirm den Fall bremst. Dummerweise sind alle Werkzeuge rationiert, man muss sich folglich genau überlegen, wo man welches Hilfsmittel einsetzt.

Sobald man alle Gefahrenquellen auf diese Weise entschärft hat, weckt man mit einem Klick auf Go die Katze, welche daraufhin unaufhaltsam losläuft. Jeden Gegenstand, auf den sie trifft, nutzt sie umgehend beim nachfolgenden Hindernis. Jede noch so kleine Wasserberührung führt zum sofortigen Spielende. Konnte sie hingegen den gelben Stern erreichen, gilt der Level als gelöst.

Kratzbaum

Insgesamt stehen neun verschiedene Hinderniskurse mit steigendem Schwierigkeitsgrad zur Verfügung. Jeder Parcours lässt sich dabei auf mehrere Arten lösen. Da sich alle neun direkt im Hauptmenü anwählen lassen, kann man sich immer wieder an allen Kopfnüssen versuchen. Allerdings sinkt damit auch die Motivation, etwas Neues zu entdecken.

Raincat wurde von der Game Creation Society [2] an der Carnegie Mellon University im Wintersemester 2008 entwickelt. Diese kurze Zeit merkt man dem Spiel immer wieder an. So ist die Grafik zwar niedlich, aber karg und die Animationen ruckartig. Die übertrieben fröhliche Hintergrundmusik nervt recht schnell, abschalten lässt sie sich leider nicht.

Das Spiel gibt es kostenlos als fertiges Paket auf der Raincat-Homepage [1]. Die Linux-Version muss man lediglich auf der Festplatte entpacken. Vor dem Start des darin enthaltenen Programms stellt man noch kurz sicher, dass die Bibliotheken SDL_image, SDL_mixer und GLUT (in der Regel in Form des Pakets freeglut) installiert sind. Mit einem Klick auf how to im Startbildschirm erhält man eine englischsprachige Kurzanleitung.

Fazit

Raincat fordert die kleinen grauen Zellen und könnte wie die großen Vorbilder Lemmings und Crazy Machines sogar süchtig machen. Wären da nicht die vielen kleinen Unzulänglichkeiten: Nach nur neun Leveln ist bereits Schluss, Belohnungen für besonders pfiffige Lösungswege fehlen. Hat man einmal alle Landschaften gesehen, sackt die Motivation in den Keller. Eigene Level lassen sich mangels Editor nicht erstellen. Nichtsdestotroz sollten alle Knobelfreunde einen Blick riskieren.

Project Raincat-Details

Bezugsquelle: http://bysusanlin.com/raincat/
Lizenz: Unbekannt
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://bysusanlin.com/raincat/

[2] Game Creation Society der Carnegie Mellon University: http://www.gamecreation.org/

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7 Kommentare auf "Das Spiel zum Wochenende: Project Raincat"

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Bekomme beim starten folgenden Fehlermeldung:
raincat: user error (Mix_LoadMUS
SDL message: Module format not recognized)

Weiß jemand woran das liegt?
System OpenSuse 11.2 KDE 4.3.4
Diese Pakete sind installiert:
libSDL_image-1_2-0 (Version: 1.2.10-12.1)
libSDL_mixer-1_2-0 (Version: 1.2.11-11.1)
freeglut (Version: 090301-3.1)

Da scheint irgend eine Multimedia/Audio-Bibliothek zu fehlen. Sind die Abhängigkeiten korrekt aufgelöst?

Abhängigkeiten sind alle gelöst.
Sound Porbleme habe ich sonst nie.

35 TROUBLESHOOTING:
36 —————-
37 If you receive the error:
38 „user error (Mix_LoadMUS SDL message: Module format not recognized)“
39 when trying to run Raincat, this is because your SDL-mixer library
40 was not compiled with mp3 support. You will need to recompile that
41 with mp3 support or otherwise obtain a copy with mp3 support in order
42 to run the game.
43

Die Frage ist jetzt nur, welche Repos eben SDL_mixer mit mp3 support anbietet?

Bei dem OSS-Repo von OpenSuse ebenso
bei OpenSuse Buildservice-Games-Repo kommt eben diese Fehlermeldung.

Obwohl in der Beschreibung von libSDL_mixer* steht das MP3 dabei ist:
„SMPEG MP3 libraries“

gibts dazu inzwischen eine Lösung?

„The project proved to be an excellent learning experience for the programmers. Everything is programmed in Haskell.“

Sehr erfreulich, wie ich finde.