Audio- und Videoplayer Iriver P7 im Linuxtest

Iriver mit OGG und Flac

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MP3-Player mit OGG-Vorbis-Support gehören immer noch zu den Ausnahmeerscheinungen und kosten meistens etwas mehr als der Durchschnittsplayer. Der P7 von Iriver macht hier zwei Ausnahmen.

Mit dem P7 stellt Iriver einen MP3-Player vor, der nicht nur gut aussieht sondern auch ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis anbietet. Für rund 130 Euro bietet der P7 einen Medienplayer mit 4,3-Zoll Tochscreen (11 cm Diagonale), 8 GByte Flash-Speicher und einem zusätzlichen Speicherkartenslot für Micro-SD-Karten. Wer gleich das Modell mit 16 GByte kaufen möchte, muss dafür rund 160 Euro ausgeben.

Der P7 kommt in einem sehr edel wirkenden Alu-Gehäuse und bringt ein spiegelndes Display mit. Der Player wiegt rund 175 g und misst 10.2 x 7,5 x 1,3 cm. Zum Packungsumfang gehört neben den Ohrhörern auch ein Stift für den Touchscreen, die Bedienung ist aber auch mit dem Finger möglich, allerdings bleiben dann die üblichen Fettflecken auf dem Display zurück.

Gelungenes Design

Das Menü des P7 gleicht einer einfachen Website oder der MIE-Oberläche des HP-Mini Netbooks. Für sämtliche Features gibt es eine kleine Vorschau, die sich der Player selbständig aus den vorhandenen Bildern, Musik- und Videostücken zusammenstellt. Jede Funktion ist somit mit einem einzigen Mausklick erreichbar, was die Navigation sehr schnell und einfach macht, wenn man das Bedienkonzept einmal verstanden hat.

An der Geräteoberseite befinden sich neben dem Einschaltknopf zwei Buttons für die Lautstärkesteuerung und den direkten Zugriff auf das Menü. Betätigt man die Lock-Funktion am rechten Rand, bleiben zwar der Touchscreen und der Einschaltknopf deaktiviert, die Lautstärkeregelung funktioniert aber praktischerweise nach wie vor.

Sehr gute Soundausgabe

In den Tests überzeugt der P7 durch eine sehr gute Soundausgabe, die auch über die Stereoanlage sehr satt tönt. Dies gilt für MP3, OGG-Vorbis und Flac-Dateien gleichermaßen. Dank des internen Lautsprechers kann man den P7 zur Not auch ohne Kopfhörer nutzen. Beim Video-Playback gibt sich der P7 ziemlich wählerisch, so dass einige Clips zunächst in ein passendes Format konvertiert werden müssen, über Mencoder oder Ffmpeg gelingt dies für Xvid-Videos in der Regel problemlos. Ein mit x264 kodiertes Video herzustellen, dass der P7 abspielt, gelang in den Tests allerdings nicht.

Passabler Linux-Support

Der P7 verhält sich in der Grundeinstellung wie ein gewöhnlicher USB-Massenspeicher. Musik und Videos kopiert man ganz einfach per Drag & Drop auf den Player. Alternativ unterstützt der P7 auch den Datentransfer über das Media Transfer Protocol von Microsoft. Neben OGG-Vorbis-Dateien spielt der Iriver-Player auch das verlustfreie Flac-Format ab, allerdings wertet er bei OGG- und Flac-Dateien keine Metainformationen aus, so dass sämtliche Stücke in der Kategorie unknown landen. Immerhin kann man sehr einfach zwischen der Ordneransicht und der Metadatenansicht wechseln, so dass Nutzer, die ihre Sammlung sauber in Ordnern sortiert haben, die Lieblingsstücke leicht finden. Dabei hilft auch die gute und leicht zu bedienenden Bewertungsfunktion.

Ebenfalls nicht geklappt hat in den Tests die Coververwaltung. Weder über den Dateinamen cover.jpg noch direkt in den Metadaten von MP3-Dateien intergierte Albumbilder wollte der P7 in den Tests anzeigen.

Bei OGG-Vorbis-Dateien zeigt der P7 leider keine Metadaten an.
Bei OGG-Vorbis-Dateien zeigt der P7 leider keine Metadaten an.

Kritikpunkte

Der Tochscreen reagierte in unseren Tests sehr träge. Das muss nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein, da manche Leute einen strengen Druckpunkt bevorzugen, allerdings fiel im direkten Vergleich mit dem D2+ und dem O2PMP von Cowon auf, dass sich die Cowon-Player deutlich flotter bedienen ließen. Obwohl die Audio- und Videowiedergabe keinerlei Probleme bereitete, ist der P7 nur beschränkt Multitasking-fähig. So spielt er zwar während dem Betrachten von Fotos Musik ab, das Laden von Bildern nimmt dann aber sehr viel Zeit in Anspruch. Auch sonst gehört der Bildbetrachter nicht zu den besten Features des P7.

Ein K.O.-Kriterium für alle, die nur Linux-Systeme betreiben: Ein Firmware-Update ist nur über eine Windows-Software möglich.

Fazit

Der P7 bietet vor allem in der 16 GByte-Version ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Der mit dem gleich großen allerdings etwas helleren Display ausgestattete O2PMP von Cowon kostet mit 16 GByte Flash-Speicher immerhin 100 Euro mehr. Abgesehen von den aufgeführten Mängeln haben auch Linux-Nutzer an dem Gerät ihre Freude.

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2 Kommentare auf "Audio- und Videoplayer Iriver P7 im Linuxtest"

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„Neben OGG-Vorbis-Dateien spielt der Iriver-Player auch das verlustfreie Flac-Format ab, allerdings wertet er bei OGG- und Flac-Dateien keine Metainformationen aus, so dass sämtliche Stücke in der Kategorie unknown landen.“

Für ein Gerät dieser Preisklasse allerdings schon lange nicht mehr zeitgemäß. Das konnten andere schon vor Jahren. Suche gerade selbst wieder ein Gerät und iRiver P7 ist damit nicht mehr im Fokus.

den mit Abstand besten Metadaten-Support für OGG und Flac bieten meiner Erfahrung gemäß die Player von Cowon. Allerdings zahlt man dafür auch etwas mehr. Bei einem Preisunterschied von ca. 100 Euro verzichtet wohl der eine oder andere gerne auf die Metatags, hauptsache es spielt… 😉