Das Spiel zum Wochenende (und zur Fußball-WM): Tux Football

Kleine Kicker

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Während Konsolenspieler zur Weltmeisterschaft in Brasilien ein passendes Fußballspiel erwerben können, bleiben Linux-Anwendern wieder einmal nur die wenigen freien Fußballspiele. Einer dieser Vertreter hat es immerhin in die Repositories einiger Distributionen geschafft.

Tux Football orientiert sich an den schnellen unkomplizierten Klassikern wie Microprose Soccer [3] oder Kick Off [4] aus den 1980er Jahren: Über die Pfeiltasten steuert der Spieler den jeweils gerade am nächsten zum Ball stehenden Kicker. Alle übrigen Mannschaftsmitglieder kontrolliert der Computer.

Die bunten Pfeile kennzeichnen die geraden aktiven Spieler.
Die bunten Pfeile kennzeichnen die geraden aktiven Spieler.

Drückeberger

Der eigene Spieler schießt den Ball bei einem Druck auf die linke [Strg]-Taste, mit der linken [Shift]-Taste führt er hingegen einen Pass aus. Durch eine geschickte Spielweise lassen sich auch kleinere Tricks ausführen, darunter etwa Kopfbälle. Das Ballverhalten berechnet das Spiel nach Angaben seiner Entwickler physikalisch korrekt: Knallt der Ball etwa vor einen Pfosten, springt er entsprechend zurück.

Bei einem Tor bleibt der Ball nicht im Netz liegen, …
Bei einem Tor bleibt der Ball nicht im Netz liegen, …

Standardmäßig lenkt der Computer die gegnerische Mannschaft. Alternativ kann man auch vor einem Bildschirm gegen einen Freund antreten. Da auch er seine Spieler über die Tastatur kontrolliert, sollte man unbedingt vor dem Anstoß die Tastenbelegung ändern. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man sich in hektischen Spielszenen gegenseitig die Finger verknotet.

… sondern rollt bis über den Bildschirmrand hinaus.
… sondern rollt bis über den Bildschirmrand hinaus.

Vor dem Anpfiff darf man die tatsächliche Dauer einer Halbzeit festlegen. Sollte es nach Ablauf der regulären Spielzeit noch unentschieden stehen, geht es automatisch in die Verlängerung. Ein eventuelles anschließendes Elfmeterschießen ist nicht vorgesehen. Zwar haben die Entwickler noch eine recht lange Liste mit geplanten Funktionen, ihre Arbeit an Tux Football geht derzeit jedoch nur schleppend voran. Die letzte Aktualisierung erfolgte im August 2013.

Das Reingrätschen ist einer der wenigen möglichen Tricks.
Das Reingrätschen ist einer der wenigen möglichen Tricks.

Anstoß

Tux Football lässt sich bei vielen Distributionen bequem über den Paketmanager installieren. Andernfalls findet man den Quellcode auf Sourceforge [2]. Um ihn übersetzen zu können, muss man die Entwicklerpakete zu SDL, SDL_mixer und SDL_image sowie den C++-Compiler und das Werkzeug make einspielen. Im Verzeichnis des entpackten Quellcodes ruft man dann nacheinander die folgenden drei Befehle auf:

./configure
make
sudo make install

Das so gebaute und installierte Spiel startet dann durch den Aufruf von tuxfootball.

In Tux Football darf auch schon einmal der Torwart anstoßen.
In Tux Football darf auch schon einmal der Torwart anstoßen.

Fazit

Am meisten Spaß macht Tux Football zu zweit. Der Computergegner schießt Bälle gerne einmal unmotiviert ins Nirgendwo und dient somit eher als Trainingspartner für Einsteiger. Die Kicker bewegen sich nur hölzern über den kargen Rasenplatz, auf großen Bildschirmen wirkt das Spielfeld zudem verschwindend klein. Die extrem repetitive Fahrstuhlmusik nervt schon nach wenigen Sekunden. Da zudem die spielerischen Möglichkeiten stark limitiert sind, überbrückt Tux Football höchstens eine Halbzeitpause an einem der kommenden Fernsehabende.

Tux Football

Bezugsquelle:  http://tuxfootball.sourceforge.net
Entwickler: Tux Football Team
Lizenz: GNU GPL v2
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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