Das Spiel zum Wochenende (und Pfingsten): Draw a Stickman: EPIC

Punkt, Punkt, Komma, Strich

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Wie schön wäre es, wenn man mit einem magischen Bleistift alle gezeichneten Objekte zum Leben erwecken könnte. Genau das ermöglicht der Spielehersteller Hitcents mit einem äußerst originellen Knobel- und Geschicklichkeitsspiel.

Nach dem Start präsentiert „Draw a Stickman: EPIC“ ein leeres Blatt Papier und fordert den Spieler auf, mit der Maus ein kleines Strichmännchen zu zeichnen. Kaum ist der letzte Strich gesetzt, kann der Spieler seine Kreation auch schon mit gezielten Mausklicks über den Bildschirm scheuchen. Schnell ist noch ein kleiner Freund gezeichnet, der jedoch umgehend vom Papier springt und sich dort von einem ziemlich gefräßigen Bilderbuch fressen lässt. Um seinen Kumpel zu retten, springt das andere Strichmännchen kurzerhand hinter.

Das Spiel beginnt damit, dass man sich eine Spielfigur malt.
Das Spiel beginnt damit, dass man sich eine Spielfigur malt.

Magische Stifte

Dort findet sich der kleine Held in der Welt eines nett gezeichneten Kindermalbuchs wieder. Auf der Suche nach seinem Kumpel stößt er allerdings immer wieder auf Hindernisse und merkwürdige Kreaturen. Überwinden und Ausschalten kann sie der Spieler mit mehreren magischen Malstiften, die alle mit ihnen gemalten Gegenstände zum Leben erwecken. Zeichnet der Spieler beispielsweise eine Wolke, beginnt es umgehend aus ihr zu regnen. Jeder Stift führt dabei zu einem anderen Verhalten. Um etwa die Regenwolken zu zeichnen, muss man zum blauen Stift greifen. Mit dem roten Stift legt man hingegen Feuer.

Um durch das Holztor zu gelangen, schnappt man sich einfach seinen Feuerstift …
Um durch das Holztor zu gelangen, schnappt man sich einfach seinen Feuerstift …

Auf diese Weise lässt sich wiederum die Landschaft manipulieren. Wer beispielsweise ein kleines Feuer an das Ende einer Zündschnur malt, bringt den anhängenden Sprengstoff zur Explosion, welche wiederum eine Felsbarriere eliminiert. Bis der Held seinen kleinen Freund wiedergefunden hat, gilt es viele weitere derartige Rätsel zu lösen. Darüber hinaus verstecken sich in der Landschaft mehrere Bonusgegenstände, wie etwa Buchseiten, die zusammen eine nette kleine Geschichte erzählen.

… malt ein kleines Feuer …
… malt ein kleines Feuer …

Gefährliche Kritzelei

Allerdings sollte man nicht einfach immer wild drauflosmalen. Legt man etwa unbedacht Feuer, könnten auch die überall wachsenden Bäume und Sträucher in Brand geraten. Im schlimmsten Fall verletzt sich das Strichmännchen und stirbt, womit man den gerade in Angriff genommenen Level noch einmal meistern muss. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht immer alle magischen Stifte zur Verfügung stehen.

… und brennt so das Tor nieder.
… und brennt so das Tor nieder.

„Draw a Stickman: EPIC“ vertreibt sein Entwickler für knapp 4 Euro im Humble Store [2]. Zudem ist es derzeit noch Teil der Aktion „Humble Bundle: PC and Android 10“, bei der man für mehrere Spiele zahlen darf, was man möchte [4]. „Draw a Stickman: EPIC“ bekommt man in jedem Fall ohne Kopierschutz. Das Spiel setzt allerdings eine installierte Mono-Laufzeitumgebung, SDL 1.2 und die libopenal voraus. Nutzer von Ubuntu müssen die Pakete mono-complete, libsdl-mixer1.2, libsdl1.2debian und libopenal1 einspielen. Anschließend kann man das Programm DrawAStickman.Linux.exe starten (auch wenn es die unter Windows übliche Endung .exe trägt).

Um das Tor zu öffnen, malt man zunächst mit dem gelben Stift einen Schlüssel, den man dann noch aufheben muss. In diesem Fall sollte die Aktion möglichst abgeschlossen sein, bevor der Drache den Helden erreicht.
Um das Tor zu öffnen, malt man zunächst mit dem gelben Stift einen Schlüssel, den man dann noch aufheben muss. In diesem Fall sollte die Aktion möglichst abgeschlossen sein, bevor der Drache den Helden erreicht.

Fazit

„Draw a Stickman: EPIC“ ist originell und witzig, das Spiel wirkt wie ein lebendig gewordenes Malbuch. Die laienhafte, gezeichnete Grafik unterstreicht diesen Eindruck perfekt. Das Zeichnen mit der Maus ist allerdings etwas fummelig. Man merkt, dass das Spiel eigentlich für die Bedienung mit dem Finger auf Smartphones und Tablet-PCs prädestiniert ist. Hat man sich daran jedoch einmal gewöhnt, macht das Zeichnen extrem viel Spaß. Das Spielprinzip lädt den Spieler zudem immer wieder zu Experimenten ein. So ertappt man sich schnell dabei, einfach mal Dinge auszuprobieren: Was passiert wohl, wenn ich den Busch dort drüben in Brand setze?

Über dieses Buch-Menü darf man jederzeit zu bereits bestehenden Abschnitten zurückkehren und dort beispielsweise erneut auf die Suche nach den Bonusgegenständen gehen.
Über dieses Buch-Menü darf man jederzeit zu bereits bestehenden Abschnitten zurückkehren und dort beispielsweise erneut auf die Suche nach den Bonusgegenständen gehen.

Gerade zu Beginn muss man jedoch immer wieder recht ähnliche Rätsel lösen. Hierdurch gestaltet sich der Einstieg etwas zäh. Im späteren Verlauf überrascht der Entwickler aber mit einigen netten Einfällen. Zudem motiviert die kleine und durchaus spannend inszenierte Geschichte.

Unter dem Strich ist „Draw a Stickman: EPIC“ somit ein nettes kleines Knobelspiel, das die 4 Euro durchaus wert ist. Auf seiner Homepage stellt der Entwickler übrigens noch zwei kostenlose Mini-Spiele bereit (Episode 1 und 2). Mit ihnen können Interessenten das Spielprinzip kennenlernen [3].

Draw a Stickman: EPIC

Bezugsquelle: http://epic.drawastickman.com/
Entwickler: Hitcents
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik (OpenGL 2.1), Prozessor mit mindestens 2 GHz, mindestens 1,5 GByte Hauptspeicher, 300 MB freier Festplattenspeicher

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