Das Spiel zum Wochenende (und Ostern): Rocketbirds – Hardboiled Chicken

Hartgekochte Hühnchen

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Passende Spiele für die Osterfeiertage sind rar. Immerhin treten in einem Jump-and-Run-Spiel von Ratloop Asia schießende Hühner auf. Die gehen allerdings recht rabiat zur Sache und richten sich daher ausschließlich an Erwachsene.

Das extrem gut trainierte und bis an die Zähne bewaffnete Hähnchen namens Hardboiled Chicken düst gerade mit seinem Raketenrucksack über das Territorium des totalitären Staates Albatropolis. Ziel ist niemand geringeres als der fiese wie brutale Pinguin-Diktator Il Putzki, den der Held möglichst rasch auslöschen möchte. Dummerweise bleibt die Ankunft des Hähnchens nicht ganz unbemerkt. Von Abfangjägern getroffen, landet der Held schließlich etwas unsanft im Urwald. Dort warten bereits die Pinguin-Soldaten in Alarmbereitschaft. Der brutale Diktator schreckt dabei sogar nicht davor zurück, den Helden zu klonen.

Hier steht der Held (links oben) seinen böswilligen Klonen gegenüber. Munitionsnachschub verspricht die bewachte Kiste am unteren Rand, der Medizinkoffer hingegen Heilung.
Hier steht der Held (links oben) seinen böswilligen Klonen gegenüber. Munitionsnachschub verspricht die bewachte Kiste am unteren Rand, der Medizinkoffer hingegen Heilung.

Springender Hahn

Im Jump-and-Run-Spiel „Rocketbirds: Hardboiled Chicken“ übernimmt der Spieler die Steuerung des gefiederten Helden. Mit Tastatur und Maus rennt, springt und schießt er sich durch die militärischen Einrichtungen von Albatropolis. Die Steuerung ist dabei recht einfach gehalten: Per [w], [a], [s], [d] rennt der Held durch die Gänge, die Leertaste lässt den Hahn hüpfen, während ein Klick mit der linken Maustaste einen Schuss auslöst.

Dem Pinguin auf der anderen Seite könnte man eine Granate rüberwerfen, die rote Linie zeigt dabei die Flugbahn an. Alternativ schießt man auf die gleiche Weise einen Käfer rüber und steuert dann den Pinguin.
Dem Pinguin auf der anderen Seite könnte man eine Granate rüberwerfen, die rote Linie zeigt dabei die Flugbahn an. Alternativ schießt man auf die gleiche Weise einen Käfer rüber und steuert dann den Pinguin.

Zu Beginn besitzt der Held nur eine einfache Pistole. Durchschlagskräftige Waffen muss er erst mühsam in den verzweigten Gängen von Albatropolis aufspüren. Zum möglichen Arsenal zählen ein Maschinengewehr und eine Pumpgun. In jedem Fall verfeuern die Schusseisen bei jedem Mausklick einen Teil ihrer Munition. Nachschub hinterlassen erlegte Gegner, größere Patronenvorräte finden sich in kleinen Munitionskisten. Im späteren Spielverlauf darf der Held zudem auch ausgefallenere Waffen verwenden. So kann er beispielsweise spezielle Käfer werfen. Trifft er mit einem solchen Krabbler einen Gegner, kontrolliert der Spieler diesen bis zu seinem Ableben. Auf diese Weise kann man den fremdgesteuerten Pinguin Türen öffnen oder schon vorab unliebsame Gegner aus dem Weg räumen lassen.

In Nischen wie dieser hier kann sich das Hardboiled Chicken verstecken. Es wird dann zwar nicht von Gegnern gesehen, kann aber auch nicht schießen.
In Nischen wie dieser hier kann sich das Hardboiled Chicken verstecken. Es wird dann zwar nicht von Gegnern gesehen, kann aber auch nicht schießen.

Das Weiterkommen erschweren zudem immer wieder kleine Hindernisse und Rätsel. So gibt es verschlossene Türen, die sich erst mit der farblich passenden Schlüsselkarte öffnen lassen. Erhöhte Vorsprünge erreicht man mit einer Kiste, die man allerdings erst finden und dann an die richtige Position schieben muss. Über Aufzüge wechselt der Held die Etage, während Knöpfe eine Aktion auslösen – und auch schon einmal eine Rakete starten lassen.

Diese rasante Jagd mit einem Raketenrucksack um einen Zeppelin herum, sorgt für Abwechslung.
Diese rasante Jagd mit einem Raketenrucksack um einen Zeppelin herum, sorgt für Abwechslung.

Nichts für Kinder

Anders als die Abbildungen mit ihrer teilweise sogar niedlichen Comic-Grafik vermuten lassen, richtet sich Rocketbirds eindeutig an Erwachsene. So fließt ständig viel Blut, alle Beteiligten gehen recht brutal zur Sache und die Hintergrundgeschichte ist extrem düster. Laut Entwickler ist das Jump-and-Run-Spiel erst für Spieler ab einem Alter von 17 Jahren geeignet.

Befreit man die Kollegen des Widerstandes aus ihren Zellen ...
Befreit man die Kollegen des Widerstandes aus ihren Zellen …

Zu haben ist „Rocketbirds: Hardboiled Chicken“ derzeit ausschließlich für knapp 5 Euro auf Steam [2]. In der Vergangenheit war das Spiel auch immer wieder als Teil von Sonderaktionen, wie etwa im Humble Bundle [3]. Dort erhielt man dann auch eine kopierschutzfreie Version, die allerdings nur als 32-Bit-Fassung vorlag.

… vermöbeln sie im nächsten Bildschirm die Pinguine.
… vermöbeln sie im nächsten Bildschirm die Pinguine.

Fazit

Rocketbirds ist eher ein Action-, denn ein Jump-and-Run-Spiel. Aufgrund des relativ überschaubaren Waffenarsenals und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit hat man nur wenige taktische Freiheiten: Sobald ein Gegner auftaucht, hält man einfach stupide den Feuerknopf gedrückt. Hin und wieder scheinen zudem Gegner wie aus dem Nichts aufzutauchen.

Da das Spiel nicht scrollt, sondern zwischen den Bildschirmen umschaltet, sieht man zum einen nicht, wohin man schießt und zum anderen, woher die Gegner angerannt kommen.
Da das Spiel nicht scrollt, sondern zwischen den Bildschirmen umschaltet, sieht man zum einen nicht, wohin man schießt und zum anderen, woher die Gegner angerannt kommen.

Die Entwickler waren jedoch äußerst bemüht, Abwechslung in die stupide Ballerei zu bringen. So legt der Held etwa mit seinem Raketenrucksack eine kleine Flugeinlage hin. Die Spezialwaffen und die teilweise recht clever aufgebauten Abschnitte fordern zudem logisches Denken. Schließlich ist die Hintergrundgeschichte recht spannend inszeniert, wenngleich sie letztendlich nur eine Weltrettungsvariante erzählt. Hinzu kommen witzige Dialoge und Szenen, wie etwa der am Rande des Nervenzusammenbruchs stehende Diktator.

Herr Putzki ist ganz und gar nicht putzig.
Herr Putzki ist ganz und gar nicht putzig.

Rocketbirds ist allerdings unnötig brutal. Wen das nicht abschreckt und wer zudem Jump-and-Run-Spiele mag, kann durchaus zugreifen. Für die verlangten 5 Euro erhält man ein solides Jump-and-Run-Spiel mit hohem Action-Anteil, das die regnerischen Osterfeiertage überbrücken sollte.

Rocketbirds – Hardboiled Chicken

Bezugsquelle:  http://www.rocketbirds.com/hardboiledchicken/
Entwickler: Ratloop Asia
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4,99 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab der Klasse Dual-Core mit 2,0 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit OpenGL 2.1

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