Das Spiel zum Wochenende: Tidalis

Blockierende Ströme

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Spätestens seit dem Klassiker Bejeweled suchen weltweit Spieler in einem Haufen Juwelen unter Zeitdruck nach farblich zueinanderpassenden Exemplaren. Dieses Prinzip kopiert auch ein Knobelspiel von Arcen Games, das allerdings mit bunten Blitzen arbeitet.

In Tidalis schaut der Spieler von der Seite in einen Becher. Darin liegen zahlreiche quadratische Steine neben- und übereinander. Die Steine sind in unterschiedlichen Farben angestrichen, zudem ist auf ihnen jeweils ein Pfeil aufgemalt. Sobald der Spieler einen Stein mit der Maus anklickt, verschießt der Block in die Pfeilrichtung einen kurzen Blitz. Letztgenannter besitzt dabei die gleiche Farbe wie der Stein. Berührt der Strahl auf seinem Weg einen anderen Stein in der gleichen Farbe, verschießt auch dieser Stein einen eigenen Blitz. Konnten auf diese Weise mindestens drei Steine in der gleichen Farbe aktiviert werden, lösen sie sich allesamt auf. Die über ihnen liegenden Steine rutschen anschließend von oben nach.

Von oben fallen stets neue Blöcke nach. In die abgedunkelten Spalte fällt der nächste Block.
Von oben fallen stets neue Blöcke nach. In die abgedunkelten Spalte fällt der nächste Block.

Drehwurm

Der Spieler kann jeden Stein mit der Maus um seine eigene Achse drehen und so die Schussrichtung der Steine verändern. Einige spezielle Steine schießen zudem netterweise in gleich zwei Richtungen. Durch geschickte und wohlüberlegte Drehungen lassen sich so längere komplexere Kombinationen bilden. Der Blitz, von Tidalis als Stream bezeichnet, kann allerdings immer nur maximal drei Steine weit strahlen. Darüber hinaus fallen vom oberen Becherrand stetig neue Steine nach. Unter ihnen befinden sich auch Blöcke mit speziellen Eingenschaften. So lassen sich beispielsweise weiße Exemplare in jede beliebige Kombination einfügen. Die blockierenden Holzstapel hingegen verschwinden erst, wenn sich direkt neben ihnen ein roter Block aufgelöst hat.

Kann man eine Folge aus mindestens drei gleichfarbigen Steinen bilden, verschwinden diese aus dem Schacht, wobei die anderen Steine herunterfallen.
Kann man eine Folge aus mindestens drei gleichfarbigen Steinen bilden, verschwinden diese aus dem Schacht, wobei die anderen Steine herunterfallen.

Wann ein Spiel gewonnen und verloren ist, hängt vom zu Beginn gewählten Spielmodus ab. Im Abenteuermodus stellt Titdalis eine konkrete Aufgabe. Unter anderem muss der Spieler 25 Steine in einer vorgegebenen Zeit auflösen. Meist gilt ein Spiel zudem als verloren, wenn sich in einer Spalte die Steine bis zum oberen Rand des Bechers stapeln. Im Puzzlemodus muss der Spieler hingegen die im Becher liegenden Steine mit möglichst wenig Mausklicks komplett abräumen. Hier gilt es folglich, möglichst lange Kombinationen zu finden und diese in der richtigen Reihenfolge zu eliminieren.

Der Spezialblock mit der Matrosenmütze frisst eine Saplte mit Klötzen weg, während die Spiegel beim Herunterfallen zu Bruch gehen.
Der Spezialblock mit der Matrosenmütze frisst eine Saplte mit Klötzen weg, während die Spiegel beim Herunterfallen zu Bruch gehen.

Zusammen gegeneinander

Wer nicht alleine knobeln möchte, kann einen weiteren Spieler einladen. Wahlweise kann man gegen ihn antreten oder aber mit ihm gemeinsam (im Co-Op-Modus) die Blöcke eliminieren. Das Duo darf dabei entweder über das Internet spielen oder sich vor einen Monitor setzen. Hat man alle mitgelieferten Puzzles und Aufgaben durchgespielt, darf man sogar noch mit dem eingebauten Editor eigene Puzzle kreieren und an andere Tidalis-Spieler weitergeben. Für farbenblinde Menschen hält das Spiel zudem eine angepasste Farbpalette bereit.

Im Puzzle-Modus muss man mit möglichst wenigen Mausklicks das komplette Feld leerräumen.
Im Puzzle-Modus muss man mit möglichst wenigen Mausklicks das komplette Feld leerräumen.

Arcen Games verkauft Tidalis für 4,43 Euro auf seiner eigenen Homepage [1] sowie für knapp 5 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3]. Wer das Spiel im Arcen-Shop oder im Humble Store kauft, erhält eine kopierschutzfreie Version. Auf Steam läuft derzeit noch eine Rabattaktion, bei der man Tidalis für lediglich 1,24 Euro bekommt. Dort sowie auf der Tidalis-Homepage steht zudem eine Demo-Version bereit, mit der man in das Knobelspiel vor dem Kauf hineinschnuppern kann.

Im Zen-Modus ist das Spielbrett immer voll besetzt. Hier verliert man stattdessen, wenn man mehr als 15 Mausklicks benötigt, um 60 Blöcke zu eliminieren. Klickt man mit der rechten Maustaste auf einen Block, hebt das Spiel alle Blöcke mit gleicher Farbe hervor.
Im Zen-Modus ist das Spielbrett immer voll besetzt. Hier verliert man stattdessen, wenn man mehr als 15 Mausklicks benötigt, um 60 Blöcke zu eliminieren. Klickt man mit der rechten Maustaste auf einen Block, hebt das Spiel alle Blöcke mit gleicher Farbe hervor.

Fazit

Auch Tidalis reiht sich in die lange Liste der Bejeweled-Klone ein. Anders als bei diesem offensichtlichen Vorbild dauert es jedoch in Tidalis eine Weile, bis man das Spielprinzip mit den Strömen verstanden und verinnerlicht hat. Einsteiger sollten daher unbedingt zunächst das Tutorial starten.

Wenn Steine nach unten nachfallen, lösen sie ebenfalls einen Blitz aus. Auf diese Weise entsteht im besten Fall eine Kettenreaktion.
Wenn Steine nach unten nachfallen, lösen sie ebenfalls einen Blitz aus. Auf diese Weise entsteht im besten Fall eine Kettenreaktion.

Dann motiviert Tidalis jedoch mit seinen vielen Spielvarianten und einem langsam steigenden Schwierigkeitsgrad. Für Abwechslung sorgen die immer wieder neuen Spezialblöcke, die teils knackigen Puzzle und die Möglichkeit, gegen eine andere Person anzutreten. Die wirre Hintergrundgeschichte im Abenteuer-Modus hätte man sich jedoch genau so wie die dauerhaft dudelnde Fahrstuhlmusik sparen können. Unter dem Strich ist Tidalis ein interessantes kleines Knobelspielchen für Zwischendurch. Wer derartige Spiele mag, kann daher zugreifen. Alle anderen sollten zumindest auf eine Rabattaktion warten.

Tidalis

Bezugsquelle: http://arcengames.com/tidalis/
Entwickler: Arcen
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4,99 Euro (Steam und Humble Store) / 4,43 (Arcen Store)
Voraussetzungen: Ab 2010 erschienene Linux-Distribution, Prozessor ab 1,4 GHz, mindestens 1 GByte Hauptspeicher, Bildschirmauflösung 800 x 600 Pixel oder höher

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