Das Spiel zum Wochenende: The Hugo Trilogy

Haus der Schrecken

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Passend zu Hallowee… -äh- Allerheiligen bietet der Online-Shop Gog.com die Adventures der Hugo-Reihe zum Schnäppchenpreis an. Die aus den 1990er Jahren stammenden Klassiker verursachen in gleich mehrfacher Hinsicht eine Gänsehaut.

Als die zauberhafte Penelope von ihrem Job als Babysitterin nicht wieder zurückkehrt, begibt sich ihr Freund Hugo mitten in der Nacht auf die Suche. Das einsam gelegene Haus der Auftraggeber wirkt merkwürdig verfallen und wenig einladend. Zudem ist die Haustür fest verschlossen.

Die Vorderansicht des mysteriösen Hauses gehört noch zu den hübscheren Grafiken (Hugo 1).
Die Vorderansicht des mysteriösen Hauses gehört noch zu den hübscheren Grafiken (Hugo 1).

Altmodische Bedienung

Mit dieser knappen Geschichte beginnt das Adventure Hugo’s House of Horrors. Optik und Steuerung des Spiels erinnern an die frühen Sierra-Adventures: Mit den Pfeiltasten oder der Maus dirigiert man Hugo durch die Räume des kuriosen Landhauses. In ihm gilt es zahlreiche Rätsel zu lösen, um so schließlich Penelope aus den Fängen des verrückten Dr. Hamerstein zu befreien. Die von Hugo auszuführenden Aktionen tippt man in Form von englischen Textkommandos ein. Soll Hugo beispielsweise einen Kürbis aufheben, steuert man den Helden vor das Gemüse und tippt dann „take pumpkin“. Für gelöste Rätsel erhält man zudem Punkte gutgeschrieben.

Den eingetippten Textbefehl führt Hugo nach einem Druck auf die Eingabetaste aus (Hugo 1).
Den eingetippten Textbefehl führt Hugo nach einem Druck auf die Eingabetaste aus (Hugo 1).

Hugo’s House of Horrors erschien bereits im Jahr 1990 und gehörte damals zu den beliebtesten Shareware-Spielen. Dabei verteilte der Entwickler eine kostenlose Demo-Version, die jeder beliebig kopieren und an Freunde weitergeben konnte. Wer das komplette Spiel spielen wollte, bestellte dann die Vollversion – entweder direkt beim Entwickler oder einem authorisierten Shareware-Händler. Anders als im heutigen Internet-Zeitalter kam das Spiel noch auf Disketten per Post ins Haus.

Die Grafiken wie hier die Küche wirken recht naiv (Hugo 1).
Die Grafiken wie hier die Küche wirken recht naiv (Hugo 1).

Günstige Kopien

Die meisten über das Shareware-Verfahren verkauften Spiele stammten von einer einzigen Person. Das gilt auch für Hugo’s House of Horrors, das der Amerikaner David P. Gray im Alleingang entwickelte. Offenbar fanden sich genügend Käufer, denn in den Folgejahren erscheinen zwei weitere Teile: In „Hugo II: Whodunit?“ muss Penelope nicht nur das Verschwinden von Hugo, sondern auch einen Mord aufklären, während es in „Hugo III: Jungle of Doom!“ ganz in Indiana-Jones-Manier ein Abenteuer im Dschungel zu bestehen gilt.

In Hugo II: Whodunit? geschieht gleich noch ein Mord.
In Hugo II: Whodunit? geschieht gleich noch ein Mord.

1995 portierte David P. Gray seine Adventures sogar auf Windows. Dort erhielten sie zudem andere Namen. Der erste Teil hieß jetzt „Hugo’s Horrific Adventure“, die beiden folgenden Episoden „ Hugo’s Mystery Adventure“ und „Hugo’s Amazon Adventure“.

Das dritte Abenteuer besitzt durchweg die schönsten Grafiken der Reihe. In ihm ...
Das dritte Abenteuer besitzt durchweg die schönsten Grafiken der Reihe. In ihm …

Alle drei Spiele verkauft Gog.com derzeit im Paket als „The Hugo Trilogy“ für rund 5 Euro, wobei man im Rahmen der großen Halloween-Sonderaktion nur die Hälfte zahlen muss [2]. Darüber hinaus verkauft David P. Gray die Trilogie auch auf seiner Website für 10 US-Dollar [1]. Die Gog.com-Version lässt sich Dank des vorkonfigurierten MS-DOS-Emulators DOSBox direkt unter Linux starten. Bei David P. Gray erhält man nur die DOS- und Windows-Versionen der Spiele, die man dann etwa mit ScummVM oder DOSBox selbst unter Linux zum Leben erwecken muss. Mittlerweile lassen sich die Spiele auch auf Archive.org komplett kostenlos im Browser spielen [3].

… wird Penelope nach der Notlandung des Flugzeugs von einer giftigen Spinne gebissen.
… wird Penelope nach der Notlandung des Flugzeugs von einer giftigen Spinne gebissen.

Fazit

Spieler der Hugo-Trilogie müssen äußerst leidensfähig sein: Die recht simpel gestrickten Geschichten sind sichtlich von der Konkurrenz inspiriert, die dilettantisch gezeichneten Grafiken wirkten schon bei der Erstveröffentlichung veraltet und die wenigen wirren Rätsel lassen sich an einem verregneten Nachmittag lösen. Obendrein gibt es einige unfaire Szenen, in denen Hugo überraschend sterben kann.

Hier wurde Hugo von der recht schnell laufenden Mumie gefangen, womit das Spiel umgehend zu Ende ist.
Hier wurde Hugo von der recht schnell laufenden Mumie gefangen, womit das Spiel umgehend zu Ende ist.

Wer über die Feiertage einen Blick in die Vergangenheit werfen möchte, sollte daher die Hugo-Teile zunächst auf Archive.org anspielen. Die einzelnen Teile bringen den Spieler allerdings weniger zum Gruseln, als zum unfreiwilligen Schmunzeln. Geld investieren sollte man nur dann, wenn man Anfang der 1990er Jahre bereits die Spiele gespielt hat oder ein eingefleischter Adventure-Fan ist – denn legendär ist Hugo-Trilogie in jedem Fall.

Obwohl Hugo schon fast vor der Kerze steht, ist das dem Spiel immer noch nicht nah genug, um sie aufnehmen zu können.
Obwohl Hugo schon fast vor der Kerze steht, ist das dem Spiel immer noch nicht nah genug, um sie aufnehmen zu können.

The Hugo Trilogy

Bezugsquelle:  http://www.dgray.com/hwpage.htm
Entwickler: David P. Gray (Gray Design Associates)
Lizenz: Kommerziell
Preis: 5,09 Euro (Gog.com) / 10 US-Dollar (Homepage)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution

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