Das Spiel zum Wochenende: Savage Wheels

Wilde Räder

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Wer am Wochenende gerne sein Auto auf Hochglanz poliert ist in einem kleinen Open-Source-Rennspiel von Petar Petrov komplett fehl am Platz. Dort geht es um den größtmöglichen Blechschaden, überfahrene Insekten und natürlich Explosionen.

In Savage Wheels steuert der Spieler aus der Vogelperspektive ein kleines Auto. Mit diesem muss er in einer rechteckigen Arena bis zu drei weitere gegnerische Wagen möglichst so geschickt rammen, dass diese einen Totalschaden erleiden. Dabei sollte er allerdings tunlichst darauf achten, nicht selbst einen Kratzer in sein Vehikel zu bekommen. Um etwas mehr Schwung in dieses „Destruction Derby“ zu bringen, wirft das Spiel regelmäßig noch ein paar „Bonusgegenstände“ in der Arena.

Hier haben am oberen Rand drei Autos den Kollegen zur Explosion gebracht, der am rechten untern Rand sofort wieder materialisiert.
Hier haben am oberen Rand drei Autos den Kollegen zur Explosion gebracht, der am rechten untern Rand sofort wieder materialisiert.

Insektizid

Die erscheinen in Form von kleinen Spinnentieren auf dem Platz. Wer eines der possierlichen Insekten überfährt, erhöht unter anderem die Geschwindigkeit des Wagens oder repariert bereits eingefahrene Dellen. Eines der Tierchen erhöht zudem die „Wut“ auf die Gegner. Wie wütend ein Fahrer ist, zeigt ein roter Balken am unteren Bildschirmrand an. Je länger er ist, desto mehr Schaden richtet das entsprechende Auto an.

Wer die Insekten überfährt, hinterlässt nicht nur eine Blutspur, sondern erhält auch zusätzliche Fähigkeiten.
Wer die Insekten überfährt, hinterlässt nicht nur eine Blutspur, sondern erhält auch zusätzliche Fähigkeiten.

Ein anderes Insekt stattet den eigenen Wagen mit Landminen aus, die der Spieler jederzeit per Tastendruck abwerfen kann. Fährt ein anderer Wagen über die Mine, explodiert er. Gleiches passiert übrigens auch, wenn ihn die Gegner zu oft rammen. Wer einen Gegner zum Explodieren bringen konnte, erhält einen Punkt, den sogenannten „Frag“. Wie viele Frags zum Gewinn der Partie notwendig sind, darf man vor Spielbeginn festlegen. Alternativ lässt sich eine feste Spielzeit vorgeben. Wer nach Ablauf dieser Zeit die meisten Frags vorweisen kann, gewinnt dann die Partie.

Hier konnte der Spieler eine Landmine ergattern, die er anschließend mittig auf dem Parkplatz abgelegt hat.
Hier konnte der Spieler eine Landmine ergattern, die er anschließend mittig auf dem Parkplatz abgelegt hat.

Qual der Wahl

Zu Beginn einer Runde darf sich jeder Spieler einen von mehreren Wagen aussuchen. Jedes Vehikel hat dabei seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. So hält ein dicker Kombi zwar viele Kollisionen aus, beschleunigt dafür aber auch langsamer.

Der Rennwagen beschleunigt zwar sehr schnell, hält dafür aber weniger Treffer aus.
Der Rennwagen beschleunigt zwar sehr schnell, hält dafür aber weniger Treffer aus.

Insgesamt vier Wagen können in der Arena gegeneinander antreten, von denen sich allerdings nur zwei von echten Spielern steuern lassen – die anderen lenkt der Computer. Die Steuerung erfolgt dabei über die Tastatur, die sich beide Spieler teilen müssen: Während der erste Spieler über die Pfeiltasten lenkt und mit [Einfg] eine Landmine platziert, muss der zweite die Tasten [r], [d], [f], [g] und [t] verwenden.

Mit der Taste [F5] dürfen Spieler den Hintergrund und somit das Aussehen der Arena beeinflussen. Auswirkungen auf den Spielablauf hat das jedoch nicht.
Mit der Taste [F5] dürfen Spieler den Hintergrund und somit das Aussehen der Arena beeinflussen. Auswirkungen auf den Spielablauf hat das jedoch nicht.

Wer keinen Freund für ein Duell findet, kann auch eine Einzelspielerkampagne starten. In ihr muss man nacheinander mehrere Computergegner besiegen. Die besitzen jeweils eine kleine Biographie, die sich wiederum auf ihre Fahrweise auswirken soll.

In der Kampagne darf man sich aussuchen, gegen welchen Fahrer man antreten möchte.
In der Kampagne darf man sich aussuchen, gegen welchen Fahrer man antreten möchte.

Kostenloser Blechschaden

Savage Wheels steht unter der MIT License und lässt sich folglich kostenlos spielen. Die aktuelle Version 1.6.0 ist zwar schon fast zwei Jahre alt, läuft aber immer noch problemlos auf aktuellen Distributionen. Wer ein 64-Bit-Linux einsetzt, kann sich direkt unter [2] das fertige Programm savagewheels-1.6.0-Linux-x64.sh herunterladen. Nach dessen Start in einem Terminal stimmt man der Lizenz mit [y] zu und tippt dann ein Installationsverzeichnis ein. In dem muss man nur das Skript savagewheels starten. Der Quellcode des Rennspiels steht unter [2] bereit, die Entwicklung erfolgt mittlerweile auf GitHub [1].

Wie viele Treffer ein Auto noch aushält, verdeutlicht ein blauer Balken am unteren Rand sowie die verbeulte Karosserie.
Wie viele Treffer ein Auto noch aushält, verdeutlicht ein blauer Balken am unteren Rand sowie die verbeulte Karosserie.

Fazit

Savage Wheels ist ein lustiges kleines Rennspiel mit zahlreichen Macken. So steuern sich die Boliden äußerst schwammig und träge. Die computergesteuerten Gegner sind insbesondere für Einsteiger äußerst herausfordernde Gegner. Des Weiteren verkeilen sich ineinander gefahrene Wagen recht häufig. In solchen Fällen bleibt dann nur zu warten, bis der Computergegner den Rückwärtsgang einlegt. Am meisten Spaß macht Savage Wheels zu zweit vor einem Rechner. Langfristig kann das Spiel zwar auch dann nicht motivieren, auf einer Party hebt Savage Wheels aber durchaus die Stimmung.

Savage Wheels

Bezugsquelle:  https://github.com/petarov/savagewheels
Entwickler: Petar Petrov
Lizenz: MIT License
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution, Prozessor mit mindestens 200 MHz, 32 MByte Hauptspeicher

Infos

[1] Projekt-Homepage:
https://github.com/petarov/savagewheels

[2] Download aktueller Binärpakete:
https://github.com/petarov/savagewheels/releases

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