Das Spiel zum Wochenende: Parcel

Knifflige Paketzustellung

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Ein kleines Paket zuzustellen dürfte eigentlich kein größeres Problem sein. Wären da nicht in einem Denkspiel von Polar Bunny zahlreiche Laserbarrieren, ungeschickt platzierte Wände und vier Zusteller, die jeweils nur ganz bestimmte Aktionen ausführen können.

In Parcel steuert der Spieler einen kleinen gelben Paketboten namens Block durch ein futuristisches Hochhaus. Über die Pfeiltasten dirigiert er den Helden von einem Spielfeld zum nächsten. Ziel ist ein gelber Teleporter, auf den sich Block mit dem Paket in der Hand stellen muss. Anschließend geht die Prozedur in einem anderen Level von vorne los. Dummerweise blockieren den Weg bis zum Teleporter meist gleich mehrere Laserbarrieren, die wiederum hin- und herlaufende Roboter erzeugen.

Die Laser-Barriere lässt sich unterbrechen, indem man einfach ...
Die Laser-Barriere lässt sich unterbrechen, indem man einfach …

Kluge Kerlchen

Der gelbe Paketbote kann sein Päckchen jedoch auf jedes freie Feld und insbesondere auch in den Laserstrahl stellen. Die Barriere existiert dann nur noch zwischen der Kiste, dem Roboter und der gegenüberliegenden Wand. Hat man das Paket klug platziert, kann der Held um die Laserbarriere herum laufen. Auf der anderen Seite hebt der Paketbote dann das Paket wieder auf und läuft zum Teleporter. Durch die verwinkelten Gänge und die sich teilweise sogar kreuzende Laserstrahlen muss man jedoch genau überlegen, wo man das Paket abstellt. Darüber hinaus kann der kleine gelbe Paketbote ein abgestelltes Paket drücken und ziehen. Auf diese Weise lässt sich etwa ein Roboter vorübergehend an eine Wand drücken.

… das Paket in ihr abstellt. Der Laser-Barriere befindet sich dann nur noch auf der Seite mit dem Roboter.
… das Paket in ihr abstellt. Der Laser-Barriere befindet sich dann nur noch auf der Seite mit dem Roboter.

Im späteren Spielverlauf gesellen sich bis zu drei weitere Kollegen hinzu. Jeder von ihnen verfügt über individuelle Fähigkeiten. So besitzt die rote Magna einen überdimensionalen Magneten, mit dem sie ein abgestelltes Paket anziehen kann. Die Magnetkraft wirkt dabei sogar durch Wände hindurch, wobei das Paket jedoch an Hindernissen und Mauern stoppt. Eine kleine Ausnahme bilden die krabbelnden Roboter: Liegt das Paket mindestens drei Felder vom Roboter entfernt, beschleunigt es unter der Magnetkraft so stark, dass es den Roboter zerquetscht. Damit fällt dann auch gleichzeitig die vom Roboter aufgespannte Laserbarriere weg.

Hier muss Magna am linken Rand dem gelben Block rechts helfen. Letztgenannter kann die Kiste nicht um die Ecke ziehen. Magna aber ...
Hier muss Magna am linken Rand dem gelben Block rechts helfen. Letztgenannter kann die Kiste nicht um die Ecke ziehen. Magna aber …

Der grüne Hackman wiederum kann auf vorgegebenen Feldern den Level-Aufbau verändern. Auf diese Weise lassen sich etwa den Weg versperrende Poller versenken. Die blaue Porter kann den Platz mit einer anderen Figur tauschen und sich so durch die Räume teleportieren. Für jede weitere Figur existiert im Level jeweils ein eigener Teleporter. Der Level gilt nur dann als gemeistert, wenn alle Helden in ihrem Teleporter stehen und der gelbe Postbote Block dabei sein Paket in der Hand hält.

… mit ihrem Magneten an die Wand ziehen.
… mit ihrem Magneten an die Wand ziehen.

Zahlenspiele

In einigen Leveln liegt zudem ein weißer Energieball – meist in besonders unzugänglichen Ecken. Nach dem Einsammeln erscheint ein Text-Fragment, das eine futuristische und etwas verworrene Hintergrundgeschichte weiterspinnt. Insgesamt bietet das Spiel über 120 Level, die man allerdings erst nach und nach freispielen muss. Die Level sind wiederum in Gruppen zusammengefasst. Konnte man einen Satz zusammengehörender Level lösen, schaltet das Spiel besonders knackige Spezial-Rätsel frei. Wem das noch nicht ausreicht, der baut sich mit dem enthaltenen Level-Editor kurzerhand seine eigenen Rätsel und teilt sie mit anderen Parcel-Spielern.

Die Spezial-Level sind besonders schwierig. Hier hat man zwei gelbe Helden.
Die Spezial-Level sind besonders schwierig. Hier hat man zwei gelbe Helden.

Entwickler Polar Bunny verkauft sein Spiel für 5 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3]. Im Letztgenannten erhält man eine kopierschutzfreie Version und darf Parcel zudem auf Steam freischalten. Die kopierschutzfreie Fassung kommt derzeit allerdings in einem ZIP-Archiv, das die Entwickler falsch gepackt haben. Nach dem Entpacken liegen alle Dateien in einem Verzeichnis und tragen zudem in ihren Dateinamen den Verzeichnisnamen, in dem sie eigentlich liegen müssten. Beispielsweise gehört die Datei Parcel_Data\Managed\Assembly-CSharp.dll eigentlich in das Verzeichnis Parcel_Data/Managed und muss den Dateinamen Assembly-CSharp.dll tragen. Durch das chaotische Ergebnis verweigert das Spiel den Start. Man kann sich aber behelfen, indem man die benötigten Verzeichnisse manuell anlegt, die Dateien umbenennt und in ihre Ordner verschiebt. Die nachstehende Abbildung zeigt, wie die fertige Verzeichnisstruktur aussehen muss.

So muss das Parcel-Verzeichnis aussehen, damit das Spiel startet.
So muss das Parcel-Verzeichnis aussehen, damit das Spiel startet.

Fazit

Parcel greift das gute alte Sokoban-Prinzip auf, würzt es aber mit vielen weiteren abwechslungsreichen Elementen. Letztgenannte kommen sukzessive mit jedem Level hinzu, so dass auch langfristig die Motivation erhalten bleibt. Die Hintergrundgeschichte wirkt allerdings aufgesetzt – die meisten Spieler dürften sie daher ignorieren. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam aber zügig an, häufig muss man zudem etwas um die Ecke denken. Letzteres gilt insbesondere, wenn mehrere Helden gleichzeitig ihre Fähigkeiten einbringen. Knobelfreunde können daher die verlangten 5 Euro ruhigen Gewissens investieren.

Dieser Level sieht einfacher aus, als er tatsächlich ist.
Dieser Level sieht einfacher aus, als er tatsächlich ist.

Parcel

Bezugsquelle: http://parcelthegame.com/
Entwickler: Polar Bunny
Lizenz: Kommerziell
Preis: 5 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Core 2 Duo mit 2 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte der Klasse Intel Core HD Graphics 4000, NVIDIA 8800 GT, ATI Radeon HD 4850 oder besser

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